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Wie ein gleißender Blitz brannte die Kugel einen Streifen an meiner Schläfe entlang und die Wucht des Schusses sandte Schockwellen durch mein bereits stark angeschlagenes Gehirn

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Wie ein gleißender Blitz brannte die Kugel einen Streifen an meiner Schläfe entlang und die Wucht des Schusses sandte Schockwellen durch mein bereits stark angeschlagenes Gehirn.
Ich hatte nicht großartig nachgedacht und Sarina einfach auf der Schussbahn geteckelt. Jetzt lagen wir beide übereinander, beide von einer Schussverletzung blutend und Eisblock richtete mit einem wütenden Knurren seine Waffe wieder neu aus.
„Dämliches Stück! Glaubst du etwa, du hast sie damit gerettet? Oder dass ich dich für deine Selbstlosigkeit mit deinem Leben davon kommen lasse? Es ist mir völlig egal, wen von euch beiden Drecksschlampen ich zuerst abknalle ..." zischte das Arschloch und ging vor uns in die Hocke.
Ich konnte mich kaum richtig auf diese Bedrohung konzentrieren, denn mein Körper schaltete ab. Meine Sicht verdunkelte sich immer mehr und nach und nach ließen die Schmerzen nach.
Meine innere Stimme wisperte kraftlos, dass dies nichts Gutes bedeuten konnte.
Ich war so am Ende, dass ich drohte hinüberzugleiten.
Meine Gedanken wanderten zu meinem Patenkind, zu meinem Baby ...
Wie würde ihre Zukunft aussehen?
Würden Val und Daddy P sie aufnehmen?
War Kiki in der Lage, auch den gewaltsamen Tod ihrer zweiten Mutter zu überstehen?
Oh, mein armes, geliebtes Mädchen ... Mein Herz weinte, während Sarina meinen Kopf behutsam auf ihren Schoß zog und trotzig den russischen Hurensohn anfunkelte.
„Na, mach schon. Beweis uns allen, was du für ein elendiger Feigling bist! Zwei verletzte und unbewaffnete Frauen abzuknallen, zeugt wirklich von charakterlicher Größe."
Auch wenn meine Sicht mittlerweile nur noch aus einer ewigen Nacht zu bestehen schien, waren alle anderen Sinne aufs schärfste angespannt.
Ich konnte jede Bewegung des russischen Eisklotzes dermaßen gut hören, als hätte ich Fledermäuse in meiner Ahnenreihe gehabt. Ich hörte den Stoff knistern, als er sich wieder erhob und dann das hämische Gackern des durchgeknallten Irren.
„Weißt du, Prinzesschen ... daran, die Befehle meines Pakhans auszuführen, ist nichts feige. Du hast deinen Vater verraten. Das ist unverzeihlich, daher wirst du sterben. Aber ich bin gnädig ... anstatt dich wie befohlen zu foltern, kriegen du und deine Schlampenfreundin einfach nur eine Kugel in den Schädel."

„Ach, ich weiß nicht ... ich würde mich da der blondierten Nervensäge anschließen und es feige nennen!"
Ooooh ... diese dunkle, grollende Stimme würde ich doch überall erkennen!
Das leise Klatschen einer mit einem Schalldämpfer bestückten Waffe war zu hören und mit einem wütenden Grunzen ließ Vitali sein Schießeisen fallen.
Kurz darauf brach Chaos aus und dann spürte ich die beängstigende Präsenz des Neuankömmlings, als er neben Sarina und mir niederkniete.
„Pakhan, hm? Ganz schön vermessen von deinem Alten, sich von seinen Männern Pakhan nennen zu lassen. Der Scheißer hat anscheinend einen stark ausgeprägten Todeswunsch."
Eine warme große Hand legte sich an meine Wange und dann strichen die Finger sachte durch das Blut, welches durch den Streifschuss von meiner Schläfe mein halbes Gesicht und Hals bedeckte.
„Kleine Diebin ... dich hat es ja ganz schön erwischt, hm? SERGE! HOL DEN WAGEN NÄHER RAN! Halt ja durch, Mädel! Wenn du mir unter den Händen wegstirbst, zieht Maxim mir die Haut bei lebendigem Leib ab!"
„Kiiikiiii ...", lallte ich mit Mühe und Sarina stöhnte leise, als sie sich unter mir bewegte und dann rief die blonde Frau:
„Kleine Maus? Du kannst jetzt rauskommen!"
Rauskommen?
Nein!
Bloß nicht!
Sie durfte mich doch auf keinen Fall so sehen, blutend, sterbend ... Kiara würde bis an ihr Lebensende Alpträume haben!
„Wo ist denn meine kleine Prinzessin?", grummelte der Mann und dann tapsten kleine Kinderfüße auf dem Beton.

