POV: Davi
"Ich komm' heute nicht rein,
mir geht es hundeelend.
Zähl' mal bitte noch die Kasse,
damit ich denen wenigstens bescheid
geben kann, dass die Buchhaltung
bearbeitet wird."
Nachdem ich am Morgen meinen Kaffee getrunken und mich im Bad frisch gemacht hatte, las ich die Nachricht von Ena. - Geil... Büro... - Ich wünschte ihr eine gute Besserung und machte mich auf den Weg in die Werkstatt.
"Hier war vorher mal 'ne andre Bar
Doch der Schnaps schmeckt noch genauso
Und wenn ich irgendwo zu Hause war
Dann immer dort, wo der Applaus tobt..."
Am Nachmittag waren aufgrund von Krankheit, Absatz von Stunden und Urlaub, nur Nora und ich in der Werkstatt. Während wir in der Halle unserer Arbeit nachgingen und der Musik lauschten, warfen wir uns den ein oder anderen verträumten Blick zu, dem ein kleines Lächeln folgte.
Etwa zwei Stunden vor Feierabend sortierte ich im Lager die Bestellungen ein, als Nora zu mir kam und ihre Hilfe anbot. "Danke, es ist nicht mehr viel.", sagte ich gerötet und lächelte sie an. "Aber weißt du, was wir heute ganz vergessen haben?", Nora schüttelte fragend mit ihrem Kopf. "Wir haben die Post noch nicht reingeholt, der Schlüssel liegt im Sideboard auf der rechten Seite. Würdest du fix an den Briefkasten gehen?", bittete ich Nora.
"Ja na klar.", sie zwinkerte mir zu, was mein Herz deutlich stärker schlagen ließ. - Keine Ahnung, wie sie es gemacht hat, aber ich bin verliebt. -
Nachdem ich die Kleinteile und das neue Werkzeug verräumt hatte, begab ich mich nach oben in das Büro, um meine Tasse vom Schreibtisch zu holen, da ich diese in die Küche bringen wollte. Ich lief durch die bereits geöffnete Tür zur Küche und stieß mit Nora zusammen, welche sich gerade ein Glas mit ihrem Eiskaffee aus dem Kühlschrank gefüllt hatte. "Ah shit!", fluchte sie laut stark, als sie auf ihr beflecktes weißes Shirt unter der schwarzen Latzhose sah. "Oh mein Gott, das tut mir so leid.", meine Tasse stellte ich auf dem Tisch ab und holte Küchenrolle von der Arbeitsplatte der Küchenzeile. Schnell riss ich ein paar Blätter ab und reichte sie an Nora, welche die Clipverschlüsse an der Latzhose öffnete. Meine Wangen röteten sich, als ich durch das nasse weiße Shirt ihren dunklen BH mit Spitzenapplikationen sah. "Meine Augen sind hier oben, Herr Hilpert.", räusperte sie sich und lachte leicht auf. "Hmm...", nickte ich abwesend, langsam, zog mein Blick nach oben, zu ihren braunen Augen und hielt mich an ihnen fest. Ein kleines verschmitztes Grinsen lag auf ihren Lippen; mit gesenktem Kopf blickte sie zu mir hoch, während sie mit den Haushaltstüchern versuchte, ihr Shirt zu trocknen. "Du machst mich wahnsinnig.", stieß ich erregt aus. Meine freie Hand fand ihre Hüfte und ich zog Nora in einen intensiven und fordernden Kuss. Ihre Arme verschränkte sie in meinem Nacken und ich zog sie fester an mich heran. Schwächelnd ließ ich die Rolle fallen und hob Nora an, welche sich kurzerhand liegend auf dem Esstisch wiederfand.
POV: Timi
"Dass es dir morgen ja wieder besser geht.", besorgt stellte ich meiner Freundin eine Tasse Tee auf den Nachttisch und ließ mich auf der Kante des Bettes nieder, sanft strich ich über ihren Oberschenkel, über den sie die Decke gelegt hatte.
"Wäre auf jeden Fall nicht schlecht.", sagte Ena leicht genervt und zog ihre Augenbrauen nach oben.
"Nicht dass Heisenberg die Osterhasen schneller zur Strecke bringt.", dass am Folgetag mein Geburtstag war, wusste Ena nicht, da wir uns noch nie wirklich darüber unterhalten hatten. Am Morgen war sie mit starken Unterleibsschmerzen aufgewacht, denen nach nur kurzer Zeit Übelkeit folgte. Mein Blick ging zu Heisenberg über, welcher seit Tagen nicht von Enas Seite wisch, er hob seinen Kopf und blickte mich an. "Diesmal hat es dich aber ganz schön erwischt, mein Schatz.", merkte ich besorgt an.
"Ich hoffe wirklich, dass das morgen wieder weg ist.", augenrollend saß sie im Bett und griff nach meiner Hand. Sie presste ihre Lippen aufeinander und sah mich an.
"Mit Sicherheit, die letzten Male ging es dir doch auch am nächsten Tag besser. Brauchst du noch eine Wärmflasche?", mit meinem Daumen strich ich über ihren Handrücken, Ena nickte.
POV: Davi
"Lass das bloß nicht die Chefin erfahren.", lachte mich Nora an, als wir unsere Kleidung vom Boden der Küche und den Stühlen am Esstisch sammelten. "Da mache ich mir keine Gedanken, eher um...", - Scheiße, ich habe die Kasse nicht gezählt. Boar... ey, ich will heim... - "Ja?", hakte Nora nach, ich winkte ab.
Als sie sich in den Feierabend verabschiedete und wir uns für die Ostertage verabredet hatten, saß sie auf dem ledrigen schwarzen Bürostuhl und hinter dem Schreibtisch. Mit dem Handy in der Hand atmete ich tief und schwer durch, mein Blick ging auf den Monitor über. "Ach das wird schon stimmen.", sagte ich lässig. Kurzerhand loggte ich mich in dem Buchhaltungsprogramm ein und öffnete das Kassenbuch, welches bereits vollständig war. - 609,23 € - las ich in der letzten Spalte ab. Ich öffnete den Chat mit Ena bei WhatsApp und tippte die Zahl ab.
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Verloren - 3
FanfictionMeine Fanfiction zur aufgelösten Band Trailerpark geht in die dritte Runde. Ich wünsche euch sehr viel Spaß beim lesen und mitfiebern. Der dritte Teil ist die Zerreißprobe für die Gruppe, doch wen trifft es am meisten? Die Geschichte ist frei erfu...
