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Ich wusste nicht mehr wo oben und wo unten war. Alles drehte sich nur noch im Kreis. Nichts blieb mehr auf dem Boden stehen. Alles hämmerte auf mich ein. Taehyungs Tod rückte immer näher, aber nicht nur das, auch die Geburt unseres Sohnes näherte sich stetig.

Ich wusste absolut nicht, wie ich den Kleinen großziehen sollte. Allein.. Was ist, wenn er Tae so unendlich ähnlich sah? Ich konnte das nicht. So oft wie ich mir darüber schon Gedanken gemacht habe, ich konnte mich damit einfach nicht anfreunden. So leid es mir auch tat..

Ich konnte mich nicht mehr auf das Baby freuen..

Am liebsten würde ich Tae einfach nur noch folgen, wenn er von mir gegangen war..

Was hielt mich hier noch?

Absolut nichts.

Um meinen Sohn konnte ich mich nicht kümmern. Vielleicht sollte ich es einfach auf die Welt bringen und es dann zur Adoption freigeben. Es gab so viele Familien, die sich ein Baby wünschten, aber keins bekommen konnten. So tat ich meinem Sohn und einem Paar etwas Gutes, während ich ohne Sorgen zu meinem Tae konnte.

Und sollte eine Adoption nicht funktionieren, würden sich bestimmt Namjoon und Jin mit Freude und sehr viel Liebe um den Kleinen sorgen. Er wäre auf jeden Fall in guten Händen.

Tae wurde nun in sein Zimmer auf der Sterbestation gebracht. Dort wurde er wie davor auch an den Tropf gelegt und bekam ein starkes Schmerzmittel namens Morphium. Ohne dem, könnte er nicht so ruhig liegen bleiben, wie er es nun tat. Ich habe gehört, dass Tumorschmerzen sogar schlimmer sein sollen als Geburtsschmerzen. Das konnte kein normaler Mensch aushalten.

Er war ganz klar abhängig davon..

Momentan ging es ihm noch ziemlich gut. Ich stand gerade vor dem Zimmer, da die Seelsorge mir ihm ein Gespräch zu zweit führte. Ich fand das nicht schlimm. Tae erzählte ihr bestimmt Dinge, die er sich nicht traute mir zu sagen wie zum Beispiel seine Ängste, da er ja gerne den Starken spielte.

Nach einigen Minuten kam die junge, sehr sympathische Frau aus dem Raum und lächelte mich freundlich an. Ihr Lächeln war keineswegs aus Mitleid bestehend, sondern es strahlte Hoffnung und Lebensfreude aus. Alles, dass ich bereits verloren hatte.

"Hallo Herr Kim. Ich möchte kurz mit Ihnen sprechen. Hätten Sie gerade Zeit? Ihr Ehemann ist gerade auch eingeschlafen.", erklärte sie und verwirrt stimmte ich zu. Über was wollte sie mit mir sprechen?

Also folgte ich ihr in ihren Raum, der schlicht, aber doch so wohlfühlend eingerichtet war. Auf den Weg hier her, liefen wir an unzähligen Türen vorbei, vor einer brannte sogar eine kleine Kerze. Was das wohl zu bedeuten hatte?

Im dem Zimmer standen einzig drei weiße Stühle und ein weißer kleiner Tisch. Die Wände bestanden aus Papier, wie man es aus Japan kannte. Alles war in hellem Holz eingerichtet und eine kleine Kerze flackerte am anderen Ende des Raumes. Es passte zu der Frau. Alles wirkte so freundlich, überhaupt nicht nach Trauer.

"Ich möchte Ihnen etwas erzählen. Taehyung hat es mir erzählt, traut es sich aber nicht dir zu sagen, weshalb er mich darum bat."

𝐈𝐍 𝐓𝐇𝐄 𝐄𝐍𝐃 • ᵗᵃᵉᵏᵒᵒᵏWo Geschichten leben. Entdecke jetzt