41. Einen Moment der Klarheit

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„Hier", sagte Padfoot, der ihm einen Becher reichte. Harry schluckte den Inhalt hinunter und schnitt eine Grimasse. Es schmeckte bitter. Es war März und sein Form-Finde-Zaubertrank war endlich fertig. Sie hatten den Trank verdünnt, was hoffentlich verhinderte, dass Harry Schaden davon nehmen würde. Padfoot hatte etwas über den Verstand eines Kindes gesagt und Harry hatte sich an das Gespräch erinnert, das Dumbledore mit Fudge und Umbridge im St. Mungo's geführt hatte, als sie über Veritaserum gesprochen hatten.

Weil der Trank verdünnt war, würde es aber auch länger dauern, bis er seine Form gefunden hatte. Oder bis seine Form ihn fand. Padfoot verglich den Vorgang mit Zauberstäben und war der Meinung, dass die Form sich den Zauberer aussuchte und nicht umgekehrt.

„Wir sehen uns, wenn ich aufwache", sagte Harry, der bereits spürte, wie der Trank ihn in den Schlaf zog.

„Gute Nacht, Kleiner", sagte Padfoot und das letzte, das Harry spürte, bevor er einschlief, war Padfoots Hand in seinem Haar.

×

Es war dunkel, da, wo er war. Er wartete, bis sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten und konnte Bäume sehen. Harry glaubte, dass er sich in einem Wald befand. Ein Wald war ein guter Ort, um Tiere zu finden, oder um von Tieren gefunden zu werden. Ihm war das egal, auch wenn er sich in seinem Pyjama albern vorkam.

Er setzte sich auf die freiliegende Wurzel eines Baumes und wartete. Padfoot hatte ihn gewarnt, dass eine ganze Reihe von Tieren zu ihm kommen würden, bevor das richtige Tier kam. Harry rechnete damit, dass es wegen der schwächeren Dosis noch mehr Tiere sein würden und Padfoot hatte ihm auch gesagt, dass ein Tier ihn vielleicht nicht beim ersten Besuch auswählen würde. Aber Harry hatte sich mit einer langen Nacht abgefunden.

Der Hase war der erste, der erschien. Er war schwarz mit grauen Markierungen um die Augen und einem weissen Fleck zwischen den Ohren. Der weisse Fleck ähnelte auf unheimliche Weise der Narbe, die sich auf Harrys Stirn befand. Der Hase hoppelte vorwärts, seine Ohren drehten sich und seine Nase zuckte und Harry fiel auf, dass es noch ein Jungtier war; seine Ohren waren noch recht kurz und er war kleiner und flauschiger als ein ausgewachsener Hase. Harry bewegte sich leicht und streckte eine Hand aus, aber das erschreckte den Hasen und er flüchtete.

Danach kam eine Weile nichts mehr und Harry fragte sich schon, ob er es geschafft hatte, sein Tier zu verscheuchen. Was, wenn es der Hase war, der jetzt nicht mehr zurückkam? Was, wenn der Hase ihn ausgewählt und er es nicht bemerkt hatte? Padfoot hatte ihm nur gesagt, er würde es wissen, aber was, wenn nicht?

Das nächste Tier, das auftauchte, war eine Eule, die aus einem Loch in einem Baumstamm hervorkroch. Er wusste nicht, um was für eine Eule es sich handelte, aber wie der Hase war sie schwarz und hatte einen weissen Fleck zwischen ihren grossen Augen, diesmal in Form einer Feder, genau dort, wo Harrys Narbe war. Die Eule war flaumiger als Hedwig es gewesen war, als sie sie damals gekauft hatten und Harry fragte sich, ob sie überhaupt schon fliegen konnte. Die Eule sträubte ihre Federn und schnalzte mit dem Schnabel. Ob das bedeutete, dass sie ihn ausgewählt hatte?

Eine Eule wäre eine anständige Form, auch wenn er sie nicht vorausgesehen hatte. Eulen schienen ihm zu weise zu sein. Aber er würde sich nicht beschweren; er würde fliegen können, wann immer er wollte und es wäre eine gute Verkleidung. Harry verbrachte einige Minuten damit, sich mit dieser Möglichkeit anzufreunden, aber als er wieder zu dem Ast hinaufblickte, war die Eule verschwunden.

Harry schoss auf die Beine und wollte nachsehen, aber es war nichts mehr zu sehen. Weder eine Feder noch das Loch im Baumstamm, aus dem sie gekommen war. Verwirrt und mit dem Gefühl, dass er ernsthafte Kopfschmerzen haben würde, sobald diese Tortur vorbei war, setzte sich Harry wieder hin und wartete.

Innocent [Harry Potter Fanfiktion]Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt