Wie Schuppen von den Augen

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25. April 1822
Atlantik, Kurs Richtung Nassau

"This is not another story
This is not another drill
I refuse to be another number now, never staying down
This is something real
I'm a name that you'll remember
I am more than just a thrill
I am gonna be the greatest ever now, watch out
I'm a force that you will feel
And it goes something like
Ooh
I'm victorious
Ooh
It's my time
Ooh
There's no stopping this
'Cause I was born for this
I do it for the glory"
- Glory von The Score

"This is not another storyThis is not another drillI refuse to be another number now, never staying downThis is something realI'm a name that you'll rememberI am more than just a thrillI am gonna be the greatest ever now, watch outI'm a force that...

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Es war ein überwältigender Anblick, der sich ihm da bot. Einunddreißig mächtige, majestätische Schiffe, die sich aneinander reihten, bereit das Königreich der Piraten mitsamt seiner Bevölkerung zu vernichten.
Ein freudiges, gleichsam nervöses Kribbeln jagte durch seine Venen, während er an der Reling der Aurora stand und die vielen Fregatten betrachtete.

Morgen war es soweit.
Morgen würde Jack Calico sein Ende finden und Anne endlich wieder in seinen Armen liegen. Nun ja ... fast. Sobald er ihre Begnadigung erreicht hatte, auf die er stetig weiter hin arbeitete.

Zufrieden mit seinen Vorstellungen führte er das glimmende Rauchwerk an seine Lippen und nahm einen tiefen Atemzug. Die Hanfpflanze entfaltete schon kurz darauf ihre Wirkung, legte sich beruhigend auf seinen Verstand und nahm ihm die Schmerzen in seinen fehlenden Gliedmaßen.

Sobald die Entzugserscheinungen des Opiums, das Kotzen, Zittern und Schwitzen, abgeklungen waren, war das Stechen und Brennen in seinen Fingerstümpfen zurückkehrt. Bolitho hatte bemerkt, wie er verkrampft seine Hand gehalten und versucht hatte, sich seine Pein nicht anmerken zu lassen. Und er hatte ihm geholfen. Nicht indem er ihm neues Opium zu schlucken gegeben, sondern ihm seinen fähigsten Schiffsarzt an die Seite gestellt hatte. Einen Chinesen, der Zugriff auf viel bessere Heilmittel besaß, als jeder Brite oder Amerikaner, den er bisher kennengelernt hatte. Es machte ihn nicht länger wahnsinnig, wie das Teufelszeug, das Read ihm eingeflößt hatte. Im Gegenteil, es nahm ihm jegliches Schmerzempfinden und doch konnte er noch weitestgehend klar denken, wenn er denn nicht zu viele Züge tat.

„Da bist du ja", erklang die Stimme seines Retters zu seiner Linken.

Samuel wandte Adam den Blick zu. Der Admiral strahlte förmlich in seiner roten Uniform. Das schulterlange, braune Haar hatte er sich ordentlich im Nacken zusammengebunden und den Scheitel heute nicht unter einer Schirmmütze verborgen. Seine Miene war nichtssagenden, während er Samuel bedachte. „Es gibt noch etwas zu besprechen, ehe wir dieses gottverlassene Eiland erreichen."

Samuel nickte, drückte seine Medizin am Holz der Reling aus und folgte dem Käpt'n der Aurora anschließend in seine Kajüte. Überraschender Weise saßen die Golden Brüder, Van denn Berg und Desna bereits an dem übergroßen Arbeitstisch. Ihnen gegenüber ein Mann der sich Pearl nannte und ein weiterer, den Samuel noch nie gesehen hatte.
Auch Lady Audrey und der Geistliche waren anwesend. Selbst als Desna sie von dem Mast befreit hatte, hatte Trotz in ihren Augen gefunkelt. Doch jetzt erkannte Samuel nichts anderes als stille Resignation in ihnen. Er wollte gar nicht wissen, wie Adam mit seiner Frau verfahren war, sobald sie unter sich gewesen waren. Noch immer tat es ihm leid, dass er die Peitsche geschwungen hatte, doch ihm war keine Wahl geblieben.
Friedrich stand neben ihr, wie beinahe immer die Bibel an seine Brust gepresst und bedachte die Anwesenden mit scharfem Blick. Als wollte er versuchen, jede noch so unbedeutend erscheinende Sünde von den Seelen abzulesen.

Ink & PoisonGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt