„Sarina. Öffne die Augen." höre ich Malwins Stimme. Er rüttelt mich sanft auf.
Müde sehe ich ihn mir an.
„Was ist passiert?" frage ich ihn und reibe mir die Augen.
„Du bist am Esstisch eingeschlafen." sagt er lächelnd.
„Warum hast du mich nicht eher geweckt?" frage ich und die Müdigkeit vergeht.
„Das ist nicht so schlimm. Vater hat das nicht beachtet. Alle sind nun aus dem Haus. Möchtest du rauf und dich etwas hinlegen?" fragt er mich.
„Nein, schon gut. Sollen wir den Tisch abräumen?" biete ich an, denn Hunger verspüre ich keinen.
„Das ist nicht nötig. Wir haben dafür den zuständigen Personal. Sie werden sich um alles kümmern." erklärt er mir und fügt eine kurze Pause hinzu.
„Wenn du möchtest, könnten wir in die Stadt. Bald eröffnen die Geschäfte und du brauchst noch dringend ein Abendkleid." setzt er fort und nimmt mich bereits an der Hand. Führt mich zu meinen Schuhen. Hilft mir hinein und zieht mich zum Ausgang. Vor dem Tor frage ich ihn was er mir damit sagen möchte und er antwortet mir mit:
„Noch in dieser Woche gibt es eine Veranstaltung. An diesem einen Tag versammeln sich all die wichtigen Geschäftsleute. Mein Vater ist der Ehrengast und somit müssen wir leider alle ausnahmslos teilnehmen. Darin führt kein Weg."
„Muss ich etwa auch, oder kann ich das auslassen?" frage ich ihn.
Ich hasse große Feste und Versammlungen. Nachdem ich auch den Reichtum der beiden Brüder erkenne, sehe ich meine Armut deutlicher. Mein gesamtes Geld ist nichts im Vergleich zu ihres.
Niemand mit einem durchschnittlichen Einkommen, kann sich solch ein Luxus leisten.
Ein großes Haus, teure Möbel und einige Bedienstete, Reinigungspersonal, wie auch einen persönlichen Butler.
„Ich muss dich leider enttäuschen, aber anders geht's nicht. Mein Vater wird von allen Seiten sehr gefürchtet. Er behandelt Außenstehende sehr streng und zeigt ihnen deutlich wie unerwünscht sie sind. Bei dir sieht das vollkommen anders aus. Er gab dir die Erlaubnis im Haus deine Ferien zu verbringen. Das ist eine Besonderheit und wenn du nicht teil nimmst wäre das ihm gegenüber sehr Respektlos." klärt er mich auf und lässt meine Hand locker.
Wir spazieren jetzt den Weg entlang und erreichen eine Kreuzung. Gehen dann über die Straße, direkt in eine große Boutique.
„Wie findest du das?" fragt mich Malwin drinnen und zeigt mir ein langes Kleid.
„Das gefällt mir nicht." sage ich und das immer wieder aufs neue. Ich will vermeiden, das er mir etwas kauft. Ich möchte ihm nicht auf der Tasche liegen. Hier ist alles wunderschön. Die Kleider, die Schuhe, die Taschen. Dennoch viel zu überteuert. Der Preis einer Tasche ist soviel wert wie eine gesamte Miete.
„Jetzt habe ich das perfekte Kleid gefunden. Das hier." sagt er und hält ein schwarz, weißes Kleidin die Höhe.
Die Länge erreicht meine Knie. Sehr modern, sehr elegant und für mein alter sehr passend. Mir gefällt es auf Anhieb.
„Nein, das auch nicht. Lass uns jetzt aufhören. Gehen wir zurück." antworte ich ihm stattdessen.
Er überlegt, schaut sich das Kleid nochmals an und versucht meine Reaktion zu verstehen.
„Du lügst doch die ganze Zeit. Warum machst du das?" fragt er und durchschaut mich.
Schweigend sehe ich zu ihm.
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Heartbeat (B1)
RomanceHierbei handelt es sich um eine junge Dame, welches noch lernen muss was Gefühle bedeuten. Auf ihrem Weg lernt sie dabei zwei wunderbare junge Männer kennen, die nicht unterschiedlicher sein können. Hier prallen somit diverse Charaktere aufeinander...
