Nassau. Das Reich der Piraten. Klares Gewässer, Sonne, Gleichgesinnte und endlich kein Bedarf mehr, ihre Liebe zueinander geheim zu halten.
Alles scheint perfekt, die gemeinsame Zukunft gesichert und nichts dem Abenteuer des Lebens mehr im Wege.
Do...
“I don't feel safe in this bed, There are voices in my head, I've been talking to the dead, And itsuffocatesme, hmmm, Oh, I can't breath, I said oh, I can't breath, All I know is I forgot how tobeme” - Ren x Chinchilla - How ToBeMe
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Es musste bereits auf Mitternacht zugehen. War er noch immer wach? Oder wieder? Hatte er geschlafen? Oder war er in einer süßen, viel zu kurzen Ohnmacht versunken, nachdem ihre intime Version des Tanzes geendet hatte?
Im Schwarz und Weiß des nächtlichen Mondlichts schreckte er hoch. Sein Herz schlug gewaltsam in seiner Brust. Sein Atem ging schnell und er musste ein Würgen unterdrücken, um nicht eine imaginäre Menge an Salzwasser auf die Planken neben der Koje zu erbrechen.
Anne! Wo war Anne? Wo …
Sie schlief. Neben ihm. Der Schein des runden Himmelskörpers küsste ihre bleiche Haut. Schwer atmend wischte er sich den kalten Schweiß von der Stirn und beschloss sie nicht zu wecken. Aber bei allen Untiefen. Er musste etwas tun. Er musste wieder auf die Beine kommen. Viel zu lange ignorierte er seine psychische Verfassung schon und lenkte sich mit Alkohol, Zigaretten und Sex ab. Und es half nicht. Im Gegenteil, es wurde schlimmer. Er musste mit irgendjemandem darüber sprechen.
Ohne einen weiteren bestimmten Plan im Sinn zu haben, schlich er aus dem Schlafgemach und schlüpfte leise in seine gewohnten Sachen. Den Gedanken an den Zaubertrank der Hexe schob er gewaltsam beiseite. Seine Schritte führten ihn an Deck. Die Wache haltenden Männer nickten ihm grüßend und schweigsam zu, als wäre es nichts Ungewöhnliches, ihm zu jeder erdenklichen Tages- und Nachtzeit zu begegnen. Leise begab er sich hinunter zu den Krankenlagern. Für einen kurzen Augenblick zog er es in Betracht, an Mary Reads Tür zu klopfen, doch dann kam ihm ein Gedanke, den er schon vor drei Tagen gehabt hatte.
Ben.
Lautlos öffnete er die breite, grob gezimmerte Pforte, die in die Behandlungsräume führte. Das Bild, das sich ihm bot, war das gleiche wie vor ein paar Tagen auch, als er den Ort mit Anne aufgesucht hatte. In Dunkelheit getaucht. Bens Silhouette auf einer der Pritschen. Ein Junge, der in seiner Nähe Wache hielt.
Zuerst dachte er, sein Bruder würde schlafen, doch dann bewegte sich dessen Gestalt im nächtlichen Zwielicht.
“Bist du wach?”, flüsterte Jack für den Fall, Ben hatte sich doch nur in eine bequemere Position begeben und schlummerte tief und fest.
“Ich bin, verflucht noch mal, immer wach, Jack!” Die ungehaltene Stimme drang durch die Dunkelheit zu ihm herüber. “Was immer es ist, aber es lässt mein Herz so verflucht schnell schlagen, dass ich zu keinem Moment ein Auge zu tun kann!” Jack erschrak, als er erkannte, wie heiser Ben klang. Er trat ein und schloss die Tür hinter sich. Mit einem Nicken seines Kopfes schickte er den aufgeschreckten Helfer Reads aus dem Raum und ließ sich neben Ben nieder. “Willst du kein Licht?”