-45-

28 4 0
                                        

POV: Jessica

Langsam öffnete ich meine Augen, die warmen Strahlen der Sonne, welche durch das Fensterglas des Schlafzimmers im Haus den kleinen Raum erhellten, spürte ich auf der Haut in meinem Gesicht. Ich streckte mich, richtete mich auf und griff nach meinem Handy, was auf dem Nachttisch lag. - Sonntag, 11. Juni; 10:22 Uhr - las ich auf meinem Sperrbildschirm ab und atmete tief durch. Vorsichtig klopfte es am Türrahmen, mein Blick wendete sich von dem Chat bei WhatsApp ab und ich erblickte Lukas, der mit einer Tasse in der Hand im Rahmen lehnte. "Guten Morgen.", sagte er sanft und trat an das Bett heran. Er reichte mir die Tasse, die mit Kaffee gefüllt war und setzt sich zu mir, auf die Kante der Matratze. Unsere Lippen umspielte ein kleines Lächeln und wir sahen uns in die Augen. Ein zärtlicher und leidenschaftlicher Kuss verließ meine Lippen und Lukas legte seine Stirn an meine. "Bist du in zehn Minuten im Garten?", wisperte er unweit meiner Lippen, stumm deutete ich ein Nicken an und ein sanfter Kuss traf meine Stirn, bevor Lukas das Zimmer verließ. Ich erhob mich aus dem Bett und nachdem ich mich kurz frisch gemacht hatte, lief ich nach unten.

"Ich bin da, zwar zwei Minuten zu spät, aber ich bin da.", lachte ich leicht und legte meine Handflächen an seinen Brustkorb.
"Vertraust du mir?", fragte Lukas und küsste sanft meine Stirn.
"Natürlich, was ist denn?", sprach ich leise und sah ihm direkt in seine blau-grauen Augen.
"Lass dich überraschen.", ein verschmitztes Lächeln lag auf seinen Lippen. Er nahm seine Arme hinter seinem Rücken hervor und verband mir meine Augen mit einem roten Tuch.

"Yeah, I know sometimes
Things may not always make sense to you right now
But hey, what'd daddy always tell you?
Straighten up, little soldier
Stiffen up that upper lip
What you cryin' about?
You got me..."

"Darf ich jetzt die Augenbinde abnehmen?", fragte ich gefolgt von einem kleinen Lachen. "Wir fahren schließlich noch immer.", fügte ich an und drehte meinen Kopf in die Richtung des Fahrers, als würde ich ihn ansehen.
"Wir sind in einer halben Stunde da, Mäuschen.", merkte Lukas an und ich spürte seine Hand, die auf meinem Oberschenkel lag.
"Ist gut, ich bin schon ruhig, mein Schatz.", leise konnte ich ein Schmunzeln hören, welches meinem Partner entfleuchte. Mit einem Seufzen ließ ich meinen Kopf gegen die Stütze fallen und schloss unter der Augenbinde meine Lider.

"Mäuschen...", leise vernahm ich meinen Kosenamen, den Lukas sanft aussprach. Seine Hand spürte ich kurz auf meiner rechten Schulter, kurz darauf spürte ich seine Fingerknöchel, die über meine Wange strichen. Meine Augen waren noch immer verbunden, als ich diese langsam öffnete. "Süße..."
"Würdest du mir die Augenbinde abnehmen, würdest du sehen, dass ich wach bin.", lachte ich gehässig und streckte ihm meine Zunge entgegen.
"Du bist mir schon eine...", ich konnte mir vorstellen, dass Lukas gerade mit seinen Augen rollte. "Steig vorsichtig aus.", flüsterte er und nahm meine Hände. Ich folgte seiner Anweisung. Er führte mich ein kleines Stück über einen gut gepflasterten Hof. Lukas hielt mich an und drehte mich ein wenig nach links um. "Bist du bereit?", unschlüssig zuckte ich mit meinen Schultern. Lukas öffnete den Knoten an meinem Hinterkopf und zog die Augenbinde über meinen Kopf hinweg. Geschockt sah ich auf die schwarze Limousine, vor der ich stand und schlug meine Hände vor meinem Mund zusammen. "Es ist jetzt nicht dein Matzl, aber ich habe vor zwei Wochen deine Tante beim Einkaufen getroffen und sie hatte mir erzählt, dass du damals zwischen einem Passat und so einem Phateon geschwankt hast."
"Du bist so doof, ich habe doch gesagt, dass du das nicht machen sollst.", Tränen liefen mir aus den Augen und ich lehnte meine Stirn gegen den Brustkorb von Lukas.
"Ich habe ihn lediglich im Netz für dich herausgesucht. Dafür darfst du dich bei deiner Familie bedanken oder sie lynchen, aber das überlasse ich dir.", er hauchte mir einen Kuss auf meine Haare und strich mir über meinen Hinterkopf.
"Ihr seid doch wahnsinnig.", sprach ich in den Stoff seines Shirts und wischte mir die Tränen von der Wange.
"Wir? Du wolltest in der Stadt so eine PS-Schleuder.", lachte Lukas. Ich hob meinen Kopf und sah ihm mit einem zufriedenen Blick an.
"Danke.", ich rümpfte die Nase. Lukas griff mit seinen Händen meine Wangen und küsste mich zärtlich.
"So und jetzt, bringen wir dein neues Baby nach Hause.", flüsterte er unweit meiner Lippen und zog mich wieder in einen zärtlichen Kuss.

Verloren - 3Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt