Sira und Ata liefen durch die Gänge des Schlosses. Sie erreichten eine Tür und traten ein. Es war ein kleines Zimmer das, genau wie der große Saal sehr gemütlich eingerichtet war. Sira musste zugeben das diese Banditen wirklich Geschmack hatten. Durch ein Fenster schien die Sonne. Die Wände und auch der Boden waren aus hellem Holz. Ein gemütlich aussehendes Bett stand an der hinteren Wand. Ein kleiner Tisch aus dunklem Holz stand auf der linken Seite. Auf der Rechten befand sich ein Kamin. Davor standen zwei bequeme Stühle. Ata lief zu den Stühlen und setzte sich. Sie deutete auf den zweiten und sagte zu Sira:
''Bitte setz dich.'' Sira setzte sich und wischte sich eine weitere Träne aus dem Auge. Ata schaute sie kurz an. Dann erhob sich sie mit den Worten:
''Warte kurz.'' Sie verließ den Raum durch eine Tür, links neben dem Kamin. Kurz darauf kam sie wieder herein. Sie trug eine Schüssel mit Wasser und ein Tuch in der Hand. Sie stellte es auf einen kleinen Tisch der zwischen den Stühlen stand und setzte sich wieder. Sie rückte ihren Stuhl etwas näher und setzte sich direkt vor Sira. Sie tauchte das Tuch in die Schüssel.
''Du scheinst einiges mitgemacht zu haben. Du hast überall Dreck im Gesicht.'' Sei fing an Siras Gesicht sauber zu machen. ''Na, sie mal einer an. Da steckt ja ein kleines Mädchen darunter. Und ein hübsches noch dazu.'' Sira blickte Ata an.
''Warum tust du das?'', fragte sie kleinlaut.
''Was?''
''Machst du mich nur sauber um mehr Geld zu bekommen?'' Ata hielt mitten in der Bewegung inne.
''Geld? Für was?''
''Für mich?''
''Warum sollten wir Geld für dich bekommen?''
''Gaho will mich verkaufen.'' Wieder kamen Sira die Tränen. Ata blickte sie entgeistert an. Sie ließ das Tuch fallen und drückte Sira an sich. Beruhigend streichelte sie ihr über den Rücken.
''Shhhhh. Ist ja gut.'' Sira schloss die Augen und krallte sich an Ata fest. Obwohl sie sie kaum kannte fühlte sie sich in ihren Armen genau so geborgen wie bei Marta. Langsam beruhigte sie sich wieder. Ata ließ sie wieder los und blickte ihr in die blauen Augen.
''Gaho kann dir nicht mehr weh tun. Ugos wird sich um ihn kümmern.'' Sira nickte leicht. Ata hob das Tuch vom Boden auf und legte es zurück in die Schüssel. Dann blickte sie wieder Sira an.
''Also, wo kommst du her?''
''Vakara.'' Ata kniff leicht die Augen zusammen.
''Sira aus Vakara'', überlegte sie laut. Dann schlich sich ein Lächeln auf ihre Lippen. Sie erhob sich von ihrem Stuhl und machte einen leichten Knicks vor Sira.
''Eure Hoheit.'' Sira konnte nicht anders und musste anfangen zu lachen. ''So gefällst du mir schon besser.'' Ata setzte sich wieder. ''Du bist also mitten in der Nacht geflohen? Ganz alleine?'' Sira schüttelte leicht den Kopf.
''Ich war nicht alleine. Marta, meine Zofe war bei mir. Aber...Gaho...hat sie...'' Sira schwieg. Ata hob die Hand.
''Ich verstehe. Du brauchst nichts weiter zu sagen. Lass uns von etwas anderem reden. Wo wollten du und deine Zofe hin?'' Sira zuckte mit den Schultern.
''Ich weiß es nicht. Sie sagte nur, an einen Ort an dem mein Vater uns nicht finden kann.'' Ata nickte. Siras Blick fiel jetzt auf ihr Wolfsamulett.
''Gefällt es dir?'', fragte Ata und streifte es ab. Sie hielt es Sira hin. Die griff danach und betrachtete es genauer. Es bestand aus Kupfer. Trotzdem war der Wolfskopf sehr detailliert.
''Es ist schön.'' Sira gab Ata das Amulett zurück.
''Es ist das Zeichen unseres Clans. Des Wolfsclans. Jedes Mitglied bekommt so eines.''
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Der Wolfskönig
FantasySira ist verzweifelt. Seit ihrer Geburt leidet die Prinzessin des Königreiches Vakara unter den Launen ihres Vaters, des Königs. Seit nun mehr zwölf Jahren gibt König Roul Sira die Schuld für den Tod seiner Frau Atira, die bei Siras Geburt ihr Leben...
