Kapitel 70

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-Einige Wochen später-

"Versucht den Ton zu halten." sagte Mr Morgan, mein Musiklehrer. Ja, ich hatte mich ernsthaft dazu entschieden Musik als Wahlfach zu nehmen. Drei mal dürft ihr raten, wer mit mir im Kurs ist...
Ich bekam es nich hin den Ton so lange zu halten. Was verlangt der Typ von mir? Dass ich 2 Stunden einen dämlichen Ton singe? Mir ging schon nach kurzer Zeit die Luft aus. Während die anderen munter weiter 'sangen', schnappte ich wieder tief nach Luft. "Kommschon, Victoria. Hopp!" sagte Morgan und sah mich genervt an. Ich keifte. "Sorry, dass ich ein Lebewesen bin und mal ab und zu Luft brauche." Morgan tat so, als hätte er das nicht gehört und sprach irgendwas von wegen Tonleiter blabla. "Psst." jemand warf mir Papierkügelchen auf den Kopf. Ich ignorierte ihn gekonnt. Mir war mehr als nur klar, wer es war. Es konnte ja auch nur er sein. Er versucht schon seit mehr als einer Stunde meine Aufmerksamkeit zu erlangen. Am Anfang drehte ich mich noch um. Als ich ihn schliesslich fragte, was los sei, antwortete er nur damit, mir zuzuzwinkern und mich anzulachen. Da ich bemerkte, dass es keinen Sinn hat ihm zu sagen, er solle aufhören damit, beschloss ich vor etwa mehr als einer halben Stunde ihn einfach ganz zu ignorieren. Ein kleines Lachen konnte ich mir trotzdem immer wieder nicht verkneifen, als ich ihn meinen Namen flüstern hörte.
"Victoria!" schrie er erneut flüsternd. Mir ging das ziemlich auf die Nerven, also drehte ich mich mal wieder Augenverdrehend um. "Was?!" zischte ich grinsend. Ich wusste nicht wieso, aber ich konnte nicht ernst bleiben. Wahrscheinlich, weil sein Blick immer so komisch aussah. Er fing wieder an zu lachen. Schnell drehte ich mich um. "Okay, nein im ernst. Dreh dich um, ich muss dir etwas sagen." ich ignorierte seine Stimme, die leicht gekichert klang.
"Bieber, haben sie etwas der Klasse mitzuteilen?" ertönte die Stimme von Morgan. Ich prustete los und musste mich umbedingt umdrehen, um seine Reaktion zu sehen. Er blieb aber einfach ruhig sitzen und grinste. "Ich wollte nur Victoria etwas erklären, aber sie wollte meine Hilfe leider nicht annehmen."
Ich öffnete meinen Mund, um zu protestieren, aber da fiel mit Mr Morgan ins Wort. "Und warum nehmen sie Bieber's Hilfe nicht an?" diese Frage war wohl an mich gerichtet. Ich zuckte nur mit den Schultern, da ich keine Lust hatte auf noch mehr Diskussionen. Morgan wandte sich der Wandtafel zu und schrieb etwas auf. "Soll ich's dir erklären?" fragte Justin. Ich schnaubte und stand genervt auf, um mich hinten kurz zu Justin zu setzen. Aus der Ecke nahm ich das Gekicher von Jason, John und Jake wahr. Ich schenkte ihnen einen tödlichen Blick.
"Also, ich zeige dir eine Technik, die du anwenden kannst, um den Ton länger halten zu können." sagte er und sah mich ernst an. Ich nickte nur stumm und fixierte seine Augen. Seine wunderschönen, braunen Augen, die mich leicht anfunkelten. Sofort schüttelte ich meinen Kopf, um aus meinem Tagtraum zu erwachen. "Also, als erstes, musst du dich gerade hin setzen." Ich tat, was er sagte. "Dann, gibst du mir deine Hand." Ich runzelte die Stirn, gab ihm aber meine rechte Hand. Er nahm sie und führte sie zu seinem Bauch. Nun war ich die jenige, die ihn stirnrunzelnd ansah. Er fing an pervers zu Grinsen. Schnell zog ich meine Hand zurück. "Man, das war nur Spass." er grinste. Da ist es wieder, dieses Mistkerlgrinsen. Wie sehr ich dieses Grinsen doch verabscheue. Aber bei ihm mag ich es.. Warum? Keine Ahnung, was auch immer..
Ich wollte gerade wieder aufstehen, als er mich an meinem Handgelenk packte und mich nach unten zog. Leider landete ich anstatt auf dem Stuhl, auf dem ich vor etwa 5 Sekunde sass, genau auf Justins Schoss. Sofort schlang er seine Arme um mich. Ein komisches, aber gleichzeitig auch ein tolles Gefühl breitete sich in mir aus. Er lachte rau in mein Ohr. "Lass mich los." brummte ich. "Okay, wenn du dir erstmal anhörst, was ich dir zu sagen habe." sagte er. Ich stöhnte und setzte mich erneut auf den Stuhl neben ihm, sobald er mich los liess. Er nahm wieder meine Hand und führte sie zu seinem Bauch. Ich wollte sie erneut wegziehen, aber er hielt sie fest. "Also, jetzt achte genau auf meinen Bauch." befahl er. Unsicher nickte ich.
Ich spürte, wie er seinen Bauch anzog, und gleich danach wieder los liess. "Und jetzt?" fragte ich und wurde ganz hibbelig, da ich so viel Nähe von ihm nicht ertrage.
Er schüttelte den Kopf. "Du bist so ungeduldig."
Ich zuckte nur mit den Schultern. "Was hast du gespürt? Wie fühlte es sich am Anfang und dann am Schluss an?" fragte er. 'ziemlich muskulös..' dachte ich mir. Sofort schüttelte ich meinen Kopf erneut um diese Gedanken zu verbannen. Justin bemerkte wohl, dass ich zweideutig dachte und fing an zu lachen. Ich ignorierte es aber einfach und konzentrierte mich auf das Wesentliche.
"Uhm.. Dein Bauch war angezogen und dann entspannt?!" es klang wie eine Frage. Er nickte. Ich nahm meine Hand weg und räusperte mich. "Und wie soll mir das helfen?" fragte ich verwirrt. Er grinste erneut. Warum grinste der Junge heute die ganze Zeit?!
"Sobald du einatmest, beim Singen, musst du den Bauch entspannen. Während dem singen musst du ihn langsam einziehen, so hast du mehr Luft."
Das klang ziemlich logisch. "Probier's." sagte er. Ich nickte. Langsam versuchte ich genau das zu tun, was er mir gerade erklärt hat. "Haben wir die Nachhilfestunde nun beendet, oder wird das hier noch ein Kaffeekränzchen?" fragte Mr Morgan und sah uns finster an.
"Danke." sagte ich zu Justin und stand auf. Er nickte mir zu. "Das machen Freunde halt. Sie helfen sich." fügte Jus noch hinzu. "Hey! Mir hilfst du aber nie, obwohl wir Freunde - sogar fast Brüder sind!" mischte sich Jason ein. Justin verdrehte die Augen. "Also jetzt reicht's mir! Der Nächste, der jetzt redet, den werfe ich eigenhändig aus dem Fenster!" schrie Morgan genervt und sah zuerst mich, dann Justin und am Schluss Jason an. Jason und ich nickten gleichzeitig verstehend. Justin gähnte nur unbeeindruckt von Mr Morgan's Drohung und lehnte sich zurück auf seinem Stuhl.
"Alles klar?" fragte Aiden und sah mich an. Er sass neben mir. Ich nickte. "Ja. Ich versteh' es jetzt besser." lächelte ich. "Ich hätte es dir auch erklären können." "Nächstes Mal." sprach ich überfordert.
Manchmal habe ich das Gefühl, Aiden und Justin sind wie kleine Kinder, die sich um ein Spielzeug streiten. Das geht jetzt schon mehr als zwei Wochen so. Aiden nickte und kam mir näher. Fragend sah ich ihn an. "Hättest du Lust mit mir auszugehen?" er biss sich auf seine Unterlippe und sah mich grinsend an, was ziemlich heiss aussah. Ich kicherte. "Ein Date?"
"Vielleicht." flüsterte er in mein Ohr.
-
"Wohin gehst du?" Justin stand angelehnt an meinem Auto. Ich spürte, wie sich Aiden neben mir anspannte. "Ich geh zur Arbeit."
Mitlerweile arbeite ich schon seit mehr als zwei Wochen im Cafe und ich liebe es! Ich habe mich schnell zurecht gefunden und komme mit jedem gut klar. Justin wusste zwar, dass ich eine Arbeitsstelle habe, aber ihm gesagt, wo ich arbeite, das habe ich noch nicht. Er hat gefragt, aber ich habe nur gesagt in einem kleinem Cafe. Justin nickte und kam auf mich zu um mich zu umarmen. Ich blieb einfach stehen. "Uhm.." "Freunde tun sowas doch, oder?" er sah Aiden kurz finster an, aber sobald er mich ansah lächelte er wieder. Ich nickte tonlos und stieg ohne weiteres in mein Auto. "Bis dann." rief mir Aiden zu. Ich lächelte ihn an und schlug die Türe zu. Sobald ich dies getan hatte, fuhr ich voller Vorfreude direkt ins Cafe.

