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Unsere Wege trennten sich vorm Hotel, wo Marten noch auf John wartete und ich per Maps die Route verfolgte die zum Standort von Lisa führte. Ich strich mir ein letztes Mal durch die Haare als ich die Bar betrat in der sie sich schon ordentlich betranken.
„Hey, alles wieder gut?" Dass die Frage ausgerechnet von Mary kam, weil sie mich als erstes sah stieß mir bitter auf. Ich nickte sie jedoch lächelnd an und freute mich über ihre Art. Eigentlich war sie super nett, obwohl sie etwas arrogant aussah und sie konnte nichts für Johns Verhalten. Sie wusste nicht was uns verband.
Lisa und Diana freuten sich ebenfalls über meinen verspäteten Auftritt und stellten gott sei dank keine Fragen. Stattdessen zogen wir an diesem Abend von Bar zu Bar und endeten in einem Club, wo wir die halbe Nacht tanzten.

Völlig kaputt streifte ich mir die High Heels vom Fuß als wir im Taxi Platz nahmen. Es war kurz vor 3 und 10 Uhr müssten wir komplett fertig sein für die Hochzeit. Das bedeutete wenig Schlaf, viel Make-up.
Ich schrieb Alex eine kurze Nachricht dass ich die Nacht lieber alleine verbringen wollte nach diesem Tag, was er glücklicherweise mit Fassung trug. John und Jonas rauchten vor dem Hotel als Mary ihm in die Arme lief. Er legte einen Arm um ihre Hüfte, wendete seinen Blick aber nicht von mir ab. Ich rauchte noch eine letzte Zigarette bis ich mich von den anderen verabschiedete und mit nackten Füßen in meinem Zimmer verschwand.

Meine Gedanken waren nur bei John. Ich bekam dadurch viel zu wenig Schlaf. Müde rieb ich mir die Augen während ich unter die Dusche stieg um mir anschließend schon mal die Haare zu locken. Um mich zu schminken steckte ich sie kurz danach hoch. Ich rannte wie ein aufgeregtes Wiesel von A nach B, trug noch immer nur meine Unterwäsche und wir hatten es bereits kurz nach neun. Mein Magen knurrte. Es war das erste Mal seit dem gestrigen Erlebnis dass ich Hunger verspürte.

Genervt riss ich die Tür auf als es klopfte. Alex stand lächelnd davor mit einem riesigen Karton und wie gerufen zwei Croissants. Er gab mir einen Kuss auf die Wange und trat ins Zimmer. Eins der Croissants riss ich ihm wortlos aus der Hand und verschlang es. „Da hat aber jemand Hunger." Ich nickte während er lachte. „Ich hab was für dich." Er legte den riesigen Karton auf dem Bett ab und setzte sich daneben. Fragend sah ich ihn an. „Mach schon auf." Aufgeregt tat ich was er sagte und dessen Inhalt ließ mich fast in Ohnmacht fallen.

Ausgerechnet jetzt machte er mir so ein Geschenk, wo ich mich eigentlich bei ihm entschuldigen sollte. Dafür dass ich ihn die letzten Wochen nur als Ablenkung im Bett benutzt hab und ich ihm meinen Standpunkt klar machen wollte dass wir mit der Freundschaft die wir zuvor hatten einfach besser fuhren. Ich wollte nicht dass sich zwischen uns was ändert, nur eben dass wir keinen Sex mehr hatten.
Ich verwarf die Gedanken und hob schockiert das Korsett aus dem Karton. Es war das was ich damals an unserem Tag in der Stadt im Schaufenster von Gucci gesehen hatte. Ich erinnerte mich schmerzlich an den Preis. „Das ist nicht dein Ernst, Alex." Er grinste und lehnte sich an die Wand. „Du weißt hoffentlich noch dass ich jetzt den Kontakt zu dir abbrechen muss wenn du mir sowas schenkst." Er winkte ab. „Du meintest es würde so toll zu deinem Outfit passen und ich hab deinen Blick doch gesehen. Du musstest das haben." Ich zog ihn in eine innige Umarmung. Einen Moment tat es mir sogar leid dass ich keine Gefühle für ihn aufbringen konnte. Wieso konnte John nicht sein wie er? Das würde so viel einfacher machen.

Liebe Widerwillen. - Bonez Mc FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt