Ich weis nicht was mit ihr los ist, aber Kira tauchte, wie aus dem nichts einfach so auf. Blockierte mir plötzlich den Weg ab und packte mich wortlos an die Hand. Zerrte mich anschließend in ein Auto. Verwirrt lies ich das alles über mich ergehen und siehe da, wir sind in einem noblem Restaurant.
Irgendwie fühle mich jetzt fehl am Platz. Kommt wohl von meiner äußerst unpassenden Kleidung. Sportlich und schlicht. Während sie total schick gekleidet ist.
Mit solch Spontanen Aktionen komme ich absolut nicht zurecht. Sie hätte mich wenigstens vorwarnen können, dann hätte ich mich auch dementsprechend besser vorbereitet.
"Was suchen wir hier?" frage ich verunsichert und setzte mich jetzt ihr gegenüber.
"Essen." antwortet sie mir stumpf.
Gleichzeitig kommt einer der Kellnerinnen und nimmt die Bestellung auf. Kira wählt Lammfilet mit mediterranem Schmorrgemüse und ein Glas Rotwein. Daher ich kaum Ahnung habe, was hier angeboten wird, wähle ich eine einfache Portion Spaghetti Bolognese mit Cola.
Die Damen sehen mich schief aun und machen sich plötzlich Wortlos über mich lustig. Danach begibt sie die Kellnerin erneut an die Arbeit. Der Tag wird jedenfalls immer schlimmer.
Kurzzeitig herrscht sogar eine komplettes Schweigen.
Bis ich mich ermutige und ihr sage: "Ich weis nicht, ob ich mir das hier leisten kann."
"Darüber brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Das Restaurant läuft unter meinem Namen." antwortet sie mir irgendwie total gereizt. Sie ist mir plötzlich so fremd. Wir haben zwar einige male miteinander geredet, aber so kalt kam sie mir nie entgegen. Jedenfalls bis heute.
"Fühlst sich die Prinzessin unwohl?" fragt sie mich nun und ich staune über ihre Worte.
"Prinzessin? Ich weis zwar nicht was hier los ist, aber du scheinst wütend zu sein. Habe ich irgendetwas verbrochen?" frage ich direkt heraus und komme auf den Punkt.
Sie spielt mit ihrem Besteck und antwortet mir mit: "Ich mag dich nicht mehr."
Okay! Ich verstehe zwar nicht weshalb das so ist, aber wieso zur Hölle sitze ich dann hier??
"Und ich hörte auch, das ihr beide fleißig am Knutschen wart!" fügt sie hinzu.
Sie bezieht das eindeutig auf Malwin. Wobei ich mich frage, woher sie davon Kenntnis hat? Schließlich hatte das kaum einer mitbekommen.
"Wer hat dir die Information zugesteckt?" frage ich direkt heraus.
"Malwin. Er erzählt es bereits der gesamten Schule." antwortet sie mir.
Das ist wie ein Schlag ins Gesicht.
"Jedenfalls wollte ich dir sagen, das du ein Flittchen bist." setzt sie fort.
Entsetzt sage ich wütend: "Was fällt dir ein?"
Sie hingegen lächelt auf und antwortet mir mit: "Vorsicht. Unterschätze mich nicht."
Tatsächlich bedroht sie mich. Dementsprechend komme ich ihr auch schroff entgegen und sage: "Vor dir habe ich keine angst. Du kannst mir nichts anhaben!"
"Ich habe gesagt, was ich zu sagen hatte. Du solltest nun gehen, denn wie du ja bereits erwähnt hast, kannst du dir das hier nicht leisten." kommentiert sie dreist.
Ich lasse mich von ihrer Aussage nicht beirren und erhebe ich mich. Gehe in keine weiteren Konflikte mehr ein. Stumpf bewege ich mich an ihr vorbei und gehe direkt zum Ausgang. Als hätte mich mein Glück verlassen, regnet es plötzlich so stürmisch auf mich herab. In nur wenigen Sekunden werde ich Klitschnass und bewege mich nun gereizt in eine beliebige Richtung. Orientierungslos schreite ich voran und blicke des öfteren um mich. Vor allem in den dunkelsten Gassen fühle ich mich beobachtet und verfolgt. Langsam aber sicher werde ich paranoid und fische nach meinem Smartphone. Als wäre ich nur vom Pech verfolgt, schnappt plötzlich ein fremder und vermummter Bursche nach meinem Handy. Nachdem ich mich sogar etwas zur Wehr setze, holt er grob aus und boxt mir mit voller Wucht ins Gesicht. Ein leichter knacks und schon strömt mir Blut aus der Nase. Somit lasse ich endgültig locker. Er ergreift die Chance und läuft davon. So stehe ich nun mitten im Regen, mit einer verletzten Nase. In einem fremden Ort. Wenigsten habe ich noch ein wenig Kleingeld und kenne die Nummern auswendig. So suche ich gezielt nach einem Münztelefon. Werfe das Geld ein und wähle Jeremys Nummer. Zur Zeit will ich nichts von Malwin hören.
