Silber

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Als wir fertig mit dem Essen sind, ist die Sonne bereits untergegangen und die ersten Sterne sind am violetten Himmel zu sehen.
„Ist dir kalt?" fragt Philipp, doch ich schüttele den Kopf, während ich auf das glatte Wasser blicke. Gerade geht es mir einfach nur gut. Philipp bringt das Geschirr und die restlichen Sachen in sein kleines Haus und ich hänge meinen Gedanken nach.

Ich kann verstehen, warum er an diesem Ort so ausgeglichen und glücklich ist. Hier kann man seine Sorgen weit weglassen und einfach nur sein. Das mit jemand Fremden zu teilen, birgt ein großes Risiko und ich habe große Ehrfurcht davor, dass er mich mit hierhergenommen hat.

„Wo bist du denn gerade?" fragt Philipp auf einmal neben mir und ich lächele vor mich hin.
„Hier," antworte ich. „Ich bin genau hier."
„Kommst du mit?" fragt er und bevor ich verstehe, was er meint, höre ich schnelle Schritte und sehe ihn vom Steg ins Wasser springen. Dass er keine Kleidung trägt, registriere ich erst im letzten Moment und starre ihm verdattert hinterher.

Philipps Kopf taucht aus dem Wasser auf und er schüttelt sich die Tropfen aus dem nassen Haar. „Na?" ruft er. „Traust du dich?"
Ich lache lauthals und möchte mir natürlich nicht die Blöße geben, ihm zu sagen, dass ich das noch nie gemacht habe. Stattdessen ziehe ich in Windeseile meine Klamotten aus, lasse sie auf der Picknickdecke liegen und renne so wie er zuvor über den Steg zum Wasser.

Mit einer gekonnten Arschbombe platsche ich ins Wasser und als ich auftauche, begrüßt mich Philipps amüsiertes Lachen. „Du bist so elegant," kichert er und ich strecke ihm die Zunge heraus, während ich auf ihn zu schwimme. Das Wasser ist kühl, aber nicht eisig. „Weißt du, dem Gastgeber die Zunge rauszustrecken, ist eine ziemliche Frechheit," grinst er und ich sehe wieder das amüsierte Gelbgrün.

Ich hebe eine Augenbraue und schwimme weiterhin auf der Stelle vor ihm. „Und? Was will der Gastgeber dagegen tun?" frage ich frech.
„Der Gastgeber könnte dich dafür bestrafen," erwidert er ebenso frech und schwimmt noch näher an mich heran.
„Und womit?" frage ich. „Zwingst du mich, einen Fisch auszunehmen?"
„Das wäre zu leicht," überlegt er teuflisch. Sein Blick fixiert meine Lippen und ich spüre, wie die Stimmung zwischen uns umschlägt. Dunkles Nachtblau schimmert in seiner Färbung und seine Zunge befeuchtet seine Lippen. „Ich könnte dir deinen Höhepunkt verwehren, wenn wir es gleich oben auf meinem Futon unter dem Dach tun."

Mein Atem stockt in meiner Kehle und ohne ein weiteres Wort überbrücke ich die Distanz zwischen uns und vereine unsere Lippen. Philipp umschlingt mich mit seinen Armen und erwidert den Kuss mit der gleichen Intensität. Instinktiv wickele ich meine Beine um seine Hüften und keuche erregt auf, als meine Länge seine streift.

Unbeholfen strampelt er mit seinen Beinen und ich merke, wie wir langsam untergehen. Kichernd löse ich mich von ihm und auch er schwimmt etwas rückwärts. „Wie schaffen Menschen in Filmen es, dabei nicht zu ertrinken?" prustet er und schwimmt zurück zum Steg. Ich folge ihm lachend und lasse mich von ihm an der Hand aus dem Wasser ziehen.

„Ich denke, wir verlegen das Ganze besser an einen etwas bequemeren Ort," murmelt Philipp heiser und zieht mich an der Hüfte dicht an sich. Mein Körper erschaudert, teils von seiner Berührung, teils von der Kälte, die die Nachtluft auf meiner feuchten Haut verteilt. Philipp streift mit seinen heißen Lippen hauchzart über meine und zieht mich dann mit sich zu seinem kleinen Holzhäuschen.

Drinnen ist es im Vergleich zu draußen angenehm warm und Philipp holt sogleich zwei weiche Handtücher aus einem der versteckten Schränke. Eines der Handtücher legt er um mich und zieht mich dicht an sich. Wieder streifen seine Lippen über meine, kein Kuss, nur eine Andeutung davon und ein Versprechen auf so viel mehr. Sanft reibt er mit dem Frotteestoff über meine Haut, nimmt die kühlen Tropfen damit auf, während seine Augen mich begierig mustern.

Ich nehme ihm das zweite Handtuch ab und tue es ihm gleich. Vorsichtig fahre ich damit über seine glatte, feuchte Haut und widerstehe dem Drang, die Spur mit meiner Zunge nachzufahren. Als ich über seine erhärteten Brustwarzen fahre, beißt Philipp sich leise wimmernd auf die Unterlippe und ich registriere mit Wohlwollen, wie sein Nachtblau karminrote Sprenkel der Erregung bekommt.

Seine Hände führen das Handtuch hinab über meinen Rücken und als er an meinem Po ankommt, zieht er mich ruckartig an sich, so dass ich erregt nach Luft schnappe, als meine Erektion gegen seine gepresst wird. Er ist hart und heiß und ich stöhne leise auf. Wieder bekomme ich nur den Hauch eines Kusses und als ich nach seinen Lippen schnappen will, zieht er grinsend seinen Kopf zurück.

Verwirrt runzele ich die Stirn und ich erinnere mich an seine Drohung.
„Bitte entschuldige, dass ich frech zu dir war," wispere ich und neige mich vor zu ihm. Verschmitztes Cyan zeigt sich und er lächelt schief. „So gefällst du mir schon besser," haucht er und lässt das Handtuch einfach fallen.

Philipp geht ein paar Schritte zurück und schaltet das Licht aus. Pure Dunkelheit umfängt uns und für eine Sekunde verliere ich jegliche Orientierung. Philipps warme Hand ergreift meine und führt mich sicher durch das winzige Haus. Ich spüre Leitersprossen und folge ihm nach oben. Schemenhaft erkenne ich einen Futon, der praktisch den gesamten Bereich unter dem Dach ausfüllt. Philipp zieht mich zu sich auf die Matratze und endlich küsst er mich.

Heiß und feucht dringt seine Zunge in meinen Mund, seine Hände liebkosen meine Haut, erkunden meinen Körper. Ich winde mich an ihm, zittere buchstäblich vor Erregung und seufze leise auf, als seine Hand mich umfasst.

Kurz flammt Zweifel in mir auf. Zweifel, ob das hier richtig ist, ob wir zu schnell sind, ob wir warten sollten. Doch Philipps Lippen umschließen wieder meine, saugen sanft an mir und ich weiß, dass etwas, das sich so richtig anfühlt, nicht falsch sein kann. Meine Finger beginnen, seinen Körper zu erforschen, seine Arme, seine Brust, seinen Rücken. Immer tiefer wandern sie, immer flehender wird Philipps Seufzen bis ich schließlich meine Hand um ihn lege.

Er ist hart und geschwollen, seine Haut heiß und zart zugleich. Sinnlich beginnen wir, uns gegenseitig zu verwöhnen, während unsere Lippen aneinander saugen und unsere Zungen sich umspielen. Immer ungeduldiger kreist Philipps Hüfte gegen meine Hand und dann schiebe ich meine Hand nach hinten zu seinem knackigen Po.

Philipps lange Finger umfassen nun uns beide und entlocken meinem Körper ungeahnte Gefühle. Stöhnend atme ich in seinen Mund, während mein Finger sich allmählich vortastet. Mit seiner freien Hand greift er hinter sich und reicht mir nach kurzem Umherkramen eine kleine Tube. Ohne zu fragen, öffne ich gekonnt den Deckel und lasse etwas von dem kühlen Inhalt auf meine Finger fließen.

Mein Finger nimmt seine Suche wieder auf und schon bald stöhnt Philipp ungehalten unter meinen Bewegungen, als ich ihn gemächlich vorbereite und verwöhne. „Ricardo," wimmert er leise und sein Atem geht immer schneller. „Oh, Ricardo." Meine Erregung ist nun kaum noch auszuhalten, so göttlich ist das Gefühl seiner Finger um uns, doch bevor ich mich meinem Schicksal ergeben kann, drückt Philipp mich zurück auf die Matratze und stützt sich auf meiner Brust ab.

Instinktiv lege ich meine Hände auf seine Hüften und setze mich auf, um ihn erneut leidenschaftlich zu küssen. Seine Hände vergraben sich in meinen Haaren, als er sich quälend langsam auf mich sinken lässt und mich in sich aufnimmt.
Atemlos starre ich ihn in der Dunkelheit an, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich an meine Größe zu gewöhnen. Im dunklen Licht der Sterne über uns sehe ich nur sein Karminrot gemischt mit silberfunkelnden Fäden.

Irgendwann beginnt Philipp sich vorsichtig auf mir zu bewegen und ich beiße erregt in die zarte Haut an seinem Schlüsselbein. Meine Fingerspitzen pressen sich in seine Hüften, als er seinen Rhythmus findet und jedes Ausatmen zu einem leisen Stöhnen wird. Immer schneller bewegt er sich auf mir und ich lege mich zurück auf die Matratze, genieße seinen Anblick und den der Sterne durch das Glasfenster über uns. Philipp stützt sich mit einer Hand auf meiner Brust ab und umfasst sich selbst mit seiner anderen.

Er pumpt sich zweimal kräftig und dann spüre ich ihn um mich pulsieren, als er seinen Kopf in den Nacken wirft, meinen Namen schreit und heiße Spritzer auf mir verteilt. Er schimmert vollkommen in ekstatischem Silber und mein Höhepunkt erreicht mich still und ehrfürchtig, seine Intensität so stark, dass ich für einen Moment nicht sicher bin, ob die Sterne, die ich sehe, die echten oder ein Machwerk meiner Fantasie sind.

Farbenspiel | ✓Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt