Kapitel 14.

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Ich komme gleich Maaaan." Natalie brüllte aus dem Bad. Nur zwei Tage nach dem Treffen mit Alex saßen wir abends zum Vorglühen bei mir.
Lisa drängelte, sie musste unbedingt noch ihre Haare machen. Gott sei dank war ich fast fertig. klebte meine letzte Wimper fest und schenkte mir etwas Weißwein nach.
Ich erwischte mich selbst, wie ich mich immer wieder zweifelnd im Spiegel beobachtete. Nein, hör auf. Meine innere Stimme zwang mich, mich wieder zu akzeptieren. Eigentlich war ich gut so wie ich war. John zerstörte einfach nur mein Selbstbewusstsein, was ich mir jahrelang hart aufgebaut hatte ohne es zu wissen.
Ich sollte endlich von ihm wegkommen, mal wieder richtig feiern und mich von jemanden abschleppen lassen. Das war meine Mission für heute Abend. Zufrieden lächelte ich mein Spiegelbild an und richtete mein Dekolleté.
„Alles okay?" Diana riss mich aus den Gedanken.
Ich nickte. „Klar hab nur darüber nachgedacht, wie schön unser Abend wird und wer mich abschleppt." Sie lachte los.
„So seh ich dich doch am liebsten!"

Der letzte kühle Schluck Wein floss in meinen Rachen bevor ich die Flasche im vorbeigehen vorm Club wegschmiss.
Die Schlange davor durchbohrte uns mit bösen Blicken, denn wir gingen einfach so an ihnen vorbei. Alex hatte uns draußen freudestrahlend abgeholt.
„Schön dass ihr da seid!" Die Mädels wären ihm am liebsten um den Hals gefallen, doch sie hatten versprochen sich zu benehmen.
Wir machten noch einen Halt an den Toiletten bevor wir das Innere des Clubs betraten. Lisa und Diana rannten schnell auf Toilette, während Natalie und ich uns im Spiegel nochmal zurecht machten.
Wenn ich mich hier so sah, kam mir mein Erscheinungsbild gar nicht so verbraucht vor wie ich es die letzten Tage auffasste. Meine Augen hatten keinen Glanz mehr, aber das würde niemanden auffallen der mich nicht weiter kannte. Der Rest gefiel mir gut.
Ich hatte mich an diesem Abend für eine enge Lederleggings entschieden und das Oberteil war eher ein Dessou aber bequeme Schuhe trug ich trotzdem. Ich wollte richtig auf die Kacke hauen, nur um John zu vergessen. Dieser Plan ging natürlich nicht auf und in meinem Kopf war nur er. Vor allem die Frage, weshalb er es schafft mich so zu zerstören. Wo ich doch genau wusste wie er war und wir kaum was zusammen erlebt hatten.
Die Mädels kamen aus den Kabinen und rissen mich aus meinen Gedanken. Gott sei dank, das könnte ich an diesem Abend auch nicht weiter gebrauchen.

Alex und ich liefen vor, er legte ein Arm um meine Hüfte.
„Du siehst fantastisch aus. Viel besser als beim letzten Mal." ich lächelte ihn an und legte im Gehen ein Arm um seine Schultern.
„Sehr schmeichelnd, danke."
„Ich hoffe ich zerstöre deine Stimmung nicht wenn ich dir erzähle dass heute tatsächlich alle mitgekommen sind. Die haben sich echt riesig gefreut dass du wieder am Start bist."
Ich fühlte mich richtig geehrt.
„Naah ist schon okay, keine Sorge. Für die Mädels zieh ich's durch und auf dich zum Beispiel habe ich mich richtig gefreut."
Ich legte meinen Kopf auf seine Schultern und er tätschelte vorsichtig über meine Frisur.

„Bestellt euch was zu trinken und dann lasst uns hochgehen, ihr könnt es sicher kaum erwarten." er zeigte auf die Empore, wo deutlich weniger los war als unten auf der Tanzfläche.
Lisa und Diana hüpften vor Freude von einem Bein aufs andere. „Ich kann's nicht glauben dass wir gleich 187 kennenlernen."
Lachend verdrehte ich die Augen. „Glaub mir die sind nicht so toll wie du denkst."
Alex boxte mir leicht auf die Schulter. „Was soll das denn heißen?" dann lachte er.
Nachdem wir unsere Getränke erhielten, führte Alex uns durch die Menge zur Treppe die nach oben führte. Ich ließ den Mädels den Vortritt, denn ihre Vorfreude war wirklich unermesslich. Danach kam ich und zum Abschluss Alex.

Liebe Widerwillen. - Bonez Mc FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt