JUSTIN POV
"Wer war das?" fragte Fredo mit dem Mund voller Essen. Kann er nicht zuerst zuende kauen, bis er spricht?! "Victoria. Sie will, dass ich zu ihr komme." ich grinste wie ein Vollidiot. "Uuu, treibt es bitte nicht zu wild." Ich verdrehte lachend die Augen und zog mir rasch meine Schuhe und die Jacke an. Dabei tippte ich eine kurze Antwort.
"Warte, wo arbeitet sie?"
"In so 'nem Cafe. Ich schalt' einfach Google Maps ein." sagte ich locker und öffnete die Tür. "Bis dann ihr Opfer." schrie ich und knallte die Türe zu.
'Tja, lieber Aiden. Hat wohl doch nicht mit der Liebesstory mit Vic geklappt.' dachte ich mir grinsend und fuhr los.
Relativ schnell fand ich das Cafe und parkte direkt vor dem Eingang. Es sah ziemlich gemütlich aus. Mit einem breiten Lächeln ging ich rein.
VICTORIA POV
Völlig fertig setzte ich mich vor dem Tresen. Es gab nicht viele Kunden, ausser zwei Männer, die sich angeregt über Aktien und unnötigen Kram unterhielten. Sonst gab es nicht's zutun. Es ist schon ziemlich spät und das heisst auch, dass ich bald schliessen muss. Ich vergrub meinen Kopf in den Händen und versuchte mich zu beruhigen. Ich habe einfach keine ruhige Minute mehr. Ständig muss ich mich in acht nehmen und angst haben, dass jemand einfach kommt und mich umbringt oder sonst irgendwas mit mir anstellt. Es wird mir zu viel.
"Hier bin ich, wie du es gewünscht hast." nahm ich die Stimme von Justin wahr, der wohl direkt neben mir stand und seine Hand an meinen Rücken legte. Ich hatte mich zuerst gefragt, was er hier macht, aber dann ist mir wieder eingefallen, dass ich die jenige war, die ihn gerufen hat.
Ich hob meinen Kopf und sah ihn, der mich breit grinsend ansah. Seine Augen funkelten und man sah Freude in ihnen, was mich glücklich machte.
"Hey..." ich biss mir auf die Unterlippe und stand auf. Er sah runter zu mir. "Gab es einen Grund, warum du mich angerufen hast?" fragte er mich und kam einen Schritt näher. Ich schluckte schwer. Ich wollte ihn anlügen und nichts von Cole sagen, beschloss mich aber doch lieber für die Wahrheit. Ich seufzte und nahm seine Hand, um ihn hinter den Tresen zu führen; in einen kleinen Raum, indem die Getränke standen. Es muss ja nicht jeder mitbekommen, dass ein Psychopath hinter mir her ist. "Also?" fragte er und sah mich verwirrt an. Er bemerkte, dass etwas nicht stimmt. "Cole.. Er war wieder hier." ich spielte nervös mit meinen Fingern. Justin spannte sich an. "Was wollte er?" fragte er in einem ruhigem Ton. "Er gab mir 50 Dollar. Als ich dir geschrieben habe, ist er einfach so verschwunden." hauchte ich leise. Plötzlich ertönte ein lauter knall. Ich zuckte zusammen und stellte fest, dass Justin gegen die Wand gehauen hat. Seine Hand wurde rot. "Spinnst du?! Deine Hand blutet fast!" sagte ich panisch und nahm seine linke Hand, um sie anzusehen. Er zuckte mit den Schultern. "Ich würde ihn am liebsten..." er unterbrach sich selber, indem er laut und frustriert stöhnte, "Wenn ich bloss wissen würde, wo er sich aufhällt." zischte Justin nachdenklich. Ich runzelte die Stirn. "Ihr wisst es nicht?" fragte ich. Er nickte. "Ich habe keinen Schimmer. Wir haben überall gesucht, aber fanden ihn nie. Das ist doch unnormal. Der Kerl ist krank!" schrie er und fuhr sich nervös durch die Haare.
"Ich muss kurz das Cafe schliessen. Wenn du willst, kannst du warten und dann mit zu mir nach Hause kommen." schlug ich vor. Ich weiss, dass es eine schlechte Idee ist, aber ich kann ihn nicht alleine in diesem Zustand lassen. Er sieht so aus, als würde er gleich jeden, der ihm entgegen kommt verprügeln. Er nickte und lief mit mir raus. Mitlerweile war es leer und schnell räumte ich noch alles auf, dann schloss ich das Cafe. "Lass uns mit meinem Auto fahren." murmelte ich und entsperrte meinen Smart. "Wieso?" fragte er. "Willst du etwa mit einer verletzten Hand fahren?" fragte ich belustigt. Er grinste nur und setzte sich in den Wagen. "Ich sag einfach John bescheid, er solle den Wagen nach Hause fahren."
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"Was machst du da?" quängelte Justin, als ich das Desinfektionsspray auf seine Hand sprühte. Jedoch zuckte er nicht zusammen. War ja sowas von klar. "Sei still." befahl ich und stemmte meine Hände auf meine Hüften. Mit gespitzten Lippen dachte ich nach, wo der Verbandskasten war. "Machst du eine auf Superman, oder warum stehst du so?" kicherte Justin. Ich verdrehte die Augen und warf einen Lappen auf seinen Kopf. Er hob wehrend die Hand. "I'm sorry." entschuldigte er sich aber lachte trotzdem. Ah, jetzt lacht er wieder? Vorhin, da jammerte er, wie sehr seine Hand pochte. Ja, er jammerte. Das hat mich überrascht. Sonst war er doch immer der coole Kerl, dem alles egal war.
"Ah da!" sang ich und fischte den Verbandskasten aus der Komode und nahm ein Verband, welches ich sofort um seine Hand band. "Ich brauche das nicht." protestierte er. "Mir egal, solange du mit mir befreundet bist, musst du damit klar kommen, dass ich mich um dich kümmere." sagte ich streng und versorgte alles wieder an seinen ursprünglichen Platz. Ich spürte, wie sich zwei Arme um meinen Bauch schlangen. Justin vergrub sein Gesicht in meine Halsbeuge. Sein heisser Atem prallte immer wieder auf meiner Haut ab. Meine Nackenhaare stellten sich auf. Ich schloss kurz meine Augen und genoss seine Nähe. "Du riechst so gut. Du bist so..." er zog meinen Duft ein und sprach weiter, "du bist besonders. Perfekt. Einzigartig." beendete er seine Aussage und drückte mich nähre an ihn. "Alles an dir ist toll." sprach er weiter und hob seinen Kopf. Ich drehte mich um, sodass ich ihm direkt in die Augen sah. Er drückte mich gegen die Wand. Seine Hand fuhr meine Wange endlang. "So.. So perfekt." er wiederholte seine Worte immer wieder. Sein Daumen wanderte zu meinen Lippen. "Am liebsten, würde ich dich jetzt küssen." murmelte er in gedanken und starrte auf meine Lippen. Bevor ich die beherrschung über mich verlieren konnte, räusperte ich mich kurz und drückte ihn leicht weg. Mit schnellen Schritten lief ich aus dem Badezimmer in die Küche und holte eine Flasche aus dem Kühlschrank, aus der ich dann das Wasser in einen Becher füllte. Justin kam mir nach und lehnte sich an die Wand. "Willst du auch?" ich versuchte so cool wie möglich zu bleiben. Als wäre gerade nichts passiert. 'Ist es doch auch gar nicht, oder?!' rief mir mein Gewissen zu und ich nickte verstehend. Justin sah mich kurz verwirrt an.
Sah wahrscheinlich ziemlich komisch aus, dass ich einfach so nickte, obwohl er nichts gesagt hat. Ich ignorierte diese mehr als nur unangenehme Situation und veruschte wieder ins Gespräch zu kommen. "Also, willst du?" fragte ich erneut. "Nein." antwortete er mit monotoner Stimme und krazte sich am Arm. "Okay." krächzte ich. "Alles klar?" fragte er mich. "Uhm.. Ja. Ja alles gut!" meinte ich lachend und legte die Flasche wieder in den Kühlschrank. "Du hast ein Date mit Aiden?" er wechselte das Thema und sah mich mit kaltem Blick an. "Ja." sagte ich nur. "Er ist nicht der richtige für dich." seine Stimme klang streng. "Ach, und woher willst du das wissen?" mit zusammengekniffenen Augen sah ich ihn an. "Weil ich es eben weiss." brummte er. Ich schnaubte. "Ich werde trotzdem mit ihm ausgehen." "Nein, lieber nicht." meinte Justin. "Warum sollte ich nicht? Er ist nett, lieb, süss, fürsorglich und.." "Dein ernst?" Justin lachte spottend und schüttelte den Kopf. "Was den?!" genervt seufzte ich. "Du belügst dich selber. Ich und du, wir beide wissen ganz genau, dass ich trotzdem immer deine Nummer eins bleiben werde." er klang ziemlich überzeugt. Und ja, es stimmt. Er wird es immer bleiben. Ich würde Justin immer den anderen vorziehen. Sogar, wenn Leonardo Di Caprio auf mich stehen würde. Wirklich. Er ist meine erste Wahl. Aber trotzdem... Ich werde mich nicht mehr auf ihn einlassen. "Es geht einfach nicht, Justin." überfordert rieb ich mir den Nacken. "Warum?" fragte er mich. "Weil... Du hast mich zu sehr verletzt. Du bist ein.. Ein Arschloch." ich schluckte schwer. "Trotzdem liebst du mich." er wackelte mit den Augenbrauen. "Das spielt doch keine Rolle." ich warf meine Hände in die Luft. "Warum benutzst du immer die gleiche Ausrede? Du bist verletzt. Das weiss ich und glaub mir, ich bereue es mehr als alles andere, aber das ist nicht alles.. Was stört dich wirklich?" er sah mich sanft an und strich mir eine Strähne aus dem Gesicht. "Ich.. Es geht einfach nicht." ich lief aus der Küche. "Das ist kein Argument, Victoria! Bitte!" "Ich finde, du solltest jetzt gehen. Wir sehn' und morgen." ich lächelte ihn gezwungen an, als wäre nichts passiert und öffnete die Tür. Er knurrte, aber lief an mir vorbei. Plötzlich blieb er kurz stehen und ging einen Schritt zurück. "Bis dann, beste Freundin." er grinste mich leicht an, drehte sich um und ging.
Man, er hat ja richtige Stimmungsschwankungen..
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Bad Jay 1 - Odolivan
Hayran Kurgu"Früher hätte ich mich nie auf so jemanden eingelassen. Jemanden, der skrupellos genug war, um Menschen, ohne mit der Wimper auch nur zu zucken, umzubringen. Früher hätte ich mich nicht auf jemanden eingelassen, der schon mit jeder zweiten, die ihm...
