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Wir verbrachten die ganze Nacht gemeinsam, unterhielten uns viel und ließen uns kurz nach 2 noch Pizza liefern. Tatsächlich war das mal wieder eine Phase in der wir gar keinen Sex brauchten. Wahrscheinlich hatte er den in den letzten Wochen sowieso genug von anderen bekommen. Ich verschwieg ihm dass ich in der ganzen Zeit nicht eine einzige Bekanntschaft hatte. Selbst wenn ich es gewollt hätte, hätte ich mich auf niemand anderen als ihn einlassen können. Ich fokussierte mich auf mich selbst und was besseres hätte ich nicht machen können. Es war so wichtig sich emotional von niemanden abhängig zu machen. Man kann trauern, vermissen, wütend sein aber sich niemals unter dem eigenen Wert verkaufen.

„Wie wärs wenn wir einfach schauen was passiert? Es auf uns zukommen lassen. Ohne Beziehung und Verpflichtungen. Somit hab ich den Drang einer Beziehung nicht und wir können uns trotzdem nah sein." Ich willigte zufrieden seinem Vorschlag ein und kuschelte sich an seine Brust. Eine Hand von ihm ruhte auf meinem Po, mit der anderen hielt er meine bevor wir fast zeitgleich einschliefen.

John schlief noch als ich mich leise aus seinem Zimmer schlich, um bei mir zu duschen und mich für den Tag fertig zu machen. Kurz nach 10 Uhr kam ich im hauseigenen Restaurant an und freute mich tierisch auf ein leckeres Frühstück. Die anderen schienen noch zu schlafen oder zumindest in ihren Zimmern zu verweilen denn niemand von ihnen saß dort unten.

Das Buffet war reichlich und ich suchte mir eine leckere Vielfalt zusammen bevor ich mich an einem Tisch am Fenster niederließ. Das Hotel lag etwas außerhalb, weswegen ich beim Frühstück eine schöne Landschaft genießen konnte welche nach inneren Frieden schrie. Ich zuckte zusammen als Raf sein Tablett auf den Tisch stellte.
„Ich dachte schon ich wäre der einzige unter den Lebenden." Er lachte und setzte sich neben mich. „Ja dachte ich bis eben auch."

„Wie sieht's aus? Hast du mit John geredet?" Raf tippte nebenbei auf seinem Handy rum um einige Mails zu beantworten.
Ich nickte. „Ja, wir haben die ganze Nacht zusammen verbracht. Wirklich nur geredet. Wir wollen sehen wie es sich entwickelt."
Er sah vom Handy mit hochgezogenen Augenbrauen auf. „Und das ist in Ordnung für dich?" Ich zuckte mit den Schultern während ich aus dem Fenster starrte. „Weiß nicht so richtig, besser als nichts oder?" Er nickte. „Ich denke dass ich alles hinnehmen würde nur um wieder in seiner Nähe zu sein. Das ist eigentlich schlimm, aber ich kann mich dagegen nicht wehren." Er stützte seinen Kopf auf einer seiner Hände ab und tat mir gleich als ich weiterhin den Ausblick auf die Landschaft genoss. „Du solltest dich nicht mit dem Minimum zufrieden geben, das weißt du selbst. Ich verstehe dass du keine Lust mehr auf Streit mit ihm hast aber deswegen musst du dir noch lange nicht alles gefallen lassen."

„Streit mit wem?" Wir hatten gar nicht mitbekommen dass Max, Diana und Alex zu uns gestoßen waren. Ich schüttelte mit dem Kopf während Rafs Worte noch bei mir nachhallten. „Ist egal, alles gut bei euch?"
Diana sah mich verschlafen an. Viel geschlafen hatten sie diese Nacht sicher nicht. „Wenn du reden willst, bin ich nach wie vor immer für dich da." ich nickte sie lächelnd an, hatte jedoch Verständnis für eine frische Beziehung in der man nur noch Augen füreinander hatte. Sowas hatte ich mir wahrscheinlich auch von John gewünscht.

Liebe Widerwillen. - Bonez Mc FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt