Riley sieht mich geschockt an. "Du bist es wohl nicht gewohnt, wenn Jemand so mit dir spricht, wie du es immer tust?", frage ich ihn. Ich erkenne mich selbst nicht wieder. So etwas hätte die alte Lina niemals gesagt. Er hat mich in dieser kurzen Zeit schon so verändert.
Riley schüttelt den Kopf und starrt für einen Moment an mir vorbei. Binnen einer Sekunde steht er direkt vor mir und hebt mich mit einem Arm auf seinen Schreibtisch. Er funkelt mich an und seine grünen Augen durchbohren mich wie kleine Giftpfeile, wovon jeder einzelne Pfeil direkt ins Schwarze trifft. "So redest du nicht mit mir."
Mein Blick ist leer und ich zucke nur mit den Schultern. Ich nehme seine Krawatte in die Hand und ziehe ihn ganz nahe an mich heran, sodass unsere Münder nur noch ein paar Zentimeter voneinander entfernt sind. "Es ist ganz einfach, Mr Billingsley", schnalze ich mit der Zunge. "Sie haben jetzt die Möglichkeit, mich hier und jetzt auf diesem Schreibtisch zu ficken oder ..." Ich kann den Satz nicht beenden, weil er mit seinen Händen meine von sich schlägt und seine Lippen auf meine presst. Ich werde diesen Geschmack vermissen, aber das heißt nicht, dass ich diesen Moment nicht unvergesslich machen werde.
"Sie haben ein verdammt freches Mundwerk für eine kleine Assistentin", haucht Riley durch unsere Küsse hindurch. Ich ziehe ihn wieder auf meinen Mund. Er hebt mich von seinem Schreibtisch und dreht mich unsanft herum, sodass mein gesamter Oberkörper auf dem Tisch liegt. Riley greift in meine Haare und zieht daran. Er zieht so sehr daran, dass er mich wieder nach oben zieht und meinen Hals küsst.
Im nächsten Moment ist er in mir und stößt hart in mich hinein. Jeder Stoß entlockt mir ein Stöhnen. Es ist so laut, dass selbst Riley mir von hinten den Mund zuhält. Ich beiße in seinen Finger und ich weiß genau, dass das wirklich wehtut, aber natürlich zeigt er es nicht.
Der Schreibtisch vibriert und mit jedem Stoß bewegt er sich ein Stück weiter in Richtung des großen Fensters. Es ist nur eine Wolke am sonst blauen Himmel, aber selbst diese verschwimmt, als ich laut aufschreie und er sich gleichzeitig in mir ergießt.
Wir verweilen ein paar Minuten in dieser Position. Vielleicht weiß er genau so gut wie ich, dass das unser letztes Mal gewesen ist. Ich habe es ihm ja deutlich gesagt.
Seine Flüssigkeit läuft mittlerweile mein Bein herunter, aber ich beiße mir nur auf die Lippe, um meine Tränen zu unterdrücken, die langsam an die Oberfläche kommen. Schnell schüttle ich mich und werde von Riley in die Realität zurück katapultiert.
Er zieht sich aus mir zurück und ich höre die Schnalle seines Gürtels. Er berührt sanft meine Hüfte und rückt meinen Rock wieder zurecht.
Blitzartig drehe ich mich um und stemme die Hände in die Hüften und werde wieder wütend. Wieso bin ich nur immer so aufgewühlt, sobald er in meiner Nähe ist. Es ist fast so, als würde er einen Punkt bei mir triggern, der noch nie berührt wurde.
"Was willst du von mir, Riley?"
Er will antworten, doch ich schneide ihm das Wort ab. "Nein, ich habe deine ewigen Spielchen so satt. Du vögelst mich und dann hasst du mich wieder. Du bist ein beschissener Wichser und verhältst dich wie der größte Idiot. Entscheide dich endlich mal, ob du ein Herz besitzt oder nicht, denn ich weiß, dass ich sehr wohl ein Herz habe. Sogar ein sehr sehr dummes Herz", lache ich über mich selbst, "Weißt du, dass es verdammt anstrengend für mich ist, wenn du mir in einem Moment das Hirn rausvögelst und im nächsten Moment behandelst du mich wie der größte Abschaum, der rumläuft? Du spielst mit mir und meinen Gefühlen und aus irgendeinem beschissenen Grund kriege ich dich nicht aus meinem Kopf, denn du tust Dinge mit meinem Körper und meinem Herzen, die ich noch nie verspürt habe. Ich weiß nicht, ob der Hass oder", stoße ich Luft aus.
"Oder was?", hebt er eine Augenbraue und seine Augen funkeln, aber nicht vor Abscheu, sondern eher vor Neugierde.
Ich setze mich auf die Couch und schlage mir selbst die Hände an den Kopf. "Oder meine Liebe zu dir überwiegt."
Mir steigen Tränen in die Augen und ich versuche, sie sofort weg zu blinzeln. Zu spät, denn binnen ein paar Sekunden sitzt er neben mir und streicht mir über die Hände. "Aber ich hab dir doch gesagt, dass...", setzt er an und wirkt genauso verwirrt wie ich in diesem Moment.
"Ja, mir ist durchaus bewusst, dass du mir gesagt hast, dass ich mich unter keinen Umständen in dich verlieben soll, aber", mache ich eine kurze Pause, "es ist nun mal passiert." Ich atme aus und hebe meinen Kopf. Ich rolle mit den Augen und stehe auf. "Jetzt kannst du mich meinetwegen feuern", gestikuliere ich wild mit meinen Händen.
Riley schüttelt langsam den Kopf und steht auf. Er reibt sich über sein Gesicht. "Nein, ich werde dich deswegen nicht feuern. Du bist die beste Assistentin, die ich je hatte."
Ich sehe, wie seine Augen etwas feuchter geworden sind. Ich lache halbherzig und wende mich zum Gehen.
Bevor ich die Tür öffne, drehe ich mich noch einmal um. "Und genau das ist das Problem", atme ich schwer aus, "ich werde niemals nur deine Assistentin sein. Das kann ich nicht und will ich nicht, aber dass du mich so siehst, bestätigt mein Vorhaben."
Riley sieht mich verwirrt an und hebt eine Augenbraue.
Ich muss das tun, auch wenn ich es liebe, hier mit Alex und Alexandra zu arbeiten, aber ich kann das Alles nicht mehr. "Da ich noch in der Probezeit bin, bekommst du morgen meine fristlose Kündigung."
Schnell gehe ich aus seinem Büro und schließe das Kapitel Riley hinter dieser Tür ein. Das war's.
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Unmoralisch
RomanceLinas Traum wird wahr: eine der angesehensten Firmen in ganz Los Angeles bietet ihr einen Arbeitsvertrag an. Nach dem Abschluss ihres Studiums wünscht sie sich nichts sehnlicher, als endlich mit ihrem gelernten und hart erarbeiteten Wissens ihr eige...