"Hallo?" spricht er schlafend in den Höhrer.
Gott sei dank hob er ab.
"Ich bin es, Sarina. Ich kann nicht lange reden aber ich bin im Zentrum der Stadt. An einer Shell Tankstelle. Gegenüber liegt die Kaserne. Könntest du mich bitte abholen?" frage ich und versuche dabei etwas schneller zu reden.
Mir bleiben nur noch mehr wenige Sekunden und ehe ich was von ihm höre, wird die Verbindung gekappt. Obwohl ich mir nicht sicher bin, ob er mich auch wirklich verstanden hat, bleibe ich wie verwurzelt an der Stelle stehen.
Es vergehen sogar stunden. Die Nacht bricht herein. Immer noch kein Jeremy. Mir ist auch total kalt, meine Nase schwillt an. Meine Laune sinkt und ich frage mich des öfteren warum der Typ sich nur so auf mein Handy fixiert hat. Alles andere war ihm total egal.
"Sarina?" höre ich von einem Auto heraus.
Endlich! Jeremy bleibt mit dem Wagen direkt vor mir stehen und kurbelt das Fenster hinunter. Ich steige prompt ein und entsetzt blickt er mir auf die Wunde.
"Was ist passiert?" fragt er mich und ist kaum noch zu beruhigen.
Seufzend erkläre ich ihm den Raubüberfall. Das ich eigentlich spazieren wollte und er wie aus dem nichts erschien. Wie er sich dann noch mein Smartphone schnappte, zuschlug und davonlief. Das ich ebenso nichts an ihm erkennen konnte und somit lies ich Kira komplett außen vor.
Jeremy hört mir besorgt zu. Anschließend fährt er mich in eine nahelegende Klinik. Angekommen werde ich gründlichst untersucht.
"Die Untersuchungsergebnisse sind sehr positiv. Es ist nur eine kleine Prellung. Sie ist bei bester Gesundheit und ein richtiges Glückspilz." sagt der Arzt lobend und verabschiedet sich.
So erheben wir uns und gehen zum Ausgang. Danach hält Jeremy inne.
"Es tut mir leid, das ich nicht eher kommen konnte. Malwin hatte die Schlüssel und wusste nicht mehr wo er sie abgelegt hat." entschuldigt er sich.
Ich werde alleine schon beim Namen Malwin wütend.
"Das ist nicht so schlimm, Hauptsache ich konnte mich auf dich verlassen." sage ich direkt heraus.
Er bemerkt meine bedrückte Stimmung und nimmt mich plötzlich in den Arm. Zuerst bin ich total überfordert, doch nach und nach fühlt es sicher immer besser an. Also umklammere ich ihn fest und werde tatsächlich total emotional. Zum ersten mal in meinem gesamten Leben heule ich wie ein Baby los. Er drückt mich umso fester zu sich. Küsst und streicht mir durch den Kopf. Anschließend, als ich mich wieder etwas beruhige schauen wir uns nun starr in die Augen. Alles um uns herum verblasst. Ich nehme nur noch mehr Jeremy wahr. Jedes Geräusch stumpft vollkommen ab. Nur das pochen meines Herzens wird immer stärker. Währenddessen legt er die Hände auf meine Wangen nieder. Ich blicke zu ihm hoch und sehe wie er sich dann leicht zu mir beugt.
Ich dachte er würde mich auf den Mund küssen, doch es war die Stirn. Daraufhin flüstert er mir ins Ohr: „Ich bin immer für dich da. Egal was auch geschieht, du kannst dich immer auf mich verlassen."
Die schönsten Worte die ich je bekam. Angenehm, wärmend und liebevoll. Ich kann mich glücklich schätzen. Ich bin umgeben von solch guten Menschen. Ehrlich gesagt, begegnet man auch nicht oft, den netten, warmherzigen Jeremy. Darum ist jeder dieser Momente ein wunderschöner Augenblick, welches ich auch in vollen Zügen genieße.
„Danke." bedanke ich mich verlegen und kann mein Glück kaum fassen.
„Dann wollen wir mal nachhause." sagt er nun und erwidert mein Lächeln.
....... Nachhause? .......
Das klingt sehr angenehm und fühlt sich gut an. Ich habe endlich ein Zuhause gefunden, aber dieses Zuhause wäre niemals ein Zuhause, wenn Jeremy und Malwin nicht ein Teil davon wären. Deswegen kann ich keinem von ihnen auf dauer Böse sein.
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Heartbeat (B1)
RomansHierbei handelt es sich um eine junge Dame, welches noch lernen muss was Gefühle bedeuten. Auf ihrem Weg lernt sie dabei zwei wunderbare junge Männer kennen, die nicht unterschiedlicher sein können. Hier prallen somit diverse Charaktere aufeinander...
