Kapitel 61

6.2K 205 2
                                        

Ich spürte, wie sich zwei Arme um mich schlangen. Ohne weiter darüber nachzudenken lehnte ich mich an ihn. Ich weiss nicht, ob das gerade ein Traum ist, oder, ob es Realität ist, aber das ist mir im Moment egal. Ich will einfach diese Nähe geniessen und alles vergessen.

"Es tut mir leid. So, so leid." flüsterte er mir immer wieder in mein Ohr. Ich drehte meinen Kopf nach hinten. "Justin.. Du.. Du bist es wirklich." sprach ich mit zittriger Stimme. Er sagte nichts, sondern sah mich einfach nur an. Seine dunklen Augen glänzten leicht im Mondlicht. "Ich würde dich nicht einfach so alleine lassen.."

"Hast du aber." sprach ich nun mit einer kräftigeren Stimme und stand auf. Justin stand ebenfalls auf und stellte sich vor mich. "Vic ich.." "Nein, Justin. Ich will deine Ausreden nicht mal hören." "Hör mir doch mal zu Victoria." verzweifelt fuhr er sich durch's Haar. Ich verschrenkte meine Arme und hob eine Augenbraue. "Du hast 5 Minuten." Ich weiss nicht, was los ist, aber ich kann nicht einfach so tun, als ob alles wieder in Ordnung ist. Denn das ist es nicht. Justin nahm tief Luft. "Ich weiss, ich hab' überreagiert, aber du musst mich auch verstehen.." "Das tu ich, aber gleich schluss zu machen.." unterbrach ich ihn. "Das war scheisse ich weiss! Aber denk nicht, ich hätte dich alleine gelassen, denn das stimmt nicht. Ich war immer bei dir, immer, als du geschlafen hast. Ich wollte dich einfach nicht wieder in so eine kriminelle Sache hineinziehn'. Und als dann auch noch jemand von Cole's Leuten auf der Party war da.." "Was?!" fragte ich mit empörter Stimme. Justin sah auf seine Schuhe und nickte. "Als ich dich dann mit diesen Unbekannten sah und dann noch mit Hudson.." "Er heisst Aiden." korrigierte ich ihn. Er spannte seinen Kiefer an. "Was auch immer. Jedenfalls sind mir die Sicherungen durchgebrannt. Ich.. Ich weiss, dass ich Mist gebaut hab. Meinst du, ich mache mir keine Vorwürfe?!" er warf seine Arme in die Luft. Dann wurde es still. Ich kehrte mich zum See um und sah in die Ferne. "Woher wusstest du, dass ich hier bin?" unterbrach ich die Stille. Justin presste seine Lippen aufeinander. "Immer, als es dir nicht gut ging, warst du hier." murmelte er und krazte sich am Hinterkopf. Ich nickte nur stumm. "Würdest du mir erzählen, warum du hier bist und Cassandra sich die Augen ausheult?" Ich seufzte. "Das ist nicht so wichtig." antwortete ich knappe. "Nicht so wichtig?!" brummte er empört. Ich verdrehte die Augen. "Es geht dich nichts an." antwortete ich kalt. Justin schnaubte. "Wenn ich dich hier schon gesucht habe, und mir Cassandra schon gesagt hat, dass ich schuld daran bin, dann will ich auch wissen, um was es geht." seine Stimme klang gereizt. "Ich bin nur auf Cas wütend geworden. Ich meine, hattest du gewusst, dass sie mit Fredo Kontakt hatte in dem letzten Monaten? Die ganze Zeit?!" wieder stieg die Wut in mir. Justin antwortete nicht. Stirnrunzelnd drehte ich mich zu ihm. "Nicht dein Ernst?! Du wusstest davon?!" schrie ich fassungslos. "Du bist echt... Aaarg!!" ich kehrte mich um und lief mit schnellen Schritten weg. "Jetzt warte doch mal!" Justin packte mich am Handgelenk. Ich blieb genervt stehen. "Was?! Willst du mir das etwa auch noch erklären?!" zischte ich sarkastisch. "Ich musste halt wissen, wie es dir geht! Ich hatte ihr gesagt, sobald etwas komisches passiert, soll sie uns kontaktieren." "Warte, das heisst, sie wusste alles. Sie wusste, warum du dich nicht gemeldet hast.. Und.." "Wer glaubst du, hat mich denn mitten in der Nacht in dein Zimmer gelassen? Du wohnst im vierten Stock, da ist es nicht so leicht durch's Fenster in dein Zimmer zu kommen." "Du bist unglaublich!" zischte ich wütend und riss meinen Arm aus seinem Griff. "Warum musst du immer so stur sein?!" zischte er genervt und stellte sich vor mich hin. "Lass mich gehen, Bieber!" "Warum?" er lachte provozierend. "Weisst du was? Du bist so ein Idiot, so ein Arsch! Du denkst, du kannst jede haben, aber das stimmt nicht! Weil du ein richtiger Ar..." plötzlich wurde ich unterbrochen und er legte seine weichen Lippen auf meine. Ich versuchte mich zu wehren, ich versuchte ihn wegzudrücken, aber ich war zu schwach. Was für ein klischee. Ich hörte auf mich zu wehren und schlang meine Arme um seinen Hals. Es war so, als ob ein Feuerwerk in meinem Bauch explodieren würde. Ein unglaubliches Glücksgefühl breitete sich in mir aus und unkontrolliert musste ich anfangen in den Kuss hinein zu grinsen. Nach einiger Zeit lösten wir uns atemlos von einander. "Ich wusste doch, du kannst mir nicht wiederstehen." Justin grinste mich dreckig an. Als mir wieder bewusst wurde, was ich hier gerade tat, löste ich mich schnell von ihm. "Lass mich in Ruhe und wag es nicht mich ohne erlaubnis erneut zu küssen!" schrie ich empört. Justin fing an zu kichern. "Also, ich hatte nicht das Gefühl, dass es dir nicht gefallen hat." "Halt die Klappe Bieber!" zischte ich genervt. Er hob wehrend die Hände. "I'm sorry, my little Lady." "Ich bin nicht deine 'little Lady'!" schrie ich und stampfte wie ein kleines Kind mit den Füssen auf dem sandigen Boden. "Da ist aber jemand ganz schön zickig." spasste Justin. Ich seufzte und setzte mich ergeben auf den Sand. Meinen Kopf vergrub ich in meinen Händen. Ich spürte, wie er sich neben mich setzte. "Verzeihst du mir.." fragte er mich und reichte mir die Hand. Ich hob meine Augenbraue. "Warum sollte ich?" ja, an Stolz mangelt es mir nicht. Justin knurrte. "Ach kommschon! Du kannst nicht ewig wütend auf mich sein!" flehte er. Ich biss mir auf die Unterlippe. "Nagut." murmelte ich kaum hörbar. "Wie war das?" Justin grinste breit. "Ja!" schrie ich genervt. "Ja was?" "Sag mal bist du so dumm, oder tust du nur so?" "Willst du dich jetzt ernsthaft weiter streiten?" fragte er ernst. Ich seufzte. "Ich verzeih dir ja und jetzt lass mich." ich reichte ihm kurz die Hand.

Bad Jay 1 - OdolivanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt