Als ich die Augen wieder öffnete, lag ich auf Master Ramins weichem Bett. Eine Hand kraulte durch mein Haar. Es war dunkel draußen. Dunkel und angenehm warm. Es war fast schon zu schön um wahr zu sein.
Die vergangenen Stunden, nein Tage waren vergessen. Wie in Nebel eingepackt. Es gab sie gar nicht mehr.
Ich drücke mich ein wenig näher an die Hand. Genau diese Zärtlichkeit brauchte ich jetzt. Liebe. Ich hatte ihn so vermisst. Seinen Geruch. Seine Berührung.
Er mochte mich doch noch.
"Du lächelst."
Ich öffnete die Augen. Blinzelte.
"Du bist wunderschön, wenn du lächelst." Master Ramin seufzte. "Selbst wenn du so verprügelt bist."
Ich griff mir automatisch ins Gesicht. Es war angeschwollen. Und es tat nicht mehr weh.
"Keine Angst. Außer blauen Flecken sieht man nichts mehr. Irgendwie" Er strich über meine Augen. Schloss sie damit. "Seltsam. Eigentlich bleiben keine Flecken zurück."
Oh.
Ich schob seine Hand weg und sah ihn an. Meine Hand an. Meinen Arm. Beim Bewegen tat er weh.
Sofort zog ich ihn an die Brust und hielt ihn fest.
"Es tut weh.", hauchte ich. Vollkommen geschockt. Verstand es nichts. Verstand gar nichts mehr.
Und Master Ramin anscheinend auch nicht. Er war genauso verwirrt. Er starrte mich an. Einen Moment. Dann schüttelte er den Kopf. "Ich habe dich einfach nicht lange genug geküsst. So kaputt wie du warst."
Ich glaubte ihm nicht. Aber ich hatte kein Recht zu protestieren oder zu widersprechen. Ich nickte. "Meine Strafe, Master?", fragte ich leise und griff wieder seine Hand.
Er nickte. "Ja. Deine Strafe. Vielleicht küsse ich dich ja später nochmal."
Ich nickte. "Danke, Master." Ich schloss die Augen.
Er ließ mich seine Hand halten und strich durch mein Haar.
Wir schwiegen. Aber das war schön.
"Es tut mir leid, Master.", wisperte ich.
"Schon in Ordnung, Jinx." Ich hörte, dass er lächelte.
Er hatte mir also verziehen.
"Jinx."
Ich sah ihn an.
"So gefällst du mir." Jetzt lächelte er richtig. Seine Arme schlangen sich enger um mich. Ich war vollkommen eingeschlossen in seiner Umarmung. In seinem Duft. Seiner Liebe.
Mir war so schön warm. Ich fühlte mich einfach wohl. Gerade. Jetzt. Auch wenn es seltsam war, dass ich nicht vollständig verheilt war. Aber das blendete ich aus. Ich wollte nur noch mit Master Ramin hier liegen. Für immer. Oder zumindest einen Moment.
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Master Ramin
Teen FictionMaster Ramin lebt mit seinen vier Jungs in Unsterblichkeit. Seit Jahrhunderten wohnen sie nun schon im Schloss in den Bergen. Bis eines Tages ein vierjähriger Junge vor der Tür sitzt. Einsam und verlassen. Sie nehmen ihn auf. Er wird größer und ä...
