POV: Steven // Sudden
Mein Blick fokussierte sich auf die Pflastersteine des Gehweges, vor dem Eingang des Krankenhauses. Ich führte die Zigarette von meinem Mund weg und pustete den Rauch aus. Geistesabwesend stand ich vor der gläsernen Tür und zog wieder an dem bald endenden Glimmstängel. Jessica tippte mir vorsichtig auf die Schulter und fragte nach einem Feuerzeug. Stumm überreichte ich es ihr und drückte den Stummel in den Ascher.
"Tut... Tut mir übrigens leid, für dich und... Und Lukas.", stammelte ich und atmete tief durch, meine Hände steckte ich in die Taschen meiner Jeans. Jessica gab mir das Feuerzeug zurück und nickte dankend, mit aufeinander gepressten Lippen.
"Und was beschäftigt dich gerade?", fragte sie beinahe ohne Emotion.
"Mich?", fragend blickte ich die Brünette an und zog eine Augenbraue nach oben.
"Steven... Über der ganzen Truppe stürzt gerade der Himmel ein. Was ist bei dir los, außer Melinas Aufenthalt im 'Lazarett'.", sie zog ebenfalls ihre Augenbrauen nach oben und blickte mich durchdringend an.
"Melina's Dad gibt mir die Schuld, dass sie zusammengebrochen ist. Seit gestern Abend bekomme ich Nachrichten, in denen er mir schreibt, dass ich doch besser auf sie aufpassen sollte. Wir haben gestern einen ihrer liebsten Filme aus der Kindheit angesehen, plötzlich wurde sie ganz ruhig und begann zu zittern. Ich habe doch nur den Notarzt gerufen, weil ich absolut nicht mehr wusste, was ich machen sollte. Sie hatte mich total verängstigt angesehen und sagte nur, dass ich ihr irgendwie helfen solle. Melina ist mir unheimlich dankbar, dass ich so gehandelt habe und bringt mir ihr Verständnis entgegen, auch wenn sie erst übermorgen entlassen wird, weil sie komplett untersucht wurde, aber muss ich mir das jetzt wirklich antun?", ich senkte meinen Blick und schnaubte verzweifelt.
"Steven, ...", sagte Jessica sanft und strich mir über meinen Oberarm. "dass ihr Vater nach den ganzen Jahren so reagiert ist nicht abwegig und auch nicht selten. Melina hat mir erzählt, weshalb ihr Vater sie damals mit ihrer Mutter allein gelassen hat, dass ihm jetzt alles über den Kopf wächst kann man auch nachvollziehen.", stumm nickte ich und hielt meinen Blick weiterhin gesenkt.
Jessica hatte sich im Fahrstuhl von mir verabschiedet, da sie wieder zu Tim in das Zimmer gehen wollte. Schwer atmend und mit dröhnendem Kopf lief ich den Gang zu Melina's Zimmer hinter. Bevor ich mich vor das Krankenhaus begeben hatte, um eine Zigarette zu rauchen, begab sie sich wieder auf ihre Station. "Herr Matyssek?", eine der Schwestern sprach mich auf dem Gang an, ich blieb stehen, drehte mich zu ihr um und blickte herunter, auf die kleine Frau. "Die Besucherzeit endet bald und Frau Wieczoreck braucht noch ein wenig Ruhe.", brachte sie mir freundlich entgegen, ich reagierte mit einem stummen Nicken und lief weiter, zum vorletzten Zimmer des Korridors. Vorsichtig klopfte ich noch einmal an, bevor ich den Raum betrat. Melina saß im Schneidersitz auf dem in weiß bezogenen Bett und blickte mich betrübt an, als ich den Raum betrat. "Sind deine Kopfschmerzen ein wenig besser?", fragte ich ruhig und setzte mich zu ihr.
"Naja, nicht wirklich.", antwortete sie kurz mit trauriger Stimmt und richtete ihren Blick aus dem Fenster.
"Meine Süße, kann ich noch irgendwas für dich tun?", ich strich ihr sanft über ihre Wange.
"Ich will einfach wieder nach Hause... Neben dir einschlafen und aufwachen... Ich bekomme hier kein Auge zu... Ich bin froh, wenn ich morgen wirklich entlassen werde... Ich dreh hier noch durch... Ich hab panische Angst vor Krankenhäusern...", Melina schluckte und ich sah sie mit großen Augen an.
"Ach du scheiße... Das... Das wusste ich nicht, warum..."
"Hase, ganz ruhig. Ich bin dir weder sauer, noch in irgendeiner Weise enttäuscht. Du konntest das nicht wissen, vielleicht ist es ja auch irgendwie gut.", sie presste ihre Lippen zu einem Lächeln und ihr Blick ging zu mir über. "Es ist einfach scheiße, dass du nicht die ganze Zeit bei mir sein kannst. Ich merke, dass mir mein Ruhepol fehlt.", Melina senkte ihren Kopf und lehnte ihn gegen meine Schulter. Wir verweilten eine kurze Zeit in dieser Position, bis es an der Tür klopfte. Die Schwester, welche mich auf dem Gang angesprochen hatte, betrat das Zimmer und sah uns bemitleidend an.
"Herr Matyssek? Frau Wieczorek? Die Besucherzeit neigt sich deutlich dem Ende entgegen.", teilte sie uns mit.
"Ich bin schon so gut wie weg.", sagte ich ruhig mit einem kühlen Unterton. Ich strich Melina über den Hinterkopf bis unter ihr Kinn, um ihren Kopf zu heben. "Ich liebe dich.", hauchte ich auf ihre Lippen und küsste sie zärtlich. Sie rümpfte ein wenig ihre Nase und erwiderte meine Worte. "Bis morgen.", flüsterte ich und küsste sie erneut.
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Verloren - 3
Fiksi PenggemarMeine Fanfiction zur aufgelösten Band Trailerpark geht in die dritte Runde. Ich wünsche euch sehr viel Spaß beim lesen und mitfiebern. Der dritte Teil ist die Zerreißprobe für die Gruppe, doch wen trifft es am meisten? Die Geschichte ist frei erfu...
