Mir schmerzt jeder einzelne Muskel. Alles fühlt sich so schwer an. Meine Nase ist verstopft, mein Hals kratzt. Ich habe Schüttelfrost und Grippe. Ich habe gestern lange nach ihr gesucht. Mitten im Regen, bin ich von einer Stelle zur nächsten gerannt. Erst Stunden später habe ich sie gefunden, aber dafür ein Teil meiner Gesundheit verloren. Wenigstens hat sie sich per Mitteilung gemeldet und mich um die Türnummer gebeten. Vielleicht erstattet sie mir ja heute noch einen kleinen Besuch.
„Bist du dir wirklich sicher?" höre ich plötzlich hinter meiner Tür.
Geschwächt erhebe ich den Kopf. War das nicht eben Malwins Stimme?
„Woher kennst du diesen dummen Affen!" nochmals dieses entsetzte Geschrei.
Mit wem spricht er nur? Und hat mich der Idiot eben dummen Affen genannt?!
Noch in Gedanken, klopft es plötzlich an. Nach dem dritten geht die Türe auf.
Sarina kommt in mein Zimmer. In Begleitung von Malwin.
„Wie geht es dir?" fragt sie mich nun besorgt und setzt sich an die Bettkante.
Schwach sehe ich sie mir an. Wahrscheinlich liegt das auch nur am Fieber, aber sie wirkt heute besonders hübsch. Jedenfalls freue mich über ihre Anwesenheit, aber leider nicht über die Malwin seine. Er kann sich gerne verabschieden.
„Ihm geht es prächtig. Lass uns wieder gehen." sagt er verbittert und gibt mir keine Gelegenheit ihr selbst zu antworten.
Sie ignoriert ihn stattdessen und würdigt ihm keinen Blick zu.
„Ich mache dir jetzt eine Tasse Tee. So kommst du wieder schnell zu Kräften." bietet sie mir an.
Malwin schmollt und versucht ihr nichts anmerken zu lassen. Wenn sie in seine Richtung blickt, schaut er entspannt vor sich hin, kaum sieht sie weg zieht er seine wütende Grimassen.
„Sarina, ich mach das schon." sagt jetzt Malwin und drückt sie sanft zur Seite.
Verwirrt und kränklich beobachte ich die Geschehnisse.
„Ist schon gut. Das wird sicher nicht so schwer sein." erklärt sie ihm und möchte sich nochmals zum Wasserkocher begeben, aber er bleibt dabei sehr hartnäckig.
„Er ist mein älterer Bruder. Ich werde mich schon sehr liebevoll um ihn kümmern." kommentiert Malwin vollkommen genervt.
„Ihr seid Brüder?" fragt sie plötzlich verwundert und blickt uns beide an.
Sie sucht nach einer Ähnlichkeit, die sie aber nicht finden wird. Wir sind von Grund auf sehr verschieden. Sei es vom Charakter oder auch nur vom Äußeren.
„Ja das sind wir. Ich wusste gar nicht das du Jeremy bereits kennst." antwortet er und lacht gefälscht auf. Der führt doch was im Schilde!
„Ich kenne ihn schon seit dem ersten Tag. Ich wusste nicht das ihr Geschwister seid. Jetzt wo ich davon Bescheid weiß, könnten wir doch öfters zu dritt einiges Unternehmen." sagt Sarina und freut sich über die neue Wendung.
Tut mir Leid Süße, deine Idee begeistert uns keineswegs.
„Das ist sehr nett von dir." sagt er zwischen den Zähnen hervor gepresst und immer noch mit einem gefälschten Lächeln. Er klopft ihr nebenbei steif und angespannt auf die Schulter.
Er versucht sich nicht gegen ihren Vorschlag zu wehren, oder auszurasten.
Wie kann sie nur so Blind sein? Wie kann sie seine Lügen nicht erkennen? Seine vorgetäuschte Freude, seine vorgetäuschte Besorgnis?
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Heartbeat (B1)
RomansHierbei handelt es sich um eine junge Dame, welches noch lernen muss was Gefühle bedeuten. Auf ihrem Weg lernt sie dabei zwei wunderbare junge Männer kennen, die nicht unterschiedlicher sein können. Hier prallen somit diverse Charaktere aufeinander...
