Kapitel 6.

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Die Weihnachtszeit verging viel schneller als gedacht. Die meiste Zeit verbrachte ich mit meiner Familie, traf mich mit Diana und gönnte mir viel Ruhe für mich selbst. Die Gedanken an John konnte ich natürlich nicht ganz so abstellen wie ich wollte, aber ich gab mein bestes.
Nachdem die Feiertage vorüber waren und mein Kühlschrank leergefegt, entschloss ich ein bisschen über die Schanze zu schlendern um einkaufen zu gehen. Im Treppenhaus traf ich Pascal und seine Tochter. Beide lächelten mich freundlich an.
„Hey Vanessa, wie gehts dir? Hattest du schöne Weihnachten?"
Ich nickte. „Alles gut soweit. Hab die letzten Tage mit Familie und Freunden genossen und die fehlende Ruhe der letzten Monate nachgeholt"
„Das freut mich zu hören. War John letzte Woche bei dir um sich zu entschuldigen?"
Es war wie ein Flashback der gedanklich an mir vorbeizog. Alles schnelle Bilder, das Gefühl des Kusses und die Gänsehaut. Alles kam zurück.
„Vanessa? Bist du noch da?" Pascal riss mich aus meinem Gedankenkarusell.
„Äh ja entschuldige. Hat er gemacht, danke dir! Wäre nicht nötig gewesen. Ich weiß ja mittlerweile wie er sein kann" Er zuckte mit den Schultern.
„Ist ja wohl das mindeste. Aber sag mal, eine andere Frage. Hast du zu Silvester schon was geplant?"
Ich schüttelte den Kopf. Ich wäre wahrscheinlich nur zu Hause geblieben, weil meine Freunde in Clubs gingen um ins neue Jahr zu feiern, worauf ich so gar keine Lust hatte.
„Bis jetzt noch nicht. Wieso?"
„Ich würde hier eine kleine Fete starten, zwar mit den Jungs aber wenn du Lust hast kannst du gerne runterkommen. Ich würde mich freuen." Seine Einladung klang herzlich und irgendwie freute es mich sehr. Auch wenn einerseits die Angst dazu kam die Jungs von John kennenzulernen.
„Klingt super, ich überlegs mir. Danke fürs Angebot"
Wir verabschiedeten uns und ich erledigte den Tag über meine geplanten Einkäufe.

Planlos stand ich vorm Kleiderschrank und überlegte was ich nur anziehen sollte. Ich war nicht die schlankste aber hatte die Kurven gott sei dank an tollen Stellen.
Nach langem Überlegen hatte ich Pascal zugesagt und freute mich irgendwie auch.
Die Entscheidung fiel schlussendlich auf mein schwarzes, enges und in manchen Augen vielleicht etwas kurzes Lieblingskleid. Wollte ich mich für mich so hübsch machen oder weil ich wusste dass John da unten saß? Etwas mulmig war mir ja schon. Ihn wiederzusehen nach dieser Nummer vor einer Woche und auch noch seine Jungs kennenzulernen... schrecklich. Aber was war schon schlimm daran, zu zeigen was man hat?
Ich schrieb Pascal eine Nachricht dass ich gleich unten wäre, da ich von oben schon die laute Musik hören konnte durch die keine Klingel der Welt durchgedrungen wäre. Ich richtete ein letztes Mal meine Haare, welche ich gelockt trug und checkte mein makeup welches an diesem Tag etwas auffälliger als sonst war.
Als ich die letzten Stufen runter lief, ging die Tür schon auf und Pascal lächelte mich an. Er wirkte schon etwas angetrunken obwohl es erst kurz nach Acht war. Lächelnd breitete er die Arme aus.
„Eyyyy schön dich zu sehen, Vanessa. Ich freu mich dass du kommst" ich konnte nicht anders als zu lachen und drückte ihn.
Wir lösten uns voneinander und er betrachtete mein Outfit.
„Du siehst unglaublich aus. So kennt man dich gar nicht." Ich zuckte mit den Schultern.
„Ich dachte mir zum Jahreswechsel kann man sich mal hübsch machen" Ich richtete nochmals mein Kleid und ging ihm hinterher in die Wohnung.
Die Luft war zum schneiden und es roch extrem nach Gras. Als ich das Wohnzimmer betrat lagen die meisten Blicke auf mir.
John saß auf dem Sofa und schob eine knapp bekleidete Frau von seinem Schoß als er mich sah.
„Ohooo was ist das für ne heiße Perle?" ein Typ ähnlich wie John pfiff mir hinterher. Groß, stark und tätowiert.
Marten stand neben ihm und boxte ihm lachend auf die Schulter.
„Halt mal die Fresse" zischte John während er auf mich zu lief.
Er packte mich an der Hüfte und zog mich in eine Umarmung. Auch er hatte schon gut getankt, was ich an seinem Atem riechen konnte.
„Bei dem Outfit heute könntest du wenigstens für diese Nacht meine Hure sein."
John leckte über seine Lippen während er an mir runter sah. Ich verdrehte die Augen.
„Wie gut dass ich mich nicht für dich so hübsch gemacht hab. Du hattest dich doch bis eben schon gut ausgestattet mit Weibern."
Ich machte eine Kopfbewegung zu den Mädels die mir böse Blicke zu schmissen. Alle ganz anders als ich. Blondierte, aufgepumpt und fast nackte Weiber rägelten sich zwischen den Männern.
„Naja wir werden sehen. Ich stell dir mal alle vor."
Er schleppte mich durch den Raum und stellte mir die wichtigsten Leute vor. Alex und Jonas mochte ich bis dato am meisten. Sie waren ziemlich albern aber trotzdem sympathisch und nett, auch wenn sie ab und an genauso viel scheiße laberten wie John.
Marten umarmte mich ebenfalls als wir bei ihm ankamen.
„Schön dich hier zu sehen. Willst du was trinken?"
Ich löste mich von John und folgte Marten in die Küche. Tat ganz gut mal von ihm wegzukommen. Er mischte mir irgendwas zusammen, keine Ahnung was aber es schmeckte.
„Du siehst heute wirklich bezaubernd aus. Krass!" Marten hatte eine Hand an meiner Hüfte geparkt und sah mich an. Nicht ganz so gierig wie John aber dennoch irgendwie sexuell. Er beugte sich zu mir runter und gab mir einen sanften Kuss. Es fühlte sich gut an, auch wenn da nur John in meinem Kopf war. Scheinbar war der Gedanke zu laut, denn als sich der Kuss intensivierte kam er durch die Küchentür.
„Was gehtn hier ab?" Ich löste mich ruckartig von Marten, als wäre ich John irgendeine Erklärung schuldig.
„Hä nichts was soll gehen? So ne hübsche Perle sollte man nicht zappeln lassen digger" Marten zuckte mit den Schultern.
„Na klar musst du dich da direkt ranschmeißen. Ich dachte ihr wollt nur Freundschaft?" Johns böser Blick legte dich über uns beide.
„Ey alter was nervst du mich jetzt mit so einem scheiß? Hast du Vanessa reserviert? Darf man da nicht ran oder was? Du wirst doch sowieso jedes Mal sauer wenn du sie siehst, was ist dein scheiß problem?"
Marten drückte John zur Seite und verließ schnellen Schrittes die Küche. Schweigend stand ich ein paar Meter neben John und nippte an meinem Getränk. Er musterte mich.
„Erzähl doch mal, was ist dein Problem?"
Ich fasste mit dieser Frage meinen ganzen Mut zusammen und rechnete schon mit der nächsten aggressiven Antwort.
„Ich hab kein Problem alter, hab nur damit gerechnet dass ich dich heute mal abschleppen darf".
Zuerst wirkte er etwas nachdenklich aber nach dieser Antwort wusste ich, es hatte sich nichts geändert.
„Boah John ehrlich, immer das selbe mit dir. Es geht mir richtig auf den Sack. Wenn du nichts von mir willst bzw nur für eine Nacht dann spiel dich doch nicht jedes Mal so auf. Ich bin nicht dein Eigentum." Ich stützte mich von der Küchenzeile und wollte schnell den Raum verlassen als John mich abpasste und wieder zu sich zog. Er lehnte seine Stirn an meine und trotz der lauten Musik hörte ich seinen Herzschlag.
„Was willst du jetzt? Mich wieder so verwirrt zurücklassen wie beim letzten Mal. Nur um mir zu demonstrieren dass du sie alle haben kannst. Ich weiß dass ich nicht dein Beuteschema bin und du deswegen vielleicht unbedingt Sex willst. Um deinen ganzen Freunden zu beweisen dass du wirklich jede.."
Ich kam nicht dazu den Satz zu beenden denn er legte seine Lippen auf meine. Erst ganz zart und voller Leidenschaft bevor es ein Forscher, feuchter Kuss wurde. Er hob mich auf die Kücheninsel und stellte sich zwischen meine gespreizten Beine. Wieder diese bittersüße Kribbeln im ganzen Körper.
Seine Hände waren gefühlt überall an meinen Körper bevor sie langsam meine Oberschenkel auf und ab streichelten.
Mein Kleid rutschte etwas hoch und er sah dass ich keine Unterwäsche trug. Ein leichtes Stöhnen entfuhr seinen Lippen.
„Halt einfach deine Klappe oder ich werde dich das nächste mal grün und blau ficken. Ich weiß dass du genauso an mich denkst wie ich an dich."
Er küsste mich noch einmal bevor er seinen Schritt richtete und mich wie erwartet alleine zurückließ.

Liebe Widerwillen. - Bonez Mc FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt