Kapitel 19.

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Auch wenn ich am nächsten Tag wie erwartet tot müde war, nichts konnte meine Laune an diesem Tag versauen. Meine Schicht bis 15 Uhr zog sich. Trotz alldem gute Laune.
„Bist ja heute mit nem ganz schönen Schlitten angefahren.", bemerkte Diana grinsend. „Von deinen Göttergatten?"
Ich verdrehte die Augen. „Diana bitte, nur weil er mir sein Auto leiht heißt das nicht dass wir morgen vorm Altar stehen."
Sie zuckte mit den Schultern. „Wäre doch schön. Hast du denn morgen mal wieder Zeit für mich? Wir könnten die Mädels abholen oder einfach ins Kino gehen."
Ich hatte sie, Lisa und auch Natalie in den letzten Tagen echt etwas vernachlässigt. Auch wenn wir letzte Woche erst gemeinsam feiern waren, der nächste Mädelsabend sollte nicht so lang auf sich warten. Dennoch benahm ich mich etwas resigniert.
„Weiß noch nicht was morgen ansteht aber ich melde mich heute Abend nochmal und dann machen wir was aus, versprochen." Sie konnte mir nie böse sein.
„Verliebt muss man sein... da vergisst man halt alle um sich herum." Schulterzuckend verließ sie mit leichten Grinsen den Raum.
Auch wenn es etwas ironisch klang, wusste ich dass sie Verständnis für meine Situation hatte.

Gegen halb vier parkte ich Johns Auto auf dem angemieteten Platz vor seinem Haus, räumte meine Sachen aus und ging zu seiner Haustür welche sich schon öffnete als hätte er dahinter gewartet.
„Madame." er machte einen Knicks und wir lachten gleichzeitig auf. Ich liebte diesen Mann, wirklich. Seinen Humor und die Art. Ganz abgesehen von dem ganzen Geld und Fame. Für sowas hatte ich mich noch nie interessiert.
„Danke der Herr." ich ging durch in den langen Flur um meine Klamotten aufzuhängen. Ich spürte seine Hand im Rücken bevor ich mich zu ihm umdrehte.
Er sah etwas müde aus, ob von der Arbeit oder den Drogen ließ sich schwer beurteilen.
Ein Blick in den Spiegel verriet mir aber ich sah nicht besser aus. Meine Haare standen in alle Richtungen obwohl ich einen Zopf trug. Auf dem Shirt hatte ich Flecken von Tomatensauce und die Augenringe waren der einzige Schmuck an mir.
Kurz hinterfragte ich mich selbst. Wie konnte ich hier so auftauchen? Peinlich.
„Tut mir leid dass ich hier so aufkreuze. Hätte mich wirklich umziehen können." Ich hatte mal wieder das Bedürfnis mich zu rechtfertigen.

„Wir können dich auch einfach ausziehen.", schmunzelnd kam er einen Schritt auf mich zu. Unsere Blicke trafen sich und diesmal ließ ich einfach zu. Wie gerne ich ihm sagen wollte, wie schön er ist trotz der kleinen Falten unter seinen Augen und den blonden Locken die in alle Richtungen standen. Wie doll mein Herz schlug, wenn ich ihn ansah, er mir schrieb oder seine Stimme erklang. Ich konnte nicht anders als zu sagen, dass ich ihn liebte. Ein verdammt großes Wort aber nichts konnte mein Herzschlag sonst erklären sobald ich in seiner Nähe war aber ich wusste es würde unsere zwischenmenschliche Beziehung zerstören. Lieber kam ich mit meinen Gefühlen alleine klar als ihn wieder zu vertreiben. Ich wollte ihn in meiner Nähe haben.

Während ich ihn gedankenverloren ansah, schob er mich schon zu seinem Sofa.
„na, nicht dass wir Flecken machen." ich lachte als er seine Lippen auf meine legte. „Das ist es mir wert." John ließ eine Hand in meine Hose fahren. Mein Körper durchzogen wieder diese kleinen Blitze.
Er legte seinen Kopf zwischen meine Beine nachdem er uns schnell auszog. Meine Finger krallten sich in seine Locken und mein Kopf lag in meinem Nacken. Er konnte das so gut, kein Wunder dass er ständig potenzielle One Night Stands hatte. Spricht sich sicherlich rum. Ein kleines grinsen huschte über meine Lippen, dass John gott sei dank nicht mitbekam.
Als wir wieder auf Augenhöhe waren, küssten wir wie wild und ließen es einfach geschehen. Ich war total entspannt, hatte den Kopf frei was sich dann auch an meinem Höhepunkt bemerkbar machte.
Der Sex mit John war immer gut, aber diesmal einfach anders. Vielleicht weil ich mir immer bewusster wurde dass ich was für ihn empfand. Ich konnte mich zu 100% auf ihn einlassen.

Erschöpft kam auch er zum Schluss und sackte über mir zusammen. Seinen Kopf legte er für einige Sekunden auf meinem Bauch ab und die Wärme die wir ausstrahlten, hätte ganze Hallen ausfüllen können.
Er stand auf und hielt mir seine Hand hin.
„Duschen?" ich nickte während ich nach seiner Hand griff.
Die Regendusche hatte es mir beim letzten Mal schon angetan. So standen wir dort, das Wasser rieselte auf unsere Köpfe und ich konnte mein Blick nicht von John abwenden. Mein Nacken würde wahrscheinlich bald um Vergebung betteln, da ich immer nach oben schauen musste um seine Augen zu erreichen. Er grinste mich an. „Noch ne Runde?" Er zog mich zu sich und platzierte seine Hände auf meinem Po.
Doch ich schüttelte den Kopf. Ich wollte diesen Moment genießen, seine Nähe und dieses unvergleichliche Gefühl von Verständnis ohne miteinander zu sprechen.
Wir beendeten die Dusche nach einiger Zeit und saßen später gemeinsam an der riesigen Kücheninsel. Er lieh mir einen von diesen völlig überteuerten, knallbunten Strickpullovern dessen Wert ich nicht mal annähernd nachvollziehen konnte. Dennoch kuschelte mich darin ein und inhalierte seinen Duft.

Liebe Widerwillen. - Bonez Mc FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt