MARIPOSA, Please remember - Kapitel 3

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Jason PoV:

"Schatz, ich bin bei Heaven. Ich liebe dich" schnell ging ich auf Tyler zu und küsste ihn sanft. Natürlich wusste er, was morgen für ein Tag war und er verstand mich. Nicht jeder hätte das verstanden, aber Ty war einfach was besonderes. "Ich dich auch Jay, pass auf euch auf!" Ich nickte und  schloss die Türe unserer Wohnung hinter mir.

Ja unserer Wohnung! Tyler war vor ein paar Wochen bei mir eingezogen. Sein Vater hatte irgendwie von unserer Beziehung erfahren und war früher als sonst nach Hause gekommen. Tyler war dummerweise gerade allein zu Hause. Ohne auch nur zu versuchen seinem Sohn zuzuhören, beschimpfte er ihn als Schande für die Familie und schlug auf ihn ein. 

So kam es, dass Ty plötzlich am Abend vor meiner Türe stand, mit einem blauen Auge und mich fragte, ob er nicht für ein paar Tage bleiben könne.

Flashback Jay:

Wer verdammtnochmal klingelt bitte jetzt noch? Inzwischen war es 23Uhr und morgen war Schule angesagt. Müde rappelte ich mich auf aus dem Bett und ging zur Türe. Wer auch immer das war, musste damit leben, dass ich nur eine Jogginghose und kein Oberteil anhatte. Ich zog die Haustür auf und schaute direkt in die Augen meines Freundes. Sie waren Blutunterlaufen und er hatte ein Veilchen am linken Auge. Insgesamt sah sein Zustand nicht gerade prickelnd aus. "Was ist passiert?" fragte ich ihn erschrocken. Er murmelte etwas unverständliches und sah mich müde an.

"Komm erstmal rein, dann reden wir." Dankbar nickte er und trat an mir vorbei. 

Ein wenig später saßen wir zusammen auf meinem Bett und er fing an zu erzählen, dass sein Dad durch einen Freund erfahren hatte, dass sein Sohn angeblich mit einem Jungen zusammen sein solle. Darauf hin habe die Arbeit Arbeit sein lassen und ist sofort nach Hause gefahren. Ohne ihm eine Chance zu geben ihn erzählen zu lassen, landete auch schon die Faust in seinem Gesicht.Immer wieder hatte er auf ihn eingeschlagen, doch Tyler wehrte sich und entkam ihm so. Zwar tobte sein Vater noch vor Wut, aber das konnte ihm jetzt egal sein.

"Du bleibst bei mir, ich lass dich nichtmehr zu diesem Arschloch nach Hause. Hier ist Platz für uns beide!" Er nickte und legte sich in meine Arme. "Du musst ihn anzeigen Ty... ruf deinen Onkel an!" Mein Freund sah mich verzweifelt an und schüttelte den Kopf. "Er ist immernoch mein Vater Jay..." 

Flashback Ende

Ich hatte an diesem Abend noch sehr lange mit ihm geredet und schließlich hatte er eingelenkt und seinen Onkel angerufen. Inzwischen saß sein Erzeuger dank seiner ständigen Wutausbrüche und Aggressionsproblemen in der geschlossenen Psychatrie. So schnell würde er da auch nicht mehr rauskommen. Schließlich hatte er missbrauch an Schutzbefohlenen und Körperverletzung an Tyler begangen und das über Jahre.

Tylers Onkel war geschockt, als wir ihm die ganze Geschichte erzählten und bot ihm sofort an, ihn bei sich aufzunehmen, doch er entschloss sich bei mir zubleiben.

Und es gibt nichts schöneres, als Abends neben ihm einzuschlafen und Morgends an seiner Seite aufzuwachen. 

Inzwischen war ich bei Heaven angekommen und schloss die Türe auf. Schon vor Monaten hatte mir ihre Mum einen Schlüssel gegeben, damit ich mich um Heaven kümmern konnte, falls irgendetwas wäre. "Heav wo bist du?"

"Oben, komm hoch!" rief sie mir entgegen. Ich lief die Treppe nach oben und öffnete ihre Türe. Sofort musste ich lächeln, als ich diesen Vertrauten Geruch wahr nahm. Es roch nach Lilie und grünem Tee. Genau wie bei Rian früher immer. Und überall auf dem Bett waren Bilder vertreut. "Hey kleine" begrüste ich sie und zog sie in eine Umarmung. Sie lächelte mich schwach an und drückte mich kurz. Dann setzten wir uns beide auf das Bett. Wir sahen die Bilder durch und ich musste schmunzeln. So viele Erinnerungen, alles was wir erlebt hatten. Heaven hatte extra alle möglichen Bilder von für uns wichtigen Tage rausgesucht. Und sogar eine alte Videokassette hatte sie herrausgesucht. 

Rians Dad war total begeistert von diesen alten Kameras, in die man noch kasetten reinlegen musste um zu filmen. Er hatte auch Rian eine seiner alten Videokameras davon überlassen, als dieser 15 wurde. Den ganzen Sommer über waren wir mit der Kamera unterwegs gewesen.

Heaven PoV:

Ich legte die Kasette in den Adapter und schob sie in den VHS-Rekorder. Dann drückte ich auf Play und hörte sofort Rians Stimme, wie er mir hinterher rief, ich solle ihm seine Kamera wieder geben und aufhören ihn zu filmen. Ein seeliges Lächeln schlich sich auf meine Lippen, während Jason mich zu ihm zog und mir einen Kuss auf meinen Haarasatz gab. "Danke kleine, du weißt genau, was ich brauche an solchen Tagen" flüsterte er mir zu und drückte mich näher an sich.

Ja diese Tage waren früher, vor allem im ersten Jahr nach Rians Tod, verdammt schlimm für ihn. Er war nur in seinem Zimmer gesessen und hatte keinen Ton mehr gesagt. An Rians ersten Todestag jedoch, hatte ich mir meine Fotoalben geschnappt und war zu Jason gegangen. Anne hatte mir die Türe geöffnet und mich verzweifelt angeschaut, bevor ich zu Jason die Treppe hoch verschwand. 

Ich machte mir damals nichtmal mehr die Mühe anzuklopfen und trat einfach ein. Er saß still in seinem Zimmer und blickte ins leere. Dieser Anblick war damals so schlimm für mich, dass ich zu ihm rannte um ihn ersteinmal wieder in die Arme schließen zu können.

Ich schluckte, als mir bewusst wurde, das es ihm mit mir gerade genaus ging... Ich wollte nicht, dass er sich Gedanken um mich macht... er sollte sich keine Sorgen machen müssen. Schnell drückte ich ihm einen Kuss auf die Wange und kuschelnte ich mich enger an ihn. Morgen würde ich mich nur auf ihn konzentrieren, dass hatte ich mir jetzt fest vorgenommen. 

***

Gestern hatten wir uns noch bis mitten in der Nacht alte Videos und Fotos angesehen. Es war schön wieder Zeit mit Jason alleine zu verbringen. Es lenkte mich ab und ich hatte ihn und uns beide zusammen unglaublich vermisst. Dieser Tag war seid Rians Tod unser Tag. Früher hatten wir ihn natürlich zu dritt verbracht. 

Gerade standen wir in der Küche und Jason machte seine unwiederstehlichen Pancakes. Auch wenn ich immernoch keinen Appetit hatte, aß ich ihm zu liebe gleich 2 davon. Und wie erwartet, schmeckten sie wie der Himmel persönlich! Ich schenkte ihm mein strahlenstes Lächeln zum dank. Er verschluckte sich fast an dem Bissen, den er im Mund hatte und hustete wild los. Das wiederum brachte mich zum lachen. Zum ersten mal seid langer Zeit lachte ich wirklich aus vollem Herzen.

"Danke Jay" flüsterte ich und Küsste seine Wange. Er grinste und zog mich in seine Arme "Ich bin froh, dass du lachst Kleine. Dein Lachen hat mir so sehr gefehlt." Wieder überkam mich das schlechte Gewissen. Wie konnte ich nur zulassen, dass er sich solche Sorgen um mich machte...

Den restlichen Tag verbrachten wir damit rum zu albern und durch die Stadt zu schlendern. Am Abend riefen wir noch Rians Eltern an. Sonst waren wir sie immer besuchen gegangen, doch leider war das heute nicht möglich. Trotzdem freute sich Maria, als wir anriefen. Maria Brown ist Rians Mutter und eine der liebsten Personen, die ich je kennengelernt hatte. 

Gegen fünf Uhr fingen Jay und ich an zu kochen. Wir hatten beschlossen Rians Lieblingsessen zu machen, Nudelauflauf und zum Nachtisch Lemon Curd (eine Zitronencreme aus Wales). Während wir in der Küche nur herumalberten und uns Gegenseitig mit Lebensmitteln bewarfen und rumalberten klingelte plötzlich mein Handy.

Schnell zog ich es aus der Tasche und sah darauf. 'Emilia' stand darauf. Wieso ruft sie mich an. Es ist doch nichts mit Dario? Oder? Bitte nicht. Da denk ich eine Minute nicht an ihn...

Mit zitternden Händen nahm ich ab.

E: HEAVEN! komm bitte sofort... Dario... er...

Mein Herz raste und ich brach in Panik aus, als ich seinen Namen hörte...

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Gott ich ertrag es kaum selbst, nicht jeden Tag zu uploaden :D

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eure Joy

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