Paranoia

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“Something's got a hold of me lately
No, I don't know myself anymore
Feels like the walls are all closin' in
And the devil's knockin' at my door, whoa
Out of my mind, how many times
Did I tell you I'm no good at bein' alone?
Yeah, it's takin' a toll on me, tryin' my best to keep
From tearin' the skin off my bones, don't you know
I lose control
When you're not next to me
I'm fallin' apart right in front of you, can't you see?” - Teddy swims, loose control

23. April 1822
Nassau

"Was zum Henker machen wir hier, Käpt'n?", drang Bens maulende Stimme durch das vibrierende Leben, das auf Nassaus Straßen herrschte

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"Was zum Henker machen wir hier, Käpt'n?", drang Bens maulende Stimme durch das vibrierende Leben, das auf Nassaus Straßen herrschte. "Du hast gesagt, wir wollen uns um Segel, Vorräte und Türme kümmern. Stattdessen stehen wir vor einem gottverdammten Schmuckladen?"

Jack warf ihm und Janssens einen Blick zu. Die Ratte und der Niederländer drängten sich vor der schmutzigen Scheibe, die Hände in den Hosentaschen, als wäre es ihnen unangenehm, mit ihm hier gesehen zu werden. Als würden sie sich vor einem Hurenhaus mit einem gar zu zweifelhaftem Ruf herumtreiben, obgleich das für seine beiden Crewmitglieder wohl noch das kleinere Übel gewesen wäre. Ihm entfuhr ein verächtliches Geräusch.

"Komm runter Ben! Es dauert nicht lange. Ihr dürft draußen warten, aber euch keinen Schritt von dieser Tür wegbewegen, klar?"

Genervt klingendes "Klar".

Jack kniff die Augen zusammen und schlug Ben gegen den Hinterkopf, ehe er sich in das Innere des Ladens begab. Jagten ihm Nassaus Straßen einen Schauer über den Rücken? Nicht im Geringsten! Nicht so lange jemand bei ihm war, dem er vertraute. Aber sobald er ohne eine Waffe im Anschlag oder eine gewaltbereite Begleitung einen Fuß auf das sandige Pflaster setzte, drehte sich ihm der Magen um und er schaffte es kaum, ausreichend Luft in seine Lungen zu zwingen, um nicht vor Angst ohnmächtig zu werden. Keiner wusste das. Nicht einmal Anne.
Zum Glück fiel es ihm leicht, Gründe für eine Eskorte zu finden, die eigentlich keine war. Er brauchte wirklich jemanden, der ihn begleitete und ihm rein praktisch die Einkaufskörbe trug.

Die Türglocke über seinem Kopf bimmelte hell, als er über die Schwelle des Ladens trat. In den Auslagen des Schaufensters hatten sich nur billige Kupferstücke und ein paar feine Gürtelschnallen auf hellgrünem Samt befunden. Hier drinnen sah es beinahe ebenso enttäuschend aus. Doch das machte nichts. In einer Stadt voller Diebe und Piraten war es ratsam, die wertvollsten Stücke an verborgener Stelle zu halten. Durch schräge Fenster in der Decke fiel dennoch ausreichend Licht für die Arbeit eines Goldschmiedes hinein, der Geruch von Leder und warmen Metall hing in der Luft und hinter dem Tresen sah ein weißhaariger Mann von seinem Werk auf. Jack nickte ihm zu.

"Was kann ich für Sie tun, Signore?"

Jack wollte antworten, als ihn ein neues Schaudern durchfuhr. Die feinen Härchen auf seinen Armen stellten sich auf und er musste sich für eine Sekunde am Tresen festhalten, um dem Spanier nicht auf das funkelnde Werksstück zu kotzen. Schmerz umspannte seinen Schädel, ausgehend von einer Stelle an seinem Hinterkopf.

Ink & PoisonWo Geschichten leben. Entdecke jetzt