Kapitel 77

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"Das kann doch nicht euer ernst sein?!" empört sass ich im Wagen und sah mir unsere 'Tarnung' an. Ja, ich habe mich dazu entschlossen mit Fredo und Jason bei Yovanna einzubrechen, um Beweise zu finden. Falls es da überhaupt was zum finden gibt. Okay, eigentlich habe ich keine andere Wahl gehabt, nachdem mich die zwei einfach in den Wagen gezerrt hatten und mich praktisch zwangen mitzumachen. "Warum braucht ihr mich eigentlich dazu? Das könnt ihr doch selber machen." "Wir brauchen dich halt. Fühl dich doch geehrt," sagte Jason, "und jetzt, zieh den Hut an." befahl er. Ich knurrte und nahm einen braunen Hut in die Hand. "Und warum müssen wir uns verkleiden?" fragte ich grimmig. "Sie muss ja nicht gleich mitbekommen, dass wir das sind." sagte Fredo. Das ist mal ein Argument.

"Hier." er reichte mir eine schwarze Sonnenbrille, die mir etwas zu gross war. "Uhm.." "Die ist von Justin. Aber sag ihm nichts, sonst sind wir nicht mehr lange lebendig." spasste Jason.

Ich nickte etwas verwirrt und zog sie mir an. Wenigstens scheint heute die Sonne, sodass es nicht allzu komisch aussah. "Bereit?" fragte Fredo, nachdem er seinen Hut richtete. "Aber sowasvon." Jason rieb sich voller Tatendrang die Hände.

Wir stiegen aus dem Wagen und ich folgte den beiden. "Hier wohnt sie?" flüsterte ich. "Ja. Sie hat eine kleine Wohnung, soweit ich weiss." erzählte Fredo. Ich nickte verstehend. Wir blieben vor einem Fenster, hinter dem Haus stehen. "Hier ist ihr Zimmer." Jason und Fredo sahen mich auffordernd an. Ich öffnete leicht meinen Mund.

"Oh nein.. Oh nein nein nein." sagte ich panisch und wollte abhauen, aber Jason schlang geschickt seine Arme um meinen Bauch und zog mich nahe an seinen Körper. Zum ersten Mal war ich ihm so nahe. Aber, ich fühlte mich... Gut. Er roch nach Zimt und Äpfeln. Ich mag Äpfel und Zimt ist ein nützliches Gewürz. "Uhm, Jason." kicherte Fredo. Ich spürte, wie mich Jason langsam los liess. Er sah mit leicht geröteten Wangen auf den Boden, was mich zum grinsen brachte.

"Ich geh dort nicht rein." protestierte ich. "Bitte!" flehte Fredo. "Warum geht nicht einfach einer von euch zwei rein? Ich pass' auf, dass keiner kommt." schlug ich vor. Jason schüttelte den Kopf und sah mich an. "Du bist am beweglichsten." "Was hat das denn bitteschön damit zu tun?" ich verschrenkte meine Arme. "Du kannst dich in kleine Ecken quetschen, verstehst du?" "Nein?" sagte ich zu Fredo. Er verdrehte die Augen. "Jetzt mach!" schon hob mich Jason hoch, damit ich rein klettern konnte. "Danke für die Hilfe." zischte ich sarkastisch, "falls ich erwischt werde, dann schwöre ich euch.." ich wurde unterbrochen. "Wird schon nicht passieren Blondi. Geh rein." spasste Fredo. "Nenn mich nicht so." jammerte ich.
"Ich werde die Haustür bewachen, während Jason hier bleibt und dir bescheid gibt, falls etwas schief geht. Er steht per Kopfhörer in Verbindung mit mir." erklärte Fredo kurz. "Warte, was für ein Kopfhörer?" "Der in meinem Ohr." antwortete Jason und zeigte auf den kleinen, schwarzen Kopfhörer. Ich nickte stumm. Fredo lief weg und liess mich somit mit Jason alleine. "Also.. Ich geh mal." sagte ich und stieg durch das kleine Fenster ins Zimmer.

"Such nach etwas ungewöhnlichem." rief Jason von draussen. Ich nickte, obwohl er es wahrscheinlich nicht mal sah und lief durch ihr Zimmer, welches nicht gerade ordentlich war. Mit verzogenem Gesicht sah ich mich um.
Also, bis jetzt sehe ich nur Klamotten und Unterwäsche die überall herum liegt. Wenn ich mir vorstelle, dass Justin.. 'Stop! Konzentrier dich auf den Auftrag!'

Auftrag.. Wie das klingt. Ich fühle mich gerade wie in diesen James Bond Filmen. Zwar hab' ich noch nie einen davon gesehen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass er sich genauso gefühlt hat, wie ich gerade auch. Zwar ist das in diesem Film alles nur gespielt, während das, was ich hier mache real und somit auch illegal ist, aber das tut ja jetzt nicht's zur Sache. -Notiz an mich selbst; schau dir einen James Bond Film an.

Ich durchwühlte ihre Sachen, fand aber nichts ungewöhnliches. Mit leisen Schritten lief ich zur Tür, die ich öffnete, um mich im rest der Wohnung umsehen zu können.

Bad Jay 1 - OdolivanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt