28.

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„Alles klar, das war der letzte." Ich schloss die Tür des Transporters den ich vor der Haustür parkte und wischte mir den Schweiß von der Stirn.
Pascal lehnte an der Hauswand und sah mich traurig an. „Keine Nachbarn mehr? Du wirst mir fehlen." ich lächelte ihn an. „Ich zieh gerade mal 5 Minuten Autofahrt weg, wir werden uns nicht aus den Augen verlieren." er zog mich in eine feste Umarmung und streichelte meinen Rücken.
„Können wir los?" Diana hatte bereits auf dem Beifahrersitz Platz genommen und hielt den Kopf aus dem Fenster. Ich nickte.
„Sobald ich mich halbwegs eingerichtet habe, kommst du vorbei okay?" Pascal nickte und konnte sich das Lächeln nicht verkneifen. „Damit deine Nachbarn wissen mit wem sie es zutun haben." Ich schaute ihm schmunzelnd hinterher als ich zum Auto lief.

Kurze Zeit später kamen wir mit der zweiten Fuhre Möbeln an meiner neuen Wohnung an. Ich hatte vor wenigen Wochen eine Beförderung erhalten und war nun stellvertretende Leitung meiner Einrichtung. Finanziell machte es sich unglaublich bemerkbar weswegen ich mir eine der neuen Loftwohnungen an der Reeperbahn gönnte. Die Erinnerungen der alten Wohnung schienen mich zu erdrücken, ich musste dort raus.
„Nur noch ausladen und dann bestell ich uns eine Pizza, versprochen." ich versuchte Diana bei Laune zu halten die sich schon die ersten Möbel aus dem Bus zog.

John und die Jungs hatte ich bereits Monate nicht gesehen. Ab und an ließ er Instagram wissen wo er sich aufhielt, doch auch wenn ich ihm nicht entfolgen konnte oder sogar wollte, ignorierte ich die Storys oft. Meistens war er eh im Club oder Urlaub.
Ich kam überraschend gut über die Zeit hinweg. Alex und die Gespräche mit ihm fehlten mir oft wenn ich abends auf dem Balkon mit einem Glas Wein zur Ruhe kam.
Sogar Jonas mit seinen dummen Kommentaren. Aber selbst das war John nicht wert, ich wollte ihn nicht hören geschweige denn sehen.

Als der letzte Karton endlich verstaut war, ließen wir uns auf den Boden fallen. Die einzige Motivation an diesem Abend war nur noch die gut riechende Pizza vor uns.
„Ey wie kann man so viel Mist haben?" Diana lag mit allen Vieren von sich gestreckt völlig außer Atem auf dem Boden. Ich trat ihr leicht gegen den Fuß. „Hallo? Das ist kein Mist. Mein ganzes Hab und Gut und da hab ich schon aussortiert." sie lachte als sie sich aufsetzte um mit dem Essen anzufangen.

„Und wie fühlst du dich hier? Fällt das vergessen jetzt leichter?" Ich zuckte mit den Schultern. Wenige Tage nach dem Streit mit John als es mir halbwegs besser ging, weihte ich Diana ein. Sie war mindestens genauso fassungslos wie ich.
Sie hatte so viel Verständnis, dass sie mir seitdem nicht ein kleinstes Detail aus dem Leben der Jungs erzählte. Weder als Fan noch als angehende Verehrerin von Max. Die beiden hatten eine innige Bindung und vielleicht würde mehr daraus werden. Trotz allem freute ich mich für sie.
„Keine Ahnung, ich hoffe es." Sie streichelte mir über den Arm. „Hast du endlich seine Nummer gelöscht?"
Ich suchte ihren Blick um mit schweigend mit dem Kopf zu schütteln. Mahnend sah sie mich an. „Aber warum? Du weißt dass das nicht gut für dich ist."
Ich verstand ihre Sorgen und irgendwie hatte sie ja recht. Wenn ich abends im Bett lag, hatte ich oft das Bedürfnis mich bei John zu melden. Ich wollte wissen wie es ihm geht, was er so tat aber ich wusste dass es keinen Sinn hatte. Auch wenn meine Gefühle nicht von ein auf den anderen Tag verschwanden, war ich mir sicher er hatte mich längst vergessen.
„Eines Tages vielleicht..." Ich stopfte mir das restliche Stück Pizza in den Mund bevor ich uns eine Flasche Wein öffnete und wir gemeinsam unseren Aufwand belohnten.

Liebe Widerwillen. - Bonez Mc FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt