„Hast du alles?" etwas ungeduldig wartete ich auf dem Flur in Dianas Wohnung. Unser Flug ging in drei Stunden Richtung Zürich. Sie hatte sich dazu entschieden mit aufs Festival zu kommen, denn Max war seit einigen Wochen offiziell in einer Beziehung mit ihr. „Ja bin bereit." etwas aus der Puste strich sie sich eine Strähne aus dem Gesicht. „Dann lass uns los."
Wir luden unsere Koffer ins Taxi um wenig später am Flughafen anzukommen. Nachdem wir eincheckten, besorgten wir uns einen Kaffee sowie einen kleinen Snack. Heute würde ich John nach einer ganzen Weile wiedersehen. Ich wusste nicht wie es ihm ging, die Jungs informierten mich mit Absicht nicht. Dennoch beschloss ich, es einfach auf mich zukommen zu lassen. Was blieb mir auch anderes übrig?
Wir spielten gerade das nächste kitschige Handygame um die Zeit tot zu schlagen als sich plötzlich eine scheinbar unbekannte Person neben mich fallen ließ. Etwas angepisst sah ich an ihm auf und ab, erst als er zu reden begann merkte ich es ist Raf. Er hatte sich so vermummt, das Cap tief im Gesicht und die Sonnenbrille schützten seinen liebevollen Blick. „Dir auch einen guten Morgen." lachend nahm ich ihn in den Arm. „Ey sorry aber ich wäre sonst nie losgekommen. Die Jungs werden auf keinen Fall pünktlich sein, wenn die weiter dort hinten Fotos machen." Ich blickte in die Richtung auf die er deutete, konnte jedoch nichts erkennen. Kurz darauf erklang ein kurzes Kreischen junger Mädels und ich lachte automatisch auf. „Nicht einfach ein Star zu sein hm?" Raf schüttelte ebenfalls lachend den Kopf.
„Los wir müssen gleich zum Boarding." ich weckte Diana sanft aus ihrem Schönheitsschlaf der ihr sicherlich herrliche Rückenschmerzen bereitete als wie gerufen ihr Liebster um die Ecke schoss. Sie war natürlich sofort hellwach und richtete sich auf um ihn zu begrüßen. Max zog mich danach ebenfalls in eine freundliche Umarmung.
Für den Rest der Bande lohnte es sich nicht mal mehr Platz zunehmen, denn als sie um die Ecke kamen wurde bereits unser Boarding ausgerufen. Als ich auf sie zukam, rannte mich Alex fast über den Haufen. Er schien nicht zu wissen dass ich mitkomme oder hatte es vor lauter Raucherei schon wieder vergessen. Was es auch war, seine Laune war ansteckend und so quatschten wir die ganze Zeit miteinander. Marten und Jonas begrüßte ich ebenfalls mit einer Umarmung während ich im Augenwinkel den abwerteten Blick von John sah, welchen ich gekonnt ignorierte.
„Ich sitz am Fenster okay?" Alex grinste mich an wie ein Kleinkind aber ich konnte auch nicht nein sagen. Nachdem wir unser Handgepäck verstauten und Alex an seinen gewünschten Platz rutschte, wartete ich auf Diana welche sich zu meiner Überraschung eine Reihe vor uns zu Max setzte statt neben mich.
Es war der erste Flug in meinem Leben und die Business Class war wirklich ein Traum. Man merkte es den Mitarbeitern an wie sie krampfhaft versuchten alles zur Zufriedenheit der Jungs zu machen, da sie genau wussten wer sie waren.
Bis auf 2-3 Geschäftsleuten, nahmen wir die gesamte 1. Klasse ein. Jedoch passten auf Grund der bequemen Sessel und riesigen Beinfreiheit auch kaum mehr Leute hier rein.
John ließ sich neben unseren Sitzen auf einem der Sessel nieder, daneben direkt Raf. Uns trennte nur das kleine Stück Gang und er war zum Greifen nah. Wieder füllte sich meine Nase mit seinem Parfum, doch diesmal war es keine Vorstellung.
Ich tippte stur auf mein Handy um bloß nicht nach oben zu sehen als die Stewardess mich aus meinen Gedanken riss. „Möchten Sie was trinken?" Ich schüttelte lächelnd den Kopf bevor sie sich aufgeregt an John wandte. Sie war ungefähr mein Alter, etwas schlanker mit dunklen langen Haaren. Eine wirklich hübsche Frau, was natürlich auch John nicht entging.
„Möchten Sie was trinken?" wiederholte sie, diesmal etwas aufgeregter als bei mir. Er nickte und grinste sie an. „Ne Cola und deine Nummer." Sie wurde sofort rot aber tat was er sagte. Natürlich. Dieser Mann kennt keine Ablehnung. Ich wusste nicht ob es Provokation war oder sie ihm wirklich gefiel, denn es unterschied sie allein optisch so viel von mir. Nach unserem letzten Streit schnitt ich mir die Haare auf Schulterlänge und färbte sie schwarz.
Ich spürte wie diese Situation mich sofort wieder meinen Selbstwert überdenken ließ und wandte mich augendrehend an Alex, der das Szenario mehr oder weniger gut mitbekam.
Er legte lächelnd einen Arm um meine Schulter bevor wir aufgefordert wurden die Gurte umzulegen. „Du bist gut wie du bist. Jetzt hör auf nachzudenken. Wird n geiles Wochenende."
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Liebe Widerwillen. - Bonez Mc FF
FanfictionVanessa lernt John auf einem nicht ganz so ursprünglichen Weg kennen, dennoch kann sie ihn nicht vergessen. Erst recht nicht als die beiden sich näher kommen, doch meint er es ernst? Sie wehrt sich Gefühle für ihn aufzubauen, doch wer kann das schon...
