Kapitel 39

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Im inneren des Hauses war es kühl, aber trocken.
Der Eingang selbst, bestand aus einem schmalen Flur, in dem eine Tür hinten, zu einem Gäste WC, und eine Tür links in angrenzende Räume führten. Rechts war eine Treppe, die sich in die Dunkelheit der zweiten Etage verlor. Eine kleine Kommode war direkt neben der Eingangstür aufgestellt, auf der ein kleiner Schlüsselkorb lag, der nun leer war. An einem Kleiderständer hingen Jacken und Mäntel und aus den Augenwinkeln könnte es glatt so wirkten, als stände dort eine groß gewachsene, bucklige Person. 

Während Bokuto mit der Klientin einige Worte wechselte, wandte sich Akaashi ab. In etwa wie man es tat, wenn man ein Telefonat führte und für sich selbst so den Schein von Privatsphäre aufbauen wollte. Nur hatte Akaashi nicht vor, jemanden anrufen. Zumindest nicht direkt.
Er wollte dem Haus zuhören und dem, was in ihm lauerte. Etwas, dass Keiji in den letzten Monaten vermehrt trainiert hatte.
Sein Gehör, was Geisteraktivität betraf, war ausgezeichnet und so war es Akaashi möglich mehr zu hören als anderen. Wenn er nur sich etwas Zeit nahm und genau hin hörte.
Der schwarzhaarige atmete ruhig und gleichmäßig ein, wie auch aus. Dabei konzentrierte er sich auf die kleinen Geräusche, die aus dem Inneren des Gebäudes kamen. Irgendwo bewegte sich Stoff.. ein Vorhang oder eine Gardine, die sich sachte hin und her bewegte. Nein.. das suchte er nicht...
Dann war da ein beständiges, rhythmisches Ticken, das unverkennbar zu einer Standuhr gehörte. Nein.. auch das suchte Akaashi nicht .
Aber mit einem Mal..war da noch etwas anderes Geräusch, etwas, das in sein Unterbewusstsein erklang und so leise war, dass es kaum greifbar war für ihn schien.

"Akaashi."
Mit einem Mal war da eine Hand auf Akaashis Schulter, sodass dieser kaum merklich zusammen zuckte.
Er drehte sich um und sah in die großen, goldenen Augen von Bokuto, der ihm nun direkt gegenüber stand und fragend musterte.
Die Auftraggeberin war bereits gegangen.
"Was ist, hörst du etwas?"
Fragte ihn der Ältere und reflexartig trat Akaashi einen Schritt zurück. Die Hand glitt von seiner Schulter und landete wieder an Bokutos Seite.
"Ein.. Murmeln vom Haus selbst." antwortete Akaashi und sah an Bokuto vorbei durch die rechte Tür, die in die Küche führte.
Dort war das Fenster und Akaashi erkannte, dass davor ein großer Busch wuchs, dessen feinen Zweige nach oben ragten wie Finger, die gierig nach etwas griffen.
"Es ist zwar leise und verschwindet ab und zu, aber es ist da."
Bokuto nickte leicht und musterte Akaashi kurz.

Kotaro hatte eine kleine Lampe aus seinem Rucksack geholt, deren Licht einen warmen, orangen Schein auf die beiden jungen Männer warf, jedoch nicht bis in alle Ecke des dunklen Flures reichte.
"Wir machen es wie üblich, messen erst die Temperatur in den Räumen, suchen uns ein Lager und sehen dann weiter. Ich denke nicht, dass Unohana-sans Alte... entschuldige, ich meinte natürlich...Mutter! Uns große Schwierigkeiten bereiten wird, wenn sie nur ein Typ Einser ist."
So machten sich die beiden schließlich an die Arbeit.
Sie begannen in der Wohnstube, woher das Ticken kam, welches der jüngere gehört hatte.
Während Akaashi die Temperatur maß, inspizierte Bokuto die Einrichtung und Gegenstände, die ein mögliches Memento sein konnten. Solange der Geist noch nicht auftauchte, war das herauszufinden natürlich nicht so gefährlich, als wenn der ungebetene Gast aktiv war.
Da sie aber ja wussten, dass der Geist zumeist gegen Mitternacht aktiv war, bestand jetzt keine Gefahr auf Besuch.
Akaashi erinnerte sich noch genau, wie sie einmal eine Socke hatten versiegeln müssen. Dieser Fall war so lächerlich gewesen, dass die drei Agenten aus Fukurodani, welche den Auftrag hatten, beschlossen hatten, ihn nicht in ihr Auftragsbuch zu verzeichnen. 
Nichtsdestotrotz war es immer für ein Lacher gut.
In der Wohnstube waren es dreizehn Grad und da Akaashi weder etwas Bestimmtes hörte, noch Bokuto etwas sah, führten sie ihre Untersuchungen in der Küche fort, wo sie genauso viel Glück hatten.
Schließlich standen sie am Fuße der Treppe und sahen gemeinsam in Richtung des zweiten Stockes.
"Duuuuuu? Akaashi? Willst du nicht vorangehen?"
"Nein!"
Die Antwort des angesprochenen war mehr als eindeutig.
"Komm schon, ich war letztens derjenige, der bei der Kalten Jungfrau in den Keller gegangen ist!"
"Das war Washio-san gewesen. Und jetzt geh bitte voran, Bokuto-san. Wir haben nicht die ganze Nacht Zeit."
In letzter Zeit, kam es immer häufiger vor, dass Akaashi und Bokuto gemeinsam auf Aufträge gingen.
Entweder, weil Bokuto sich dazu schlich beziehungsweise sich aufdrängte oder aber weil er Akaashi, sowie diesesmal auch, mitnahm.
Gelegentlich war auch mal ein andere der Gruppe mit dabei, doch meistens, waren es nur die beiden.
Anfangs, hatte es den schwarzhaarige genervt, mitlerweile.. nervte es ihn zwar immer noch, aber nicht nur. Irgendwo, hatte er auch gefallen daran gefunden.
Er verstand den älteren mittlerweile recht gut und wusste daher, wie dieser tickte, obwohl es ihn selbst verwunderte.

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Ave meine lieben.

Hach ja.. die Ruhe vor dem Sturm.. und... ich freue mich schon auf den aufkommenden Sturm~

Ghost Hunters  (BokuAka)Wo Geschichten leben. Entdecke jetzt