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Zum Glück merkte der Ältere nichts von meinem plötzlichen Stimmungswandel. Oder er tat nur so, als wenn er es nicht mitbekäme? Aber ich war sehr froh, dass er mich nicht darauf ansprach, sonst hätte er solange keine Ruhe gegeben, bis ich ihm die Wahrheit gesagt hätte.

Lügen brachte auch nichts, dazu kannte er mich einfach in- und auswendig.

Ich wollte ihn nicht mit meinen unnötigen Problemen belasten, er hatte genug zum Kämpfen.

Mittlerweile hatte sich der Ältere in seinem Krankenzimmer einquartiert. Leider musste er sich mit jemanden ein Zimmer teilen, der ebenfalls krebskrank war. Sowie ich es verstanden hatte, hatte er Lungenkrebs - ebenfalls eine sehr schwer zu behandelnde Krebsform.

Es lag ehrlich gesagt überhaupt nicht in meinem Interesse, dass Tae sich mit einem ebenfalls Krebspatienten ein Zimmer teilen musste. Der Mann wirkte so, als wenn er mit seinem Leben bereits vollständig abgeschlossen hätte und nur auf eine Erlösung wartete.

Ich wollte auf keinen Fall, dass er meinen Tae manipulierte sodass auch er begann so zu denken. Ich hatte verdammt große Angst vor diesem Moment. Oder was wäre, wenn der Patient morgen neben Tae stirbt und ihn das triggert?

"Es hat doch sowieso alles keinen Sinn, Jungkook." Könnte er sagen. "Lass mich einfach sterben.. Lass mich endlich die langersehnte Erlösung schenken.."

Bei dieser Vorstellung zog sich alles in mir zusammen. Egal was man momentan dachte oder machte, irgendwie war alles falsch. Alles führte zum Negativen, dabei lief es doch momentan sehr gut. Tae konnte behandelt werden.

"Leg dich hin, Tae. Ich räume schon deine Tasche aus." Mit diesen Worten stoppte ich ihn, weil er gerade damit anfangen wollte, aber er sollte sich ausruhen, sich schonen. "Ani Baby, das geht schon. Du solltest dich hinsetzen. Mit dem Babybauch hast du bestimmt starke Rückenschmerzen."

Er hatte recht. Er hatte es tatsächlich richtig erkannt. Mein Rücken schmerzte arg, doch ich schaltete diesen Fakt einfach ab und ignorierte die Schmerzen. Ich musste meinen Tae etwas unter die Arme greifen. Ich musste ihm irgendwie helfen. Immerhin stand ich bis jetzt nur im Weg. Das musste sich nun ändern.

"Nein, nein. Dem Kleinen und meinem Rücken geht es prächtig. Lass mich es machen.", damit riss ich ihm die Tasche aus der Hand und räumte die Klamotten in den Schrank, der in die Wand eingebaut wurde.

Taehyung seufzte nur hörbar genervt, setzte sich aber dann auf sein Bett. Seinen stechenden Blick spürte ich dabei deutlich. Ich wurde förmlich von ihm durchlöchert. Etwas unangenehm war es mir schon, aber diesen Moment konnte ich auch sehr gut zu meinem Nutzen machen.

Leicht grinsend, sodass er es nicht mitbekam, beugte ich mich mehr nach vorne als nötig und streckte ihm so meinen Po entgegen. Leise begann ich zu summen und wackelte dabei mit diesem. Dass sich der fremde Mann ebenfalls im Zimmer befand und genauso eine Sicht auf mich hatte, störte mich in diesem Moment kein bisschen.

Ich wollte nur etwas Tae ärgern, vielleicht konnte ich ihn so auf andere Gedanken bringen~

𝐈𝐍 𝐓𝐇𝐄 𝐄𝐍𝐃 • ᵗᵃᵉᵏᵒᵒᵏWo Geschichten leben. Entdecke jetzt