MARIPOSA, Please remember - Kapitel 2

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Heaven PoV:

Die Schule war endlich aus und ich war direkt zum Krankenhaus gefahren. Dort angekommen, machte ich mich sofort auf den Weg in Darios Zimmer. Unterwegs begegnete ich einigen bekannten Gesichtern, kein wunder wenn man überlegt, dass ich das letzte halbe Jahr jeden Tag hier war. Weder Weihnachten noch Silvester war ich zu Hause. Ich wollte ihn einfach nicht alleine lassen. Ich konnte nicht viel tun, aber der Arzt hatte gesagt, dass es helfen könnte mit ihm zu reden. Und das tat ich. Für ihn redete ich, für ihn sang ich, für ihn würde ich alles tun. Ich könnte es einfach nicht ertragen, wenn er gehen würde. Ich musste bei ihm sein, aufpassen...

Ich öffnete die Tür zum Zimmer und sah Emilia, die am Bett ihres Bruders saß. Dieser Anblick versetzte mir einen Stich im Herzen. Ich war Schuld, dass ihr Bruder hier lag. Nach allem was sie als Familie schon durchmachen mussten, kam nun auchnoch das dazu.

Ich wollte eigentlich wieder raus gehen und Emilia ihre Zeit lassen, doch sie drehte sich um, lächelte schwach und winkte mich zu ihr.

"Hey Heaven, wie gehts dir?" flüsterte sie sanft. Ihre Augen beobachteten wie ich langsam näher kam und über Darios Hand strich. "Es geht" murmelte ich leise. Die Schuldgefühle erdrückten mich fast, als ich sah, dass ihre Augen vom weinen gerötet waren. 

Sie griff nach meiner Hand und umschloss sie mit ihren beiden. "Heaven, hör auf das zu denken, du bist nicht Schuld!" Manchmal erstaunte mich dieses Mädchen. Sie war noch 16 und doch so erwachsen. Und vor allem wusste sie immer, was andere Menschen gerade fühlten. Ich senkte den Kopf und biss mir auf die Lippe.

"Mike ist Schuld, niemand anderes!" sagte sie bestimmt und sah mich weiter an. "Aber ohne mich wäre..." Sie unterbrach mich forsch. "NEIN HEAVEN! Nicht ohne dich wäre irgendwas. Es ist nunmal so, er liebt dich, er liebt dich abgöttisch und niemand hätte ihn davon abhalten können dort alleine hinzugehn, nichteinmal du selbst! Außerdem weißt du doch, dass er auch wegen mir diese Wut hatte, die ihn dazu brachte, alleine zu dir zu gehen. Also gib dir nicht die Schuld!"

Sie lächelte mich aufmunternd an und ich erwiederte, jedoch war es von mir kein echtes, sondern ein vor allem erzwungenes Lächeln. Sie bemerkte das natürlich sofort und zog mich näher zu sich. Dann umschlossen ihre Arme meinen Bauch und sie strich mir sanft über den Rücken.

"Heaven, du gehörst zu Dario und Dario gehört zu dir, das ist Schicksal. Und manchmal passieren eben schreckliche Dinge. Aber wir geben nicht auf hörst du? Er schafft das! Er ist stark!"

Ich nickte und schloss nun auch sie in meine Arme. Jemand klopfte an der Tür und sie wurde geöffnet. Max stand im Zimmer und sah uns lächelnd an. In seinem Blick lag so viel Liebe für Emilia, wie ich es noch nie bei jemand anderem gesehen hatte... außer vielleicht bei Dario...

"Hey ihr beiden.." sagte er leise "Em, wir müssen langsam los" Sie nickte und sah wieder zu mir. "Heaven, bitte mach dich nicht selbst kaputt.. das wäre nicht was er wollen würde... dann wäre das ganze nämlich wirklich umsonst gewesen ok?" Wieder nickte ich. Nach einer kurzen Umarmung, bewegte Emilia ihren Rollstuhl in Richtung Max.

"Und Heaven..." Ich drehte mich weg von Dario nochmal zu ihr. "Deine Freunde brauchen dich auch... ich weiß du willst immer bei ihm sein, aber denk auch an Jay... er braucht dich mehr als du glaubst." Mit diesen Worten gingen sie und Max. 

Jays Worte von Heute morgen gingen mir durch den Kopf. "wir brauchen dich, die alte Heaven.. ich brauche dich.. vor allem morgen."

Was war morgen? Ich drehte mich zu der Krankenschwester, die gerade Darios Werte überprüfte. "Magda, können sie mir sagen, was für ein Tag wir heute haben?" Sie lächelte mich an und meinte "Es ist der 20. April meine liebe" dann schloss sie noch einen neuen Tropf an und verlies das Zimmer.

