Jedes Jahr, zur selben Zeit geht es tief in den Wald. Wir machen uns alle auf dem Weg in einen zweitägigen Campingausflug. Jeremy und ich nehmen zum ersten mal teil, denn bis zum heutigen Tag haben wir nur geschwänzt. Mittlerweile wollen wir in Sarinas nähe bleiben. Währenddessen suche ich immer noch verzweifelt nach dieser unbekannten Kira.
„Noch immer beleidigt?" fragt mich Jeremy im Bus und setzt sich unerlaubt zu mir.
Sarina ist mit ihrer Klasse schon längst Unterwegs. Unsere ist die Letzte.
„Ja!" sage ich schroff und vermeide jeglichen Blickkontakt.
Den gestrigen Tag werde ich nicht so einfach vergessen können. Schnecken und Demütigung. Schlimmer konnte es nicht kommen.
„Ich sollte hier der Beleidigte sein. Du hast schließlich meinen Geburtstag vergessen und dabei geglaubt es wäre Sarina ihre." sagt er und wirkt noch sehr gelassen.
„Als wären wir die perfekten Brüder! Falls du das noch nicht bemerkt hast, zwischen uns läuft es nicht besonders gut!" sage ich und starre ihn wütend an.
Er sagt daraufhin: „Egal wie sehr wir uns auch streiten. Man sollte den Geburtstag nicht einfach so vergessen. So wie ich nie deinen vergessen habe. Hasse mich soviel du willst, aber finde wenigstens einen guten Grund dazu."
Ich stumpfe ab. Was sollte das eben? Immer wieder schafft er es aufs neue mir Schuldgefühle einzureden. Wie ich das verabscheue.
„Okay! Wie du willst! Alles gute zum Geburtstag du alter, abgenutzter Sack."
Dabei ist er gerade mal die Zweiundzwanzig.
„Idiot." sagt er plötzlich und zwickt mich hinterhältig in den Oberarm.
Stöhnend massiere ich mir die Stelle und schweigend lassen wir uns diesmal in Ruhe. Die ganze Fahrt über spricht niemand von uns den Anderen an und als wir endlich aussteigen ein bisschen Wandern, ein bisschen durch den dichten Wald und schon sind wir an unserem Zielort angekommen. Es sind bereits sehr viele Zelte, von klein bis groß aufgestellt. Einige sammeln bereits Holzstücke und andere richten, für den heutigen Abend ihren Schlafsack her. Jetzt sollte ich auch beginnen, sonst werde ich vor Sonnenuntergang nicht mehr fertig. So suche ich mir einen freien schönen Platz und mache mich an die Arbeit. Es ist nicht einfach. Total Tollpatschig und mit einigem an körperlichem Einsatz bekomme ich mein Zelt halbwegs hin. Anschließend breite ich meinen Schlafsack aus, lege meinen Koffer zur Seite und hole mir noch etwas zu essen. Der Wald ist riesig und solch ein durcheinander. Deshalb werden die Klassen jeweils Farben unterteilt. Das erkennt man an den farbigen Stirnbänder. So bekommen die gesamten Klassenlehrer eine bessere Übersicht.
„Weist du was ich herausgefunden habe?" entreißt mich Jeremy aus den Gedanken..
Ich stehe an dem Fluss und fülle meine Flasche. Kurz schaue ich über die Schulter. Jeremy kommt hinter einem der Busch hervor.
„Was hattest du dort zu suchen?" frage ich neugierig.
„Nein. Ich musste nur mal kurz."
„Müssen wir etwa alle unser Geschäft hinter Bäumen und Büschen erledigen?" frage ich entsetzt und erhebe mich hoch. Schließe die Flasche und blicke ihn dementsprechend auch entsetzt an.
„Ja Prinzessin. Das nennt man ja auch Campingausflug. Wir stehen mitten im Wald und nicht inmitten in einem luxuriösen Hotel." sagt er spöttisch.
Er ist schon wieder so genervt.
„Von mir aus!" sage ich jetzt wütend und setzte mein Spaziergang fort.
DU LIEST GERADE
Heartbeat (B1)
RomanceHierbei handelt es sich um eine junge Dame, welches noch lernen muss was Gefühle bedeuten. Auf ihrem Weg lernt sie dabei zwei wunderbare junge Männer kennen, die nicht unterschiedlicher sein können. Hier prallen somit diverse Charaktere aufeinander...
