Nassau. Das Reich der Piraten. Klares Gewässer, Sonne, Gleichgesinnte und endlich kein Bedarf mehr, ihre Liebe zueinander geheim zu halten.
Alles scheint perfekt, die gemeinsame Zukunft gesichert und nichts dem Abenteuer des Lebens mehr im Wege.
Do...
"I don't wanna be your friend, I wanna kiss your lips. I wanna kiss you until I loose my breath." ~ I wanna be your girlfriend von Girl in red
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Lieber Winston, lieber Grayson,
Wenn ihr das hier lest, dann bin ich nicht länger am Leben. Aber kein Grund, die Köpfe in den Sand zu stecken. Ich will euch erzählen, wie meine letzten Monate auf den Kanaren waren. Würdet ihr mir glauben, dass ich trotz meiner Krankheit eine Frau gefunden und sie sogar geehelicht habe? Jetzt schau doch nicht so ungläubig, Winny! Du hast selbst erlebt, wie verrückt die leichten Mädchen in Indien nach meinen roten Haaren waren! Den Damen hier erging es nicht anders. Und was soll ich euch sagen? Livia ist die schönste Frau, die ich jemals zu Gesicht bekommen habe! Euch beiden würden vor Neid die Augen ausfallen!
Ich hab sogar ein Kind. Nicht mein eigenes. Der Knabe stammt aus Livias erster Ehe. Ein strammer junger Kerl von sieben Jahren, auf den ich nicht stolzer sein könnte. Ich habe Livia gebeten, ihm nachträglich einen Zweitnamen zu geben. Jetzt heißt er Miguel Winston. Spart euch euer Lachen! Ich weiß selbst wie albern das klingt, aber ich wollte unbedingt dein Vermächtnis weitergeben, da ich mir sicher bin, du heiratest nie, Winny.
Hier und dort schnappe ich mal etwas von euren Abenteuern auf, die so rum erzählt werden. Stimmt es denn, dass der Käpt'n tatsächlich ein Weib hat? Und dass das Weib tatsächlich die Navigatorin ist? Anne Bonny soll sie heißen. Das ist doch wahrlich verrückt.
Was meine Gesundheit angeht, so geht es mir mal besser, mal schlechter. Lange hatte ich Angst vor dem Tod, mittlerweile nicht mehr. Und ich werde euch auch nicht von meinem Ende schreiben. Behaltet mich so in Erinnerung, wie ich war. Genauso, wie ich euch in meinen Gedanken behalte.
Irgendwann sehen wir uns wieder, meine Freunde. Hoffentlich ist das aber nicht schon morgen, sondern erst in vielen, vielen Jahren. Gehabt euch wohl.
In Liebe Theodore Little
Anne heulte wie ein Schlosshund. Tränen rannen ihre Wangen hinab, tropften auf das Pergament und verwischten die Tinte an manchen Stellen. Wie schön und gleichzeitig traurig diese letzte Nachricht von ihrem Freund doch war. Bittersüß.
Sie hatte nicht daran geglaubt, jemals wieder etwas von ihm zu hören. Und dass es so etwas Wundervolles sein würde, hätte sie schon zweimal nicht gedacht. Sie war so froh, dass Theodore seinen letzten Weg mit Menschen an seiner Seite angetreten hatte, die ihn liebten. Und sie war erleichtert, dass er nicht von Winstons Tod erfahren hatte. Anne hatte ihm damals ein Versprechen gegeben. Dass sie auf Winston aufpassen würde. Sie hatte kläglich versagt. Aber nicht nur darin.