Schneise der Verwüstung

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27. April 1922 - Nassau

“Nothing, nothing, nothing gonna save us now. There's broken silence, By thunder crashing in the dark. This world can't hurt you, It cuts you deep and leaves a scar. Things fall apart, but nothing breaks like a heart” - Miley Cyrus, Nothing breaks like a heart.

“Nein!”

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“Nein!”

Sein Schrei verhallte ungehört im Donner und Rauschen der Wellen, die sie mit jeder Woge gegen die feindliche Fregatte drückten. Weg von der offenen See, weiter hinein in das Riff.

Jack kniff die Augen zusammen. War das Desna? Verflucht, was tat das ehemalige Küchenmädchen an Bord von Bolithos Schiff? Seine Lider weiteten sich kurz, als er begriff. Cherleton. Die Golden Brüder … Womöglich hatten sie sich dem Feind angeschlossen.

Machtlos sah er zu, wie Jaspals Schwester sich von Anne über die Reling ziehen ließ und beide Frauen für den Bruchteil einer Sekunde an der Reling niedersanken. Sie mussten schnell sein. Ihnen blieb keine Zeit für eine Verschnaufpause.

“Löß die Leinen, Jack!” Jonahs nervöse Stimme in seinem Ohr.

“Nein!”

Sein Blick zuckte zu der hochgewachsenen Gestalt Bolithos. Flackerte panisch gleich dem ausgebrochenen Feuer über das Deck, als der Mann einen Fuß vor den nächsten setzte, um sich auf das niedere Deck zu begeben. Dorthin, wo Anne eindringlich auf Desna einredete.

“Nein!” Ihm entfuhr ein wütender Fluch. Er zog seine Waffe aus seinem Gürtel, entsicherte und zielte. Sein erster Schuss ging daneben. Jack eilte die Treppe hinunter. Auch sein zweiter Schuss verfehlte den Offizier. Zum Henker, zitterte seine Hand von dem Entzug des Schlafmittels so stark? Er kam nicht dazu, sich weiter darüber zu wundern, als er über einen der gefallenen Männer an Deck stolperte. “Feuert!”, entfuhr es ihm atemlos, während er sich wieder aufrichtete. “Feuert auf den Käpt'n des Schiffes!”

Ein paar Kugeln flogen in dessen Richtung und eine fegte ihm tatsächlich den Hut vom Kopf. “Anne!” Er rief ihren Namen. Laut und immer wieder, doch seine Stimme wurde vom Lärm des Kampfes um sie herum zerfetzt. Seine Worte erreichten sie nicht. Hastig schob er sich durch die kämpfenden und feuernden Männer, die noch immer die Leinen an Ort und Stelle hielten, die sie mit der Aurora verbanden.

Verflucht, der Bastard hatte sie beinahe erreicht. Alles Blut stockte in seinen Venen, brachte seinen unregelmäßigen Herzschlag zum Stolpern, als Jack den Schimmer eines Erkennens über Bolithos Züge huschen sah. Verflucht. Nein. Das durfte nicht passieren. “Anne!” Noch einmal rief er ihren Namen, schob sich verzweifelt durch die wogenden Leiber, die an ihm zerrten und ihn nicht durchlassen wollten, als befände er sich in einer See aus schwarzem, klebrigen Teer. Panik schnürte ihm den Hals zu, nahm ihm die Luft zum Atmen. Wild zuckende Lichter tanzten am Rande seiner Wahrnehmung, doch er kämpfte sich weiter, bis er den letzten Mann plötzlich hinter sich gelassen hatte. Ein tiefer Atemzug füllte seine Lunge. Sein Sichtfeld klärte sich.

Ink & PoisonGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt