Mein Anzug ist total zerknittert, als ich ihn aus dem Koffer ziehe.
Unser Hotelzimmer ist von der günstigen Variante und verfügt natürlich über keine Bügelstation.
Entnervt lasse ich mich auf das muffige Bett mit den geblümten Bezügen fallen.
"Na ja, egal. Dann werden sie mich eben alle noch schiefer von der Seite angucken", seufze ich.
"Was erwartest du? Das hätten sie sowieso getan. Mica ... du hast eine Körperkette eingepackt, die über deine gesamten Arme laufen wird."
Bradyn sieht mich skeptisch an und schüttelt seinen Kopf, sodass seine Haare von einer Seite auf die andere geworfen werden.
Kichernd setze ich mich auf und starre auf den Teppichboden, beobachte Bradyns Füße, die über ihn tanzen.
"Ich hab schiss", sage ich nach einer Weile.
"Verständlich. Ich auch, wenn dich das tröstet."
Ich strecke mich und schaue zum kleinen Fenster, vor dem gerade die Sonne den Himmel in Lila- und Gelb-Töne taucht.
"Immer hin ist deine Mutter nicht da."
Bradyn wirft mir einen Blick zu, der töten könnte.
"Liz ist da. Das ist, als wäre meine zweite Mutter da. Also halt die Klappe."
"Du weißt schon, dass sich das etwas komisch anhört, wenn man bedenkt, in was für einer Beziehung wir stehen", fahre ich fort.
Bradyn dreht sich und stürzt auf mich zu.
Ich kann gar nicht schnell genug, die Hände hochreißen, um seinen Angriff abzuwehren.
Er wirft mich nach hinten und kitzelt mich durch.
Lachend werfe ich den Kopf hin und her, versuche mich zu wehren, bin ihm aber machtlos ausgeliefert.
Ich wünschte, so könnte es unseren gesamten Aufenthalt in West Virginia bleiben, aber ich muss mich der Realität stellen.
Und das leider viel zu schnell.
Ehe ich mich versehen kann, stehe ich vor dem schmalen Spiegel im Hotelzimmer mit der bordeauxroten Einrichtung und den gelben Vorhängen und betrachte mich im Anzug.
Über Nacht haben sich die Falten etwas ausgehangen. Dennoch mache ich nicht den perfekten Eindruck, den ich gerne machen würde.
In diesem Punkt bin ich unverbesserlich selbstkritisch. Ich zupfe und ziehe an den Ärmeln und Hosenbeinen, während Bradyn im Türrahmen zum Bad lehnt und mich beobachtet.
"Wenn du dich nicht gleich zu beeilen beginnst, kommen wir noch zu spät. Und ich bezweifle, dass du das willst", schlussfolgert er.
Ich werfe ihm einen schnellen Blick zu.
Er sieht natürlich mal wieder wie aus dem Ei gepellt aus. Auch wenn sein Anzug Falten an Stellen hat, wo diese nicht hingehören, kauft man ihm diesen Look irgendwie ab.
Er wirkt leicht verschlafen, beinahe wie ein Rockstar, der zu spät zu seiner eigenen Pressekonferenz erscheint, aber es mit einem schiefen Grinsen bei allen Anwesenden wieder gut macht.
Ich verdrehe die Augen.
Ich beneide ihn.
Die Körperkette liegt immer noch im Koffer. Und da wird sie auch bleiben. Ich habe eingesehen, dass sie wirklich unangemessen ist.
Stattdessen trage ich mehrere Silberketten und -ringe, dazu Ohrringe von denen kleine Kreuze herab baumeln.
"Du siehst aus wie ein kleiner Punk", merkt Bradyn an und stößt sich vom Türrahmen ab.
"Sehe ich gar nicht", widerspreche ich trotzig.
"Na ja, irgendwie schon. Immer hin trägst du ausschließlich Schwarz."
Ich drehe mich zu ihm und funkle ihn an.
"Mein Hemd ist weiß!"
Das Rockstargrinsen erscheint auf seinem markanten Gesicht und meine Augen bleiben an seinem ausgeprägten Lippenherz hängen.
"Hey ... ganz ruhig Brauner."
Er tritt noch näher an mich heran und schiebt auf beiden Seiten lose Haarsträhnen hinter meine Ohren.
"Lass deine Laune bitte nicht an mir aus. Wenn du nicht gehen willst ..."
"Ich muss gehen, das ist es ja."
Ich lasse meinen Kopf gegen seine muskulöse Brust sinken.
"Ich muss ihnen ins Gesicht sehen. Und wenn sie es nicht schaffen meinen Blick zu erwidern ..."
Der nächste Satz ist trotz allem, schwer über die Lippen zu bringen.
"... dann habe ich endlich meine Antwort. Und kann ihnen den Rücken zu wenden."
Bradyn sagt für eine ganze Weile gar nichts, er bleibt still und streicht durch meine gegelten Haare. Gerade ist es mir aber sowas von egal, ob er meine Frisur ruiniert oder nicht. Seine Berührungen fühlen sich viel zu gut an.
"Du bist unheimlich stark, weißt du das?", fragt er leise.
Ich schüttle kaum merklich den Kopf.
Nein. In Momenten wie diesen weiß ich davon absolut gar nichts.
"Du bist es aber", sagt er jetzt mit festerer Stimme. "Und dafür bewundere ich dich. Du bist nicht perfekt und das weißt du auch. Aber du pushst dich immer weiter, auch wenn du dich lieber verkriechen würdest. Du hast keine Angst den nächsten Schritt zu wagen, auch wenn du vielleicht Angst vor dem Ziel hast."
Ungläubig hebe ich den Kopf von seiner Brust und sehe ihn an.
"Dafür, dass du auch gerade ebenfalls ziemlich nervös sein musst, hast du verdammt viele Worte auf einmal sagen können. Und noch dazu gute Worte. Ami wäre stolz auf dich ... Warte mal ... Hast du das etwa wieder mit ihr geübt?"
Ich kassiere einen Schlag gegen meinen Arm.
Lachend lösen wir uns voneinander und betrachten uns gegenseitig im Spiegel.
Bradyns Anzug ist von schimmernden blauen Fäden durchzogen, sein Hemd unter dem Anzug ist schwarz und an der Knopfleiste klemmt eine Krawattennadel, zu der es keine Krawatte gibt.
Auf seinen glatten Haaren thront seine schwarze Sonnenbrille.
Meine steckt in der Seitentasche meines Anzugs.
"Wir sehen ganz schön gut aus", gebe ich zu.
"Verboten gut", steuert mir der Rockstar bei und drück mir einen Kuss auf die Wange.
Sein herbes Parfum steigt in meine Nase und ich schließe die Augen. Stelle mir vor, wir würden einfach ausgehen, nur wir zwei.
Keine Harris Familie. Keine Freunde und Bekannten der Harris'.
Einfach nur wir, in dieser kleinen Stadt in West Virginia, in der mit hundertprozentiger Sicherheit nie etwas Spannendes passiert.
Ich blicke in meine blauen Augen. Meine Pupillen wirken größer als sonst.
Ich fühle meinen Herzschlag in meinem Hals.
Blaue Augen. Geweitet und ängstlich dem gegenüber gestimmt, was sie erwartet.
Ich nehme einen tiefen Atemzug und schaue mir fester in die Augen.
Du schaffst das, sage ich innerlich.
Ja, ich schaffe es. Ich muss.
Ein letztes Mal richte ich meinen Hemdkragen und rolle mit den Schultern.
"Können wir?"
Ich versuche ein entspanntes Lächeln auf mein Gesicht zu beschwören, doch es klappt nicht.
"Bereit?", fragt Bradyn mich stattdessen.
Ich nicke.
"Dann wollen wir mal."
Er öffnet mir die Tür und ich verlasse vor ihm das kleine Zimmer.
Gemeinsam laufen wir den schmalen Hotelflur entlang. In eine ungewisse Zukunft.
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Song: affection - BETWEEN FRIENDS (this song!!!!!!!!)
Hello my darlings :)
HAROLD EDWARD STYLES WON A GRAMMY AND I'M PROUD!!!!
danke. mehr sage ich heute nicht. außer ... habe ihr die Grammys geguckt?
ALL MY LOVE,
Lisa xoxo (a proud girl)
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magical boy✨[boyxboy] ✔
RomanceMica muss über die Weihnachtstage in seine beschauliche Heimatstadt Schenectady zurückkehren. Vor drei Jahren war der das letzte Mal hier und seitdem hat sich nichts verändert. Nur er. Mica ist erwachsen geworden und stehe zu sich selbst, zu den Din...
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