„ONKEL DEGO!"
„Lass sie mich nicht so sehen", bekam ich gerade noch rechtzeitig heraus, da erhob sich der Riese schwungvoll und fing meine Kleine ab, bevor sie einen genauen Blick auf mich werfen konnte.
Sarina atmete erleichtert auf und flüsterte matt: „Tut mir leid, ich hab nicht nachgedacht. Ich wollte nur nicht, dass sie hier allein zurückbleibt ..."
Ich versuchte ihr beruhigend zu zulächeln, aber mein Körper schien nun völlig eingefroren zu sein.
Schritte kamen auf uns zu, dann schoben sich starke Arme unter mich und ich schwebte ...
„Diego! Bring das Kind zu Irina. Sarina und Alessia kommen mit mir. RAPHAEL? KÜMMERE DICH GEFÄLLIGST UM DEINE FRAU! Und wir sollten uns beeilen ... die kleine Diebin will sich davonstehlen!"
Sergej legte mich behutsam auf den Beifahrersitz ab und schnallte mich rasch an. Autotüren wurden geöffnet und wieder geschlossen, dann brüllte Maxims Stellvertreter: „TÜTET DIESE SCHWACHMAATEN EIN UND BRINGT SIE INS LAGERHAUS!"
Danach schwang er sich in den Fahrersitz und gab Zunder. Langsam wurde mir klar, dass wir in Sicherheit waren und ich mich entspannen konnte.
Das Adrenalin, welches mich bis dato am Leben erhalten hatte, versiegte allmählich und die Abwärtsspirale begann sich zu drehen.
Meine Körpertemperatur sank rapide und mein Herz begann zu stottern ... es ging zu Ende ...
Aber das war ok ...
Kiki war nicht mehr länger in Gefahr und Sarina würde es schaffen ...
Ich konnte gehen ...




„FUCK! Alessia? Mädchen? Bleib bei mir!" Sergej fluchte haltlos wie ein Seeräuber, dem man seinen Schatz gemopst hatte, als Alessias Kopf zur Seite sank und ihre Atmung schwächer und schwächer wurde

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„FUCK! Alessia? Mädchen? Bleib bei mir!" Sergej fluchte haltlos wie ein Seeräuber, dem man seinen Schatz gemopst hatte, als Alessias Kopf zur Seite sank und ihre Atmung schwächer und schwächer wurde.
Nein!
Das durfte doch nicht sein!
Ich hatte sie doch da herausgeholt ... alles riskiert und es sollte dennoch umsonst gewesen sein?
Raphael presste seine Hand fest auf die Schusswunde in meinem Bauch. Ich hatte zwar viel Blut verloren, aber ich glaubte trotzdem nicht, dass etwas Lebenswichtiges getroffen wurde. Mir ging s auf jeden Fall besser als meiner Freundin, was mir ein entsetzlich schlechtes Gewissen verpasste.
„Liebling? Halt durch, ja?" flüsterte mein Geliebter voller Sorge und drückte mich mit dem freien Arm fest an sich.
„Ich hab sie doch herausgeholt ... sie darf jetzt nicht sterben! Nicht nach alldem! Wir sind doch herausgekommen! Und ich hab sogar noch Mamas Rosen überfahren! Sie darf jetzt nicht sterben, Raphael, sie darf NICHT STERBEN!"
Ich brabbelte ... Ich wusste, dass ich brabbelte, aber aus irgendeinem Grund war ich nicht mehr in der Lage, mich vernünftig zu artikulieren ... und dann begann ich zu weinen.
Heftig und derart hysterisch, dass Sergej nur genervt über seine Schulter brüllte: „SARINA! REISS DICH ZUSAMMEN! ICH MUSS MICH KONZENTRIEREN, DAMIT ICH UNS NICHT GEGEN DIE NÄCHSTE WAND FAHRE!"
Mein Leibwächter drehte daraufhin meinen Kopf zu sich und ich vergrub mich an seiner Brust, nicht fähig, meinem Nervenzusammenbruch Einhalt zu gebieten.
Und so bekam ich nur am Rande mit, dass Sergej mit einem U-Turn vor der Notaufnahme eines Krankenhauses zum Stehen kam und mit seiner Faust auf der Hupe herumhämmerte.
Ein wahrer Strom von Mitarbeitern flutete aus dem Gebäude. Die Beifahrertür wurde aufgerissen und Alessia auf eine Trage gewuchtet.
Dann verschwanden alle wieder ... wie ein Spuk bei Sonnenaufgang.
Nur zwei Krankenschwestern standen noch neben dem Auto mit einer zweiten Liege. Oh, stimmt ja ... mir ging es ja auch nicht gerade prickelnd.
Mit Raphaels Hilfe stieg ich aus, dann hob er mich auf die Bahre. Liebevoll strich er mir über die Wange, beugte sich vor und küsste mich hauchzart auf die Lippen.
„Entspann Dich, meine Liebste. Es ist vorbei ... ihr seid in Sicherheit."
Vorbei?
Hier war gar nichts vorbei!
Selbst wenn Alessia und ich diesen Tag beide wie durch ein Wunder überleben würden, fing der ganze Scheiß gerade erst an ...
New York würde in einen Bandenkrieg epischen Ausmaßes gefangen werden, denn was meine dämlichen Eltern getan hatten, würde Maxim Suderow niemals auf sich sitzen lassen.
Auch wenn man außer Acht ließ, dass Alessia nicht seine angetraute Frau war, er hatte ein eindeutiges Interesse an ihr gehabt und zu alldem hatte mein Vater sich den Titel des Pakhan angemaßt, obwohl es nur einen davon an der gesamten Ostküste gab.
Die Tage meines Erzeugers waren gezählt ... die einzige Frage war nur, wie weit greifend der Zorn des einzig wahren Pakhan sein würde.
In wie viel Blut würde diese Stadt ertrinken, bevor Maxims Rachedurst gestillt war ...

Es begann mit einem RingWo Geschichten leben. Entdecke jetzt