Riska kniete hinter einem Stein. Sie sah den Hauch ihres Atmens. Schnee knirschte leise unter den Hufen des Rehs vor ihr auf einer Lichtung. Riska lugte vorsichtig hinter dem Stein hervor. Das Reh drehte ihr den Rücken zu. Sie griff nach einem Pfeil und legte ihn in die Sehne ihres Bogens. Sie spannte ihn und zielte auf das Reh.
Plötzlich drehte sich der Wind und trug Riskas Geruch direkt zu dem Reh. Das hob den Kopf, schaute sich um, erblickte Riska und ergriff sofort die Flucht. Riska zögerte nicht und schoss den Pfeil ab. Der bohrte sich in die linke Flanke des Rehs. Das jaulte auf rannte aber weiter. Riska kam hinter dem Stein hervor und lief auf die Lichtung. Der Schnee zu ihren Füßen hatte sich vom Blut des Rehs rot gefärbt. Riska kniete sich hin und betrachtete kurz das Blut.
''Direkter Treffer'', dachte sie laut. ''Das wird es nicht lange durchhalten und verlieren kann ich seine Spur auch nicht.'' Sie blickte dabei auf die Blutspur die nach Westen in den Wald führte. Sie stieß einen kurzen Pfiff aus und Jag kam hinter einem großen Busch hervor. Der weiße Hengst war im Schnee kaum zu sehen. Er blieb bei Riska stehen und stupste sie mit dem Kopf an.
''Wir haben unsere Beute fast mein Hübscher. Lass uns seiner Spur folgen bevor uns jemand zuvor kommt.'' Jag schüttelte seine Mähne und Riska schwang sich in den Sattel. Sie gab ihm die Sporen und Jag lief los.
Sie verfolgten das Reh bereits seit einer halben Stunde. Es hatte mehrmals die Richtung geändert. Riska war von dem Durchhaltevermögen des Tieres mehr als beeindruckt. Es war eigentlich nicht ihre Absicht gewesen es unnötig leiden zu lassen.
Ein wimmern riss Riska aus ihren Gedanken. Jag war stehen geblieben und starrte geradeaus. Riska sah es jetzt auch. Das Reh war neben einem großen Baum zusammengebrochen und lag in rotem Schnee. Es sah schwach aus und schien Schmerzen zu haben. Riska stieg von Jag und lief langsam auf das Reh zu. Das schien Riska jetzt bemerkt zu haben. Es schaute zu ihr versuchte aber nicht mehr zu fliehen. Riska lief auf es zu und zückte ihr Messer.
''Es war nicht meine Absicht dich leiden zu lassen. Aber ich brauche dein Fleisch.'' Das Reh legte den Kopf in den Schnee und schloss die Augen. Riska ging davor in die Knie und streichelte dem Reh über den Hals. Sie hob ihr Messer und rammte es dem Reh in den Hals. Das jaulte noch einmal auf und sein Kopf sank zu Boden, wo er reglos liegen blieb.
Riska ritt mit Jag durch den Wald zurück nach Banda. Das Reh war auf Jags Rücken gebunden. Plötzlich blieb der Hengst stehen. Riska tätschelte ihm beruhigend den Hals.
''Hey mein Hübscher. Was ist los?'' Jag warf den Kopf hin und her und scharrte nervös mit den Hufen. Riska spürte das etwas in der Nähe Jag Angst machte. Also stieg sie ab und tätschelte ihm wieder den Hals.
''Ganz ruhig Jag.'' Der Hengst beruhigte sich langsam wieder. ''Bleib hier. Ich werde mich mal umsehen. Pass du auf unsere Beute auf.'' Jag schnaubte einmal. ''Ich bin immer vorsichtig.'' Sie griff nach ihrem Bogen und lief langsam los.
Der Schnee knirschte unter ihren Füßen, während sie langsam durch die Bäume lief. Schon nach wenigen Schritten fand sie was Jag solche Angst einjagte. Zwei schwarze Bären hatten sich auf einer kleinen Lichtung versammelt und standen um etwas herum das auf dem Boden lag. Riska ging hinter einem Baum in Deckung und beobachtete die Bären. Einer machte jetzt einen Schritt zur Seite und gab den Blick frei auf das was ihre Aufmerksamkeit erregt hatte. Riska hielt den Atmen an. Es war ein Mensch. Eine junge Frau, wie Riska vermutete. Sie lag, mit dem Gesicht nach unten im Schnee. Mehrere Wunden waren am Körper der Frau zu erkennen, welche den Schnee rot verfärbt hatten. Die Bären schienen großes Interesse an ihr zu haben. Riska knurrte. Sie steckte den Pfeil weg und trat hinter dem Baum hervor. Mit lautem Gebrüll rannte sie auf die Bären zu und fuchtelte dabei mit den Armen herum. Die Bären hoben die Köpfe und schauten Riska entgegen. Die wusste genau das ihre Aktion auch nach hinten losgehen könnte.Zu ihrem Glück machten die Bären kehrt und verschwanden schnell zwischen den Bäumen. Riska blieb neben der Frau stehen und schauten ihnen nach bis sie nicht mehr zu sehen waren. Dann ging sie neben der Frau in die Knie. Sie legte ihre Hand auf deren Schulter und fing an leicht an ihr zu rütteln. Als keine Reaktion von der Frau kam legte Riska sie langsam auf den Rücken. Weitere Wunden am Oberkörper kamen in ihr Blickfeld. Die Brust der Frau hob und senkte sich langsam.
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Der Wolfskönig
FantasySira ist verzweifelt. Seit ihrer Geburt leidet die Prinzessin des Königreiches Vakara unter den Launen ihres Vaters, des Königs. Seit nun mehr zwölf Jahren gibt König Roul Sira die Schuld für den Tod seiner Frau Atira, die bei Siras Geburt ihr Leben...