Der 20.April also? Also war morgen der 21.? Plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Morgen wäre Rians Geburtstag... Verdammt.. bis jetzt hatten Jay und ich seinen Geburtstag und seinen Todestag immer damit verbracht, ihn zu besuchen und Dinge zu machen, die uns an ihn erinnerten. War ich wirklich so weit weg gewesen, dass ich das vergessen hatte? Ich schluckte. Emilia und Jay hatten recht, ich musste damit aufhören.

Ich drehte mich nochmal zu Dario und nahm seine Hand. "Mein Engel.. ich kann morgen nicht kommen, ich hoffe du verzeihst mir das." Langsam beugte ich mich über ihn und küsste seine Wange. 

"Ich vermisse dich so sehr, das kannst du dir garnicht vorstellen. Ich hoffe so sehr, dass du wieder da bist, mich wieder anschaust und ich nochmal in deine wundervollen Augen schauen könnte. Ich möchte deine Hand halten, deine Stimme hören und deine Wärme spüren, wenn du mich umarmst. Es tut mir so leid, dass ich dir nicht helfen konnte. Ich werde mir das niemals verzeihen können. Bitte lass mich hier nciht alleine, bleib bei mir." 

Ich legte meine Hand auf seine und seufzte. "Dario... ich werde morgen nicht kommen können, ich muss nach Jay sehen... ich hoffe du verstehst das, ich kann ihn nicht allein lassen... nicht morgen! Ich liebe dich Dario, mehr als alles andere!" 

Ich wollte gerade aufstehen, da spürte ich etwas unter meiner Hand. Ein kleines Zucken. Schnell sah ich auf seine Hand und mir war, als hätte sie sich etwas bewegt. Ohne zu zögern drückte ich den roten Knopf an der Wand um eine Schwester zu rufen.

Keine paar Sekunden später standen Magda und DR Phillips schon im Zimmer. "Heaven, haben sie den Knopf gedrückt? Was ist los?"

Schnell erklärte ich ihm, was ich beobachtet hatte. Erstaunt sah er mich an und ging dann zu Dario. "Dario, wenn sie uns hören können, dann bewegen sie sich." Doch keine Reaktion. Der Doktor seufzte und drehte sich zu mir. "Vielleicht war es nur ein Muskelrefelx, aber wir geben die Hoffnung nicht auf Heaven, ja? Ich hatte schon schlimmere Fälle, die es überstanden haben."

Er nickte mir aufmunternd zu und verlies dann das Zimmer. Ich senkte traurig meinen Kopf und Magda legte einen Arm um meine Schulter. "Vielleicht sieht es morgen schon anders aus Heaven" flüsterte sie mir aufmunternd zu. Ich nickte und sie drückte mich kurz. Magda war etwa 55 Jahre alt und hatte selbst 2 Kinder, die beide aber schon erwachsen waren. Ich hatte sie an dem Tag kennengelernt, als ich mich geweigert hatte, nach Hause zu gehen. Seither unterhielten wir uns oft wenn sie Schicht hatte und ich hier war. Sie war wie eine große Schwester für mich geworden, wenn auch eine etwas ältere große Schwester. 

"Ich kann morgen nicht hier sein, Jay braucht mich, aber du rufst mich an wenn was ist ja?" Sie nickte und lies mich los. "Keine Sorge Heaven, ich ruf dich an wenn es Neuigkeiten gibt.

Dann schob sie mich sanft aus dem Zimmer. "Geh jetzt nach Hause du brauchst schlaf Süße, du siehst verdammt müde aus. Isst du auch richtig?"  Wieder nickte ich und musste etwas lächeln. Magda war einfach zu lieb zu mir.

"Na das hoffe ich doch kleine, und jetzt auf nach Hause!" 

Ich verabschiedete mich noch von ihr und ging dann. Auch dem Heimweg schreib ich Jay noch eine Sms. 

SMS an Jay <3

Hey großer, 

verzeih mir dass ich nicht selbst daran gedacht hab.

Wenn du möchtest machen wir wieder das übliche...wie jedes Jahr

Ich hab dich lieb♥

deine Heaven xx

Keine fünf Minuten später hatte ich auch schon eine Antwort.

SMS von Jay an Heaven:

Bin in ner halben Stunde bei dir. Danke <3

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Rainbowunicorns <33333

Hey ihr, danke dass ihr so fleißig lest :)

ich hab euch lieb ♥

VOTEN, TEILEN, KOMMENTIEREN, Gummibärchen aus Frust den Kopf abbeißen, Tee trinken, ...nicht vergessen :D

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