Dario PoV:
Die letzten Wochen waren wirklich zum Haare raufen. Ich wusste einfach nicht wie ich weiter machen sollte. Ich hatte alles vergessen und die Erinnerung wollte einfach nicht wieder kommen. Ich spürte wie aggressiv mich das machte, konnte aber nichts dagegen unternehmen. Ich saß gerade in meinem Zimmer und sah mir Fotos aus der Zeit an, als es an der Tür klopfte.
Emilia öffnete die Tür und kam auf mich zu. Sie lächelte traurig, als sie sah, was ich gerade tat. "Dario... du wirst dich schon noch erinnern." murmelte sie. "NEIN VERDAMMT. Es ist jetzt Wochen her. Und ich habe immernoch keine Ahnung wer sie ist. Es wirkt alles so unecht. Und es bricht mir verdammtnochmal das Herz zu sehen, dass sie leidet. Ich kenne sie nicht, aber lasse sie leiden." Immer wieder hatte ich diese Heaven vor meinem inneren Auge. Wie sie mich erst hoffnungsvoll angelächelt hatte und nun wie ein Geist durch die Schule schlich. Hier auf den Bildern vor mir, sah sie so fröhlich und gesund aus. Ganz anders als jetzt. Sie war abgemagert und blasser als sonst. Und diese Szene von letzter Woche ging mir einfach nichtmerh aus dem Kopf. Als Jason sie aufgehalten hat und beide total erschrocken aussahen. Ich hatte nicht genau gesehen wieso, nur dass sie plötzlich weinend zusammen brach. Danach hatte Jason sie mitgenommen. Ich schluckte bei dem Gedanken, dass er für sie da war... und nicht ich? Warum dachte ich sowas? Ich kannte dieses Mädchen nicht, ich war der Grund dafür, dass sie so litt.. also wieso sollte ausgerechnet ich mit ihr gehen wollen. Mein Blick glitt über die Fotos aus meinem Bett. Wir sahen so glücklich aus. Auf dem einen Foto sah ich sie einfach nur an und sie lächelte leicht. Mein Blick auf diesem Foto sprach Bände, ich liebte sie... aber wieso kann ich mich dann nicht an sie erinnern? Wie kann ich den wichtigsten Mensch in meinem Leben vergessen? Ich raufte mir wieder die Haare und seufzte. Warum musste das alles nur passieren?
Emilia PoV:
"...Ich kenne sie nicht, aber ich lasse sie leiden" seine Mimik änderte sich total als er diesen Satz aussprach. Von Wut zu unendlicher Trauer und Schuld. "Es ist nicht deine Schuld..." versuchte ich ihn aufzubauen. Doch es war so, als ob er total in Gedanken versunken wäre. Er hörte mich nicht und reagierte nicht mehr, wenn ich ihn ansprach. Das passierte in letzter Zeit immer, wenn er sich schuldig fühlte. Es kam mir vor, als würde es ihn innerlich zerreißen. Schon seid die Ferien am Montag angefangen hatten, saß Dario viel zu oft in seinem Zimmer und grübelte. Es tat ihm nicht gut, aber ändern konnte es niemand. Und Nachts quälte er sich. Einmal hatte er im Traum so laut geschrien, dass wir alle sofort zu ihm geeilt sind. Aber er hat sich nur im Bett gewälzt und irgendwelche unverständlichen Worte gemurmelt.
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Es war gerade Samstag Nachmittag und nach zwei Wochen Ferien, würde Montag die Schule wieder anfangen. Ich war gerade dabei meine Tasche schonmal zu packen, als es an der Türe klingelte. Da niemand zu Hause war, legte ich die Tasche wieder an meinem Schreibtisch und ging zur Türe. Als ich die Türe öffnete stand ein total aufgelöster Jason vor mir und schien außer Atem. "...Sorry... gerannt... wichtig" was er wirklich von mir wollte verstand ich nicht, aber ich öffnete die Tür etwas mehr, damit er reinkommen konnte. Er lächelte dankbar und trat ein.
Wir gingen zu Küche und ich schenkte ihm erstmal ein Glas Wasser ein und überreichte es ihm.
"Danke, das hab ich jetzt wirklich gebraucht" meinte er, nachdem er das Glas auf einen Zug geleert hatte. Ich nickte und sah ihn fragend an. "Warum bist du hergerannt, ist irgendwas passiert?" fragte ich vorsichtig. Er sah mich an und es schien ihm wieder einzufallen, dass er etwas von mir gewollt hatte. Sein Blick verdunkelte sich.
"Du weißt doch, Heaven ging es in letzter Zeit immer schlechter?" Ich nickte, es war nicht zu übersehen gewesen, sie schlich regelrecht durch die Schule und wurde noch dünner als schon voher. Ich hatte versucht mit ihr zu reden, doch sie blockte immer ab.
"Vor den Ferien bin ich gerade mit den anderen Jungs draußen gestanden, als Heaven an uns vorbei lief. Sie sah aus, als ob sie geweint hätte, also bin ich ihr hinterher gerannt..." fing er an. Ich nickte, das hatte ich von Max erzählt bekommen. "Nunja, als ich sie eingeholt hatte und festgehalten hab, ist sie total komisch zusammen gezuckt, als würde ihr irgendwas wehtun. Sie wollte weg, aber ich hielt sie am Handgelenk fest... und naja... plötzlich hat sie geblutet." Jasons Blick wurde unklar und er schien mit Schuldgefühlen zu kämpfen. "Aber man blutet doch nicht, nur weil man festgehalten wird?" fragte ich verwirrt nach. Er schüttelte den Kopf. "Nein... nur sind die Schnitte wieder aufgegangen" Schnitte? Moment er meinte doch nicht etwa... das dürfte nicht sein, sie... "Sie ritzt sich?" flüsterte ich schockiert? Er nickte und biss sich auf den Lippen herum. "Doch.." murmelte er. "Aber... nein das darf nicht sein. Wir müssen was dagegen tun! Warum erzählst du mir das erst jetzt?" Ich wollte schon nach meiner Jacke greifen, als er mich zurück hielt. "Ich hab an dem Tag noch mit Paul, ihrem Vater, telefoniert. Natürlich hab ich ihm nichts von den Schnitten erzählt, Heaven hatte mich gebeten niemandem was zu sagen... aber ich habe ihm halt erzählt, dass es Heaven immer schlechter ging. Er hat dann sofort gemeint, er würde mit Heaven über die Ferien nach Deutschland fliegen. Er dachte, es würde vielleicht helfen. Und ich glaube er hatte damit recht.... vielleicht ein bisschen zu sehr..."
Verwirrt schaute ich ihn an. "Aber wieso erzählst du es mir dann, also das mit den Schnitten... und wie meinst du das ein bisschen zu sehr?"
"Naja... Heaven hat mich vor einer halben Stunde angerufen...."
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Gaaah ich hasse es krank zu sein! aber dann hab ich wenigstens Zeit weiter zu schreiben :) Man muss immer was positives in allem sehen :D
Gewidmet ist dieses Kapitel NickyFreak ich will damit einfach nur danke ♥ sagen!
Ich hoffe du freust dich!
& an den Rest von euch Rainbowunicorns :) natürlich auch ein ganz fettes danke :)
Liebe und so
eure Joy
PS: Voten, Kommentieren, Followen, Teilen, schlafen, gesund werden/bleiben, purzelbäume schlagen, & Kuscheln nicht vergessen! ♥
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Unscheinbar
Teen FictionHeavens leben scheint auf den ersten Blick ganz normal. Jedoch wie schon so oft täuscht dieser erste Eindruck gewaltig. Als ihre Eltern sich plötzlich trennen und sie mit ihrer Mutter weg von London in eine irische Kleinstadt zieht, geht mit einem...
