42. Nirgendwohin

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Harry lag auf dem Bauch im Salon und beobachtete die kleine goldene Schlange, die auf dem Teppich herumschlängelte. Er war endlich dazu gekommen, das Schlangenpuzzle von Regulus zu beenden, was eine nette Ablenkung von der ganzen Lektüre über Zaubererstellung war, die Padfoot ihm vor dem nächsten Schritt seines Animagus-Prozesses auferlegt hatte.

Padfoot polterte die Treppe hinunter und als er eintrat, sah Harry schnell wieder zu dem Buch, das er eigentlich lesen sollte. Padfoot gluckste.

„Spielst du immer noch mit diesem Ding?", fragte er und stupste die Schlange mit seinem Turnschuh an. Sie bäumte sich auf und Padfoot wich zurück. Ihre goldenen Reisszähne schlugen in die Luft, bevor sie sich wieder auf den Boden schlängelte. „Was macht das Buch?"

„Ich weiss nicht", sagte Harry. Padfoot hob eine Augenbraue. „Ich... äh... habe noch nicht damit angefangen." Padfoot lachte und schnippte mit seinem Zauberstab zu dem Schrank, in dem sie das Medaillon aufbewahrten. Er zog es hinaus und drapierte es über der Armlehne eines der Sofas. „Hast du eine neue Idee?"

„Vielleicht", seufzte Padfoot. Er hatte das Medaillon vor etwa einem Monat in den Schrank gelegt und es dort gelassen, weil ihm die Ideen, wie es zerstört werden konnte, ausgegangen waren. „Moony hat gestern Abend vorgeschlagen, etwas Ätzendes zu benutzen und ich habe heute etwas darüber gelesen, also dachte ich, ich könnte es vielleicht versuchen." Harry beobachtete ihn Aufmerksam. Padfoot zog seinen Zauberstab und murmelte etwas, aber nichts geschah. „Comedus", sagte er stirnrunzelnd.

„Was soll er bewirken?"

„Er sollte das Ziel mit einer ätzenden Schicht bedecken", sagte Padfoot, der eine stossende Bewegung mit seinem Zauberstab machte. „Vielleicht ist es Comedum", sagte er unsicher und probierte es erneut. „Weisst du was? Ich gehe jetzt und hole das Buch." Er warf dem Medaillon einen bösen Blick zu, während er hinaus schlenderte.

Harry widmete sich wieder der Schlange, die es bis zum Fussende der Couch geschafft hatte. Er griff nach ihrer Schwanzspitze, um sie zurückzuziehen, aber das schien ihr nicht besonders zu gefallen, sie drehte sich um und biss ihn.

Harry fluchte und liess die Schlange los, aber ihr Maul war fest um die Haut seines Handgelenks geklammert. Er schüttelte sie ein wenig, was weh tat und hielt dann seinen Arm hoch, in der Hoffnung, die Schlange würde abfallen, aber sie blieb, wo sie war.

„Lass los", murmelte er und zuckte zusammen. „Lass los." Er versuchte, das Maul aufzureissen, aber es bewegte sich nicht. „Komm schon", flehte er. „Mach auf. Mach einfach auf - ja!" Die Schlange liess sich zurück auf den Teppich fallen und schlängelte scheinbar zufrieden umher. Harry saugte an der blutenden Bisswunde und rieb sich die Stirn, die zu jucken begann.

„Es ist Comedo", rief Padfoot von der Treppe. „Comedo, nicht Comedus..." Harry sah rechtzeitig auf, um zu sehen, wie er in der Tür stehen blieb.

„Was?", fragte Harry, der seinem Blick folgte. Sein Mund blieb offen stehen und er rappelte sich auf. Hellgrüne Augen und glänzende haselnussbraune Augen folgten jeder seiner Bewegung. „Padfoot?" Padfoot hatte seinen Zauberstab gezückt und Harry zögerte, bevor er seinen eigenen zog und sich neben seinen Paten stellte.

„Hallo, Harry", sagte Lily, die eine Hand nach ihm ausstreckte. Harry sah zu Padfoot auf, dessen Gesicht wie versteinert war, und senkte seinen Zauberstab ein wenig. Ihre Stimme war sanft, fast schon nervös. „Hallo, Sirius."

„Es spricht", hauchte Padfoot, der auf das Medaillon starrte, das geöffnet hinter ihnen lag. Er war leichenblass.

„Natürlich, Padfoot", sagte James und Harry fand, dass er eine sehr warme Stimme hatte. Unweigerlich fragte er sich, ob sie tatsächlich so geklungen hatten. „Und wir hören auch zu. Wir kennen dein Herz, deine Gedanken."

Innocent [Harry Potter Fanfiktion]Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt