028||Angst um ihn

790 30 7
                                        

Ich beiße mir auf die Lippe. Hoffentlich reagiert er relativ gelassen...
Er guckt mich erwartungsvoll an. "Naja, also ich habe eine E-Mail bekommen, in der ich eingeladen wurde, in einem Musikvideo mitzuspielen. In einem Musikvideo von Shawn Mendes..." Lukas guckt mich an. "W-wann geht das los?" Ohoh, er scheint nicht sonderlich begeistert... "Am 14. Januar..."
Lukas atmet tief durch. "Das ist ja schon bald..." Ich gucke zu Boden. "Dann sollten wir die Zeit bis dahin noch gut nutzen." Lukas legt einen Finger unter mein Kinn und drückt es hoch, sodass ich in seine Augen gucke. Und ich verliere mich in ihnen. "D-du lässt mich hingehen?" "Ich kann dir nichts verbieten, es ist dein Leben. Und ich vertraue dir, dass du nichts Dummes anstellst." Ich lächle. "Das könnte ich nicht." Und ich küsse ihn.

Leider wird dieser Moment unterbrochen, von Birgit, Lukas' Mutter. "Oh, das tut mir leid, ich wollte nicht..." Wir lösen uns und grinsen einfach nur. "Ist nicht schlimm, Mom. Liz und ich wollten eh gerade gehen." So gehen wir raus und laufen ein wenig durch die Stadt. Ab und zu halten wir an, damit Lukas Fotos und Autogramme machen kann.
Als dann plötzlich ein ca. 12-jähriges Mädchen vor mir steht und mich mit großen Augen anguckt und nach einem Foto fragt, geht der riesen Ansturm los.

Ich werde immer öfter nach Fotos gefragt, dauernd sagen mir Leute, wie hübsch ich bin und so weiter. Da ich das Ganze nicht gewohnt bin, bin ich etwas überfordert und das merkt Lukas. So nimmt er meine Hand, zieht mich zu sich und küsst mich einfach vor dieser riesen Menge an Fans!
Für einen kurzen Moment ist es mucksmäuschenstill, dann bricht ein Fangirlgeschrei los, dass man meinen könnte, man wird taub. Bestimmt werden tausende Bilder gemacht, aber da wir eh öffentlich zusammen sind, macht mir das wenig aus.

Dann, keine Ahnung nach wie langer Zeit, verabschieden wir uns von den Fans und gehen weiter.

~Zeitsprung: Nächster Tag~

"Liz! Du musst aufstehen! Lukas ist am Telefon!" Was? Um... 6:10 Uhr morgens? Geht's ihm gut?
"Hallo? Lukas?" "L-liz... Ich, ich weiss nicht... W-was ich machen soll..." "Hey, hey! Was ist denn los? Was ist passiert? Du klingst nicht gut!" "Es- ich..." "Ogott Lukas. Bleib', wo du bist. Ich komme."
Dann lege ich auf und ziehe schnell einen weinroten Hoodie ohne Bedruckung und eine Skinny-Jeans an. Dann stürme ich nach unten und renne beinahe Mum um. "Ganz ruhig junges Fräulein! Du hast heute Schule, wo willst du hin?" "Mum, es geht um Lukas! Ihm ist etwas passiert, ich weiss nicht was, aber es ist wichtig! Bitte!" Mum zögert. "Es könnte etwas Ernstes sein und wenn er mich anstatt seine Eltern anruft, gehe ich davon aus!" Mum atmet laut aus. "Nagut, aber sieh' zu, dass dich niemand sieht, der dich kennt. Ich melde dich ausnahmsweise von der Schule ab. Und jetzt los!" "Danke Mum!" Schnell greife ich mir irgendein Paar Schuhe und eine Jacke, ziehe die Sachen an und renne aus dem Haus zu meinem Fahrrad. Ich schwinge mich auf dieses und rase zum Bahnhof. Dort schließe ich mein Fahrrad an, kaufe mir schleunigst eine Fahrkarte und renne zum Bahnsteig. Ich steige in den nächsten Zug Richtung Lukas und lasse mich auf einen Sitz fallen. Die ganze Zeit bin ich extrem nervös, was Lukas passiert sein könnte, dass er so zerstreut ist.
Als der Zug endlich an der Station hält, springe ich raus und renne den Weg zu Lukas. An seiner Haustür will ich klopfen, als ich merke, dass nicht abgeschlossen ist. Also gehe ich rein, ziehe Jacke und Schuhe aus und gehe ins Wohnzimmer.

Dort stockt mir der Atem. Lukas liegt auf dem Boden und hält sich den Bauch. Er verzieht immer wieder unter Schmerzen das Gesicht. Ich knie mich zu ihm runter. "Lukas, hey, was ist passiert?" "Ich... Ich saß auf dem Sofa und auf einmal... Ich hatte den totalen Backout und danach... Tat mein Bauch weh... I-ich habe es gerade so zum Telefon geschafft..." "Okay, versuch', dich nicht zu bewegen, ich rufe einen Krankenwagen." "Nein, nicht schon wieder..." "Lukas, es könnte was Ernstes sein. Warte kurz." Ich stehe auf und gehe zu dem Telefon der Riegers. Ich wähle die Telefonnummer des Krankenhauses und kurz darauf nimmt eine Dame am anderen Ende der Leitung ab. "Krankenhaus Hannover, was kann ich für Sie tun?" "Tanja?!" "Huch, Liz? Was ist passiert?" "Lukas... Er braucht Hilfe... Einen Krankenwagen, bitte!" "Okay, wo seid ihr denn?" Ich gebe Tanja die nötigen Informationen, und während Tanja erklärt, dass in wenugen Minuten ein Krankenwagen da sein wird, höre ich Lukas im Hintergrund, der vor Schmerzen leise stöhnt. "Okay, vielen Dank." verabschiede ich mich und lege auf.

Dann knie ich mich runter zu Lukas und lege seinen Kopf auf meinen Schoß. Ich sehe, wie ihm Tränen die Wangen runterfließen, so sehr tut es ihm wohl weh. Ich nehme eine seiner Hände und er drückt sie. Sehr fest sogar. Aber so weiss ich, dass er noch bei mir ist, selbst wenn er es nur durch die Schmerzen ist. Ich glaube, die Ohnmacht würde ihm zwar besser tun, da er dann keine Schmerzen spürt, aber...

Da höre ich einen lauten Schluchzer von Lukas. Er weint jetzt wirklich. "Hey, Lukas. Guck' mich an, ich bin bei dir." Lukas öffnet seine Augen kurz, schließt sie aber sofort schmerzverzerrt wieder. Vorsichtig streiche ich mit dem Daumen über seine Wangen, um seine Tränen wegzuwischen, was allerdings wenig bringt. Immer mehr Tränen kommen. Es geht ihm wohl wirklich schlecht.
"L-liz..." sagt er jetzt leise. Ich beuge mich zu ihm runter. "I-ich liebe... Dich..." Ich gucke ihn an. "Ich dich auch. Aber..." Lukas bäumt sich auf und windet sich hin und her. Da höre ich die Sirenen von draußen. "Lukas, alles wird gut, der Krankenwagen ist da." Lukas schluchzt und drückt meine Hand fest.

Schon kommen Sanitäter ins Wohnzimmer und hieven Lukas auf eine Trage. "Sind Sie mit ihm verwandt?" "Ich bin seine Freundin..." antworte ich leise, da ich den Tränen nahe bin. "Wollen Sie mitkommen?" Ich nicke.

Die Sanitäter schieben Lukas raus und in den Krankenwagen. Ich steige mit hinten ein und nehme Lukas' Hand. Er drückt sie und atmet schwer. "L-liz?" "Ich bin hier, alles ist gut." "I-ich... Ich sehe nichts..." Verwirrt gucke ich den Sanitäter an, der ebenfalls mit hier hinten sitzt. Lukas drückt noch einmal meine Hand, ehe jeglicher Druck nachlässt und er sich nicht mehr bewegt. "Lukas?" Keine Antwort. Der Sanitäter scheint alarmiert, denn er ruft nach vorne in die Fahrerkabine: "Beeilung! Patient ist soeben ohnmächtig geworden!"

Oh nein...
Bitte Lukas, bleib' bei mir!

Hallo! Ich melde mich auch mal wieder.

Morgen ist Schule und ich habe keine Lust!

(TT)

~Lilly❤🍉

If it ain't loveGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt