41.

1.4K 122 83
                                        

Yoongi‘s PoV.:

Als ich von der kleinen Entführung wieder nach Hause kam, vernahm ich direkt Jimin’s Stimme aus dem Wohnzimmer. Er summte irgendein Lied vor sich hin und als ich zu ihm in den Raum trat, entkam mir gleich ein leises Lachen. Der Jüngere lag flach auf dem Boden und neben ihm hockte meine Schildkröte Georg, die auf einer Gurke herum knabberte.

„Yoongi“, strahlte Jimin mich an, nachdem er mich bemerkt hatte und hüpfte sofort auf seine Beine. „Na du? Habe ich dein Date mit Georg gestört?“, neckte ich ihn grinsend. Er kicherte erst etwas und ging dann auf meinen Witz ein. „Ja. Er hat mir gerade von seinen Hobbys erzählt und gemeint, das wir uns unbedingt mal in seinem Terrarium treffen sollten“.
„Ach quatsch. Das heißt du lässt mich irgendwann wegen einer Schildkröte alleine?“, hakte ich nach. Jimin gab ein unsicheres murren von sich, ehe er leicht den Kopf schüttelte. „Ich kann dich doch nicht alleine lassen. Außerdem würdest du ohne mich krepieren“, winkte er ab.

Schmunzelnd trat ich auf ihn zu und zog ihn an seinen Hüften nah an mich heran. Er legte daraufhin seine kleinen Hände an meine Brust und blinzelte aus seinen großen, dunklen Augen zu mir hoch.
„Ich glaube ohne dich würde ich wirklich krepieren“, seufzte ich leise, was zum einen Teil die Wahrheit war und zum anderen Teil meiner Verführungstaktik angehörte.

Jimin’s Augen wurden aufgrund seines breiten Lächelns zu schmalen Schlitzen. Er strahlte wie ein kleiner Sonnenschein und ließ mich dadurch ein ungewohntes kribbeln in meiner Magengegend spüren. Doch bevor er mich damit weiter um den Finger wickeln konnte, ließ ich wieder von ihm ab und hob Georg vom Fußboden auf.
„Ich gehe nochmal kurz in mein Arbeitszimmer“, merkte ich an und schlenderte damit auch schon auf den schalldichten Raum zu.
„Okay. Ich koche uns gleich was leckeres!“, rief Jimin mir noch zu, ehe ich meine Tür schloss.

Zu aller erst setzte ich Georg in sein Terrarium zurück. Dann ließ ich mich mit einem tiefen seufzen auf meinen Schreibtischstuhl fallen und schaltete meine beiden Computer ein.

Es wurde höchste Zeit einen zweiten Drohbrief zu verfassen und dieser sollte unter anderem auch eines der Bilder enthalten, die ich von Jungkook’s gefesselter Gestalt gemacht hatte.

Als meine Computer hochgefahren waren, schloss ich einen davon mit meinem Handy an und druckte ein Bild meiner Wahl aus. Es war etwas verschwommen, aber genau das war gut so. Wenn Mansoo seinen Sohn erkennen konnte, aber nicht genau die Verfassung in die er war, würde er Ungewissheit hegen und es würde ihn verrückt machen.

Zufrieden mit meiner Auswahl, schnitt ich das Bild aus und faltete es einmal zusammen. Dann zog ich mir meine üblichen Lederhandschuhe über meine Hände, schnappte mir einen komplett weißen Zettel und einen Stift und fing an zu schreiben.

Der Text war dieses Mal kürzer als der Erste und beinhaltete bloß ein paar leere Drohungen, was ich alles mit seinem Sohn anstellen könnte. Hinzu kam am Ende derselbe Code, den Jimin auf das VW-Auto hatte schreiben müssen.
Die Striche und Punkte ergaben einen sogenannten Morsecode und bedeuteten ganz simpel; Mörder.

Nachdem ich den Brief fertig geschrieben hatte, legte ich das gedruckte Foto von Jungkook dazu und faltete es nochmals zusammen. Dann stopfte ich beides in einen Briefumschlag und schrieb mit fein säuberlicher Schrift die Adresse der Familie Jeon drauf.
Doch anstatt Jimin bereits heute schon damit zu beauftragen, den Brief weg zu bringen, legte ich ihn vorerst zur Seite. Er sollte Morgen damit beschäftigt sein, damit ich in der Zwischenzeit zu Jungkook fahren und dafür sorgen konnte, dass er mir nicht in diesem dunklen Keller verstarb.
Denn auch wenn ich Mansoo am liebsten seelisch verrotten sehen wollte, war er der Einzige dessen Blut meine Finger beschmutzen durfte.

Da ich nun nichts weiter mehr zutun hatte, schlenderte ich wieder raus und leistete Jimin in der Küche etwas Gesellschaft. Gleich als ich den Raum betrat, drehte er sich von dem Herd weg und lächelte mich breit an.
„Ich hab uns Bratnudeln gemacht“, sagte er stolz und deutete auf die Pfanne, aus der es dampfte und zischte. Der Geruch von gebratenem Gemüse hing dick in der Luft und ließ meinen Magen hungrig grummeln.
„Und es riecht göttlich“, erwiderte ich und lächelte ebenfalls.

„Übrigens hat Jungkook sich immer noch nicht gemeldet… Ich habe schon überlegt ob ich einfach mal bei ihm vorbei schauen soll, aber ich weiß nicht genau wo er wohnt“, schmollte Jimin. Das Lächeln in meinem Gesicht erstarb augenblicklich und mir wurde heiß und kalt zugleich. Einen besorgten Jimin, der Jungkook zu finden versuchte, konnte ich nicht gebrauchen. Das würde all meine Pläne nur noch mehr durcheinander bringen.

„Ich bin mir sicher ihm geht es gut“, beschwichtigte ich ihn, ging langsam auf ihn zu und streichelte etwas durch seine dunklen, weichen Haare. Jimin lehnte sich daraufhin gleich meiner Berührung entgegen und nickte leicht. „Ich hoffe es. Aber wenn er mir morgen Abend immer noch nicht geantwortet hat, dann suche ich ihn auf“, murmelte der Jüngere. Ich presste angespannt die Zähne zusammen. Meine bisherigen Pläne musste ich nun wohl oder übel etwas umändern.

„Können wir gleich auf der Couch essen?“, wechselte Jimin das Thema und drehte mir den Rücken zu, um die Bratnudeln zu wenden. „Meinetwegen“, antwortete ich schulterzuckend und suchte schon mal Teller und Besteck aus den Küchenschränken.

Als das Essen dann endlich fertig war, setzten wir uns damit auf die Couch und unter Jimin’s Bitte wurde auch der Fernseher eingeschaltet. Es lief irgendein Liebesfilm, der laut Jimin typisch schnulzig und damit wunderschön war. Eigentlich hasste ich solche Filme abgrundtief, doch für den Jüngeren wollte ich diese 90 Minuten meines Lebens in den Sand setzen. Wenn er dadurch von Jungkook’s plötzlichem verschwinden abgelenkt wurde, sollte es mir nur recht sein.

Irgendwann, inmitten des Filmes, hatten wir dann fertig gegessen und uns eng an einander gekuschelt. Während ich auf dem Rücken lag, lag Jimin auf der Seite, hatte seinen Arm auf meinem Bauch und den Kopf auf meiner Brust ruhen. Seine dunklen Haarsträhnen kitzelten mich ab und zu an der Nase, doch das störte mich keineswegs. Viel mehr genoss ich seine Nähe und den Duft von Pfirsich, der von ihm ausging. Auch, wenn das eigentlich alles andere als richtig war. Doch für einen kurzen Moment wollte ich mein schlechtes Gewissen, einen Minderjährigen zu verführen, einfach vergessen.

Mr. Park Jimin ist dabei Yoongi um den Finger zu wickeln. Eigentlich nicht schlecht, wäre er nicht scharf darauf jemanden umzubringen xD

In letzter Zeit regnet es nur noch und ich liebe es so! Zu Rgeentropfen einschlafen und aufwachen ist das Beste :3

Revenge // YoonMinWo Geschichten leben. Entdecke jetzt