Jin Hyungs Worte trafen mich tief. Ich hatte wirklich Taehyungs Krankheit verdrängt. Krampfhaft redete ich mir ein, dass das alles nur ein Traum war und wir gemeinsam alt werden konnten.
Ich wollte ihn um keinen Preis verlieren. Ich konnte mir ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Wie sollte ich jemals wieder lachen können oder auch nur aus dem Bett steigen? Wie sollte ich jemals ein Kind großziehen, das mich jede Sekunde an seinen Vater erinnert? Wie sollte ich überhaupt alleine mit allem zurechtkommen?
Ich wollte das alles nicht wahr haben.
Ist diese Reaktion nicht normal..?
Ich bekam nicht mit, wie ich zu weinen begann. Erst als Jin mir sanft die Tränen von den Wangen wischte, realisierte ich, dass ich noch immer vor der Tür saß mit dem ältesten Hyung.
Hyungs sanfter und bemitleidenswerter Blick machte alles nur noch schlimmer. "T..tae wird s..ster..ben?", schluchzte ich Tränen überströmt.
"Es tut mir so leid, Jungkook..", war alles was von ihm kam, doch er nahm mich in den Arm, streichelte sanft über meinen Rücken. Aber es brachte nicht. Mein Weinen wurde nur noch stärker, lauter und verzweifelter.
"I..ich will ihn nicht verlieren..! W..was soll ich ohne i..ihn machen..? Ich kann das nicht, Hyung!", schrie ich und krallte mich in sein Oberteil. "Wie soll ich ihn jemals vergessen? Und dann auch noch unser Sohn.. ich kann das nicht..! Ich brauche meinen Tae..", gegen Ende waren meine Worte nicht mehr als ein schwaches Hauchen.
Es war ein seltsames Gefühl die Emotionen so frei zu zeigen. Aber ich konnte es nicht mehr zurückhalten. Es sprudelte einfach aus mir heraus. Es war eine unendlich schwere Last, die momentan auf Tae und mir lastete. Schwerer als jeder bewegbare Fels, schwerer als Wasser, Öl, Erde, Sand oder sonst was. Es war nicht in Worte zu fassen.
Ich wünschte so ein Schicksal keinem..
"Jungkook, du darfst dich nicht selbst verlieren. Noch ist Taehyung da. Noch geht es ihm gut und vor allem noch ist nichts hundertprozentig klar." Ich verneinte seine Worte, in dem ich mit dem Kopf schüttelte.
"Ich hab doch erzählt, der Arzt meinte, er sei aus..austherapiert.." Es fiel mir unheimlich schwer, dieses Wort überhaupt auszusprechen. Wie konnte man nur so ein schreckliches Wort erfinden?
"Was der Arzt sagt, muss aber nicht eintreffen, Kleiner. Er ist auch nur ein Mensch und kann sich irren." Ich schwieg. Ich meine, was solle ich darauf antworten. Er hatte zwar recht, aber Ärzte sprechen doch aus Erfahrung und dies war ein Arzt, der in dieser Abteilung arbeitete. Er hatte mit Sicherheit sehr viel Ahnung und wusste genau wie die Krankheit immer mehr Taes Körper überfiel und ihn schwächte..
Schwächte bis zum Tod..
"Ich will zu T..tae..", heulte ich verzweifelt auf.
"Ich glaube, das sollte kein Problem mehr darstellen."
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𝐈𝐍 𝐓𝐇𝐄 𝐄𝐍𝐃 • ᵗᵃᵉᵏᵒᵒᵏ
أدب الهواةEine schwierige Zeit bricht in dem Haus des Paars ein. Taehyung geht es über Wochen hinweg schlechter, verliert Appetit und Ausdauer. Er und sein Mann Jungkook gehen zum Arzt, um ihn untersuchen zu lassen und dann die Diagnose. Kim Taehyung leidet...
