POV: Ena
"Alles klar, bis dann.", ich legte mein Handy beiseite und widmete meine Aufmerksamkeit wieder dem Monitor, auf dem gerade ein Angebot zu sehen war. - Der sollte lieber sein Auto abgeben, anstatt es reparieren zu lassen. Das ist ja beinahe das doppelte von meinem Bruttogehalt. - Es klopfte an der geschlossenen Tür, was mich aus der Konzentration holte. "Ja, bitte.", sagte ich und die Tür schwang auf. Freudestrahlend trat Lukas ein, der seinen Blick gerade an seinem Handy festhielt.
"Mäuschen, ich habe schon mal das Bett...", er steckte das Mobiltelefon in die Tasche seiner Jacke und sah mich an. "Ena... Hey...", lachte er leicht und fuhr sich durch die Haare.
"Wow... Ich weiß nicht, wann du mal so enttäuscht warst, mich zu sehen", sagte ich und zog meine Augenbrauen nach oben.
"So sollte es keinesfalls rüberkommen, aber du warst doch auch schon... Wegen deiner Mutter?", er sah mich fragend an.
"Jep... Tim hat sich also schon beschwert?"
"Begeisterung klingt anders.", wir beide lachten leicht auf und er nahm auf dem Stuhl gegenüber Platz.
"Jessica ist auf dem Weg, sie war noch bei der Bank.", sagte ich. "Tut mir wirklich leid, aber ich muss noch ein bisschen was erledigen."
"Du entschuldigst dich auf der Arbeit, dass du arbeiten musst? Lass das mal nicht Chefin hören.", lachte er.
"Bei der Chefin mache ich mir da keine Gedanken, sie ist doch eh nicht mehr lange da.", lachte ich.
"Bitte?", in der offenen Bürotür stand Jessica und sah mich entsetzt an. "Du freust dich auch noch, wenn wir uns bald noch weniger sehen... Hätte ich das mal eher gewusst.", sie senkte ihren Blick.
"Jessie... Netter Versuch...", ich rollte mit den Augen.
"Ist ja gut. Bei dir klappt das auch nie.", lachte Jessica. Sie betrat das Büro, schloss die Tür und begrüßte Lukas mit einem Kuss. Sie stellte sich hinter den Stuhl, auf dem er saß und legte ihre Arme über seine Schultern.
"Wir haben heute doch einen ruhigen Abend, ich habe das Bett schon abgebaut.", sagte Lukas zu Jessica, welche ihn zufrieden ansah.
"Danke Schatz, aber ich habe dir doch gesagt...", begann sie zu sprechen.
"Du kennst mich, hätte ich den ganzen Tag rumliegen sollen?"
"Stimmt, das klingt wirklich nicht nach dir.", sagte sie, winkelte einen Arm an und strich Lukas über den Hinterkopf. "Hast du schon bestellt?", Jessica wandte ihren Blick zu mir.
"Ja, das Essen sollte eigentlich in den nächsten Minuten kommen.", antwortete ich. "Lukas wusste wohl Bescheid?", fragte ich und sah ihn an.
"Mein Name ist Hase.", leicht drehte er seinen Kopf und sah Jessica an..
"Ich hatte für dich beziehungsweise auch Ena hat für Tim etwas für später, zum Abendessen mit bestellt.", ein Kuss traf die Wange von Lukas und ich sah die beiden glücklichen Gesichter meiner Freunde.
"Ich muss ja auch etwas gut machen.", lachte ich leicht und kratzte mich am Hinterkopf.
Es klopfte an der Tür des Büros und Mary lugte in das Büro.
"Food!", sagte sie freudig und öffnete die Tür weiter.
POV: Jessica
In der Küche nahmen wir alle um den Tisch einen Platz ein und genossen das vorerst letzte Essen in dieser Konstellation. Die lustigsten Tage in der Werkstatt ließen meine Kollegen Revue passieren sowie die zwei Betriebsausflüge, die wir während der Pandemie äußerst umständlich geplant hatten. Nachdem der Letzte sein Besteck zur Seite gelegt hatte, erhob sich Davi von seinem Platz. Aus dem Abstellraum, in dem wir unsere Utensilien zum Putzen lagerten, holte Davi einen karierten alten Koffer. Er trug ihn nicht am Henkel, sondern griff ihn an den Seiten, als ob etwas Zerbrechliches darin wäre. "Jessie, wir haben uns Gedanken gemacht, was wir dir zum Abschied übergeben könnten, ohne dass du uns für komplett verrückt erklärst.", sagte Davi. "Dennoch haben wir weder Kosten noch Mühen gescheut, um dir eine Freude zu bereiten.", er stellte den Koffer vor mir ab und lachte mich leicht traurig an. Langsam zog ich den Reißverschluss auf und sah in die Augen eines Kuscheltieres von Simba. Am Deckel des Koffers war ein Stadtplan von Hamburg befestigt, auf dem zwei Karten für das Musical 'König der Löwen' angebracht waren. Vor meinem Mund schlug ich die Hände zusammen und sah in die Gesichter meiner Belegschaft. "Ihr habt sie doch nicht mehr alle, dass... Das kann ich doch nicht annehmen.", ich brach in Tränen aus. Lukas setzte sich dichter an mich heran und legte seinen Arm um mich. "Doch, Jessica und wir wünschen euch ganz viel Freude.", sagte Mary, die mich mit großen Augen ansah. Ich war sprachlos und blickte verweint jeden meiner Kollegen an. "Du warst uns das wert.", sagte Tommy. "Warum macht ihr es mir denn nur so schwer?", brachte ich hervor, alle lachten kurz auf. "Ich danke euch so sehr für alles. Ein besseres Team kann man sich nicht wünschen.", wieder blickte ich den Koffer an. "Das ist ja das Wochenende vor meinem Geburtstag, soweit habt ihr vorausgedacht?", langsam sah ich auf und blickte zufrieden jeden Einzelnen an.
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Verloren - 3
FanfictionMeine Fanfiction zur aufgelösten Band Trailerpark geht in die dritte Runde. Ich wünsche euch sehr viel Spaß beim lesen und mitfiebern. Der dritte Teil ist die Zerreißprobe für die Gruppe, doch wen trifft es am meisten? Die Geschichte ist frei erfu...