JUSTIN POV

"Hättest du Lust mit mir auszugehen?" hörte ich Aiden Victoria fragen. Ich setzte mich aufrecht hin und spannte mich leicht an. Wahrscheinlich gibt sie ihm gerade einen Korb. Also, wenn das passiert, dann werde ich Aiden richtig auslachen.
Sie kicherte. Warte mal, sie kicherte?! Nicht ihr ernst! "Ein Date?" fragte sie ihn. Ich schnaubte. Das gibt's doch nicht!
"Vielleicht." flüsterte er ihr zu und drehte sich wieder zur Tafel nach vorne. Ich knurrte und sah John an, der wohl auch mitgehört hat und mich besorgt ansah. Ich schüttelte wütend meinen Kopf.
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"Wohin gehst du?" ich stand angelehnt an ihrem Auto. Sie lächelte mich schief an. "Ich geh zur Arbeit."
Ich nickte verstehend. Nachdenklich biss ich mit auf die Innenseite meiner Wange. Ich bemerkte Aidens aufersüchtigen Blick. Langsam kam ich auf Vic zu und umarmte sie. Dabei zog ich sie nahe an mich und schloss für einen kurzen Moment meine Augen. Es tat gut sie wieder zu spüren.. "Uhm.." sie räusperte sich. Ich lächelte sie an, als ich merkte, dass es komisch für sie war. Ihre Wangen wurden leicht rot, was mich zum schmunzeln brachte. "Freunde tun sowas doch, oder?" sagte ich und schenkte Aiden einen kurzen, finsteren Blick, um ihm zu vermitteln, dass er es nicht wagen sollte, ihr zu nahe zu kommen. Wortlos stieg Vic in ihren kleinen Wagen und lächelte mir zu. Mir. Nicht Aiden. Eins zu null für mich!
"Bis dann." rief ihr Aiden zu. Sie sah ihn freundlich an und fuhr weg. Aiden wendete sich zu mir und räusperte sich.

Ich sah in seine Augen. Für einen kurzen Moment dachte ich, ich hätte diese Augen schonmal gesehen. Woher kenne ich ihn? Warun kommt er mir nur so bekannt vor? Aiden.. Aiden.. Aiden.. Ich kenne aber keinen Aiden.. Oder etwa doch..?!

Ich bemerkte, wie angespannt er war. Ihm ging es wie mir, das war mehr als nur merkwürdig. Sofort wich er meinem Blick aus und sah auf den Boden. "Also, man sieht sich, Justin." er lief an mir vorbei. Ich musste mich ziemlich beherrschen, um ihm nicht eine reinzuhauen.

VICTORIA POV

Ich hörte, wie die Tür aufging und jemand mit langsamen Schritten, die im ganzen Raum zu hören waren hinein lief. Schnell hob ich meinen Kopf und erkannte von hinten dunkles, schwarzes Haar. Ich schnappte mir Stift und Papier und lief mit einem Lächeln zu dem jungen Mann an den Tisch. "Guten Abend, was darf ich ihnen bring.." ich verschluckte mich an meiner eigenen Spucke und sah ungläubig in eisblaue Augen, die mich kalt aber zugleich auch amüsiert ansahen. "Ich hätte gerne einen Espresso, Victoria." sagte er mit tiefer Stimme und grinste mich dreckig an.

JUSTIN POV

"Und, wie läuft das Projekt 'Gewinne Victoria zurück'?" spasste Mike und verteilte das Gras. "Ich dachte, du würdest nicht mehr Kiffen?" ich stellte ihm eine Gegenfrage. Er sah mich mit einem tödlichen Blick an. "Das lass mal meine Sorge sein, Biebs." "Nenn.Mich.Nicht.So!" zischte ich und betonte jedes einzelne Wort. "Was auch immer. Also?" er sah mich wartend an. Ich seufzte. "Ich weiss nicht.." gab ich ehrlich zu und kratzte mich am Kopf. "Wie?" er hob eine Augenbraue. Ich stöhnte genervt und warf meinen Kopf in den Nacken. "Keine Ahnung. Immer, wenn es gut läuft, taucht dieser Aiden wie aus dem nichts auf."
Mike nickte verstehend und zündete seinen Joint an. "Also, ich glaube, wir sollten dem mal ein paar auf's Maul hauen." mischte sich Jason ein. "Damit ich Vic endgültig verliere?" schnaubte ich, "nein, dieses Mal, muss ich mich zusammenreissen. Dieser Typ scheint ihr wichtig zu sein und.." "Tzz, wichtig.. Wen interessierts? Er ist ein Wichser, wenn er meint, er könne sich mit dir-mit uns anlegen." Jason sah wütend aus. Ich runzelte die Stirn. "Seit wann ist dir das alles so wichtig? Du warst der jenige, der von Anfang an gegen sie war." Jason zuckte nur stumm mit den Schultern.

VICTORIA POV

"Hier, bitteschön." sagte ich und stellte den Espresso auf den Tisch. Cole schmunzelte. "Du machst deinen Job nicht schlecht." "Danke." antwortete ich und wollte gerade weg gehen, als er mich am Handgelenk festhielt. "Hier." er drückte mir etwas in die Hand. Ich nahm es an und sah, dass er mir fünfzig Dollar gegeben hat. "Das ist aber zu viel.." "Der Rest ist Trinkgeld." er zwinkterte mir zu. "Okay. Danke." stotterte ich verwirrt und lief auf den Tresen zu. Ich hatte das Gefühl, seine Blicke würden sich in meinen Rücken bohren. Er starrte mich die ganze Zeit an. Mit zittrigen Händen nahm ich mein Handy unauffällig aus einem Kasten, indem meine Wertsachen lagen. Dabei achtete ich darauf, dass Cole es nicht bemerkte. Zitternd tippte ich eine Nachricht.

Nachricht an: Justin.
'Komm ins Café Cha-Cha. Schnell."

Tippte ich kurz und knapp.
Als ich wieder hoch sah, war Cole plötzlich weg. Ich starrte mit weit aufgerissenen Augen den Tisch an, andem er vorhin noch sass. Die Tasse lag unberührt auf dem Tisch. Cole war weit und breit nirgendwo zu sehen.
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Hello!
Endlich hab' ich es geschafft zu updaten..
Dankedankedanke für die 31k reads! Das ist der wahnsinn! Ihr seid die besten! Danke Leute :)
Bis zum nächsten Mal!

Bad Jay 1 - OdolivanWo Geschichten leben. Entdecke jetzt