56. Schuldige Herzen

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Remus schätzte sich glücklich, dass er die Befragung mit unversehrter Stimme überstanden hatte; Sirius krächzte seine Antworten auf Fudges Fragen praktisch hinaus und Remus konnte sehen, wie er sehnsüchtige Blicke auf das Glas Wasser vor Amelia warf.

„Das ist ja alles schön und gut, aber kannst du das auch beweisen?", sagte Fudge selbstgefällig. „Wo ist Pettigrew jetzt?"

„Glauben Sie wirklich, ich hätte nicht dafür gesorgt, dass er heute hier ist, wenn ich das wüsste?", fragte Sirius heiser. Er war mit Zuversicht zur Verhandlung gekommen, dachte Remus, aber die war längst verschwunden. „Er ist ein böser Kerl und ein Feigling, der untergetaucht ist..."

„Was gut zu deiner Geschichte passt, ja, ja", sagte Fudge. „Also, kannst du-"

„Ich habe euch alle Beweise gegeben, die ich habe und alles erzählt, das ich weiss!" Sirius ruckte mit seinen Armen unter den Ketten, bis er seinen Ärmel bis zum Ellbogen hochbekommen hatte. „Sehen Sie hier, kein Dunkles Mal. Nach der Aussage aller können Sie doch nicht immer noch ernsthaft glauben, dass ich ein böser, mordender Todesser bin!" Ja, Sirius war definitiv genervt. Remus warf einen Blick in Sirius' Richtung und schenkte ihm ein kleines Lächeln, aber der war zu sehr damit beschäftigt, Fudge anzustarren, um es zu sehen.

„Vielleicht bist du es nicht, aber das ist ja der Punkt – wir verlassen uns nicht gerne auf Mutmassungen. Wir mögen Fakten, denen wir vertrauen..."

„Fakten?", forderte Sirius. „Und warum in Merlins Namen sitzt Malfoy dann da oben, frei, während ich hier in Ketten liege?" Malfoy bewegte sich in der Menge. „Und was ist mit Snape?!" Remus wusste, dass Snape Sirius während seiner Flucht ein paar Mal geholfen hatte, aber trotzdem hatten die beiden offensichtlich nichts füreinander übrig. „Beide haben das Dunkle Mal. Man kann ihre Rolle im Krieg auf den Imperius-Fluch vermuten, aber das ist nicht bewiesen, also haben Sie sich offensichtlich auf Vermutungen verlassen..."

„Es gab genügend Beweise für die Unschuld von Mr. Malfoy", sagte Fudge.

„Galleonen zählen nicht, Herr Minister", krächzte Sirius. Fudges Gesicht färbte sich in einem hässlichen rot, und Malfoy auf der Tribüne wurde rosa. Amelia, Dumbledore und sogar Scrimgeour schauten missbilligend.

„Das ist nicht... er hat nicht... Mr. Malfoy steht nicht vor Gericht", sagte Fudge. „Er wurde für unschuldig befunden..." Fudge verzog das Gesicht, als ob er gerade an etwas Unangenehmes gedacht hätte. „Und bevor du fragst, Black, Dumbledore selbst hat Snapes Prozess geleitet, also..."

„Er hat was?", fragte Sirius und in seiner Stimme lag etwas, das Remus nicht einordnen konnte. „Er..." Sirius blickte zu Dumbledore, der eine Herausforderung zu erwarten schien. „Ich meine... Du hast Snape einen Prozess gemacht?" Eine Bewegung liess Remus aufblicken und er sah aus dem Augenwinkel, wie Snape die Arme verschränkte.

„Das habe ich", sagte Dumbledore, vielleicht ein wenig abwehrend. Sirius starrte ihn ungläubig an. „Severus Snapes Unschuld wurde bereits festgestellt und was auch immer du daran auszusetzen hast, ist für die vorliegende Angelegenheit irrelevant", fuhr Dumbledore mit sanfter, aber fester Stimme fort.

Sirius blinzelte. Er war lange Zeit still. Remus mochte die Gerüche, die von ihm ausgingen, überhaupt nicht; es war Schock, Wut, Trauer und vor allem echte Verwirrung. Es war schwer zu sagen, wonach Sirius roch, aber was auch immer es war, es bereitete Remus Schmerzen in der Brust. Es war ein bisschen wie damals, als Sirius mit dem Dementorentrank zu kämpfen hatte.

„Nun, zurück zu dem, was ich gesagt habe...", sagte Fudge, offenbar erfreut, dass Sirius schwieg. „Was – Ich meine, gibt es irgendwelche handfesten Beweise, die du uns anbieten kannst, Black? Wir wollen dir nämlich glauben, wirklich..." Remus schnaubte leise, aber er war besorgt. Sirius schien Fudge gar nicht gehört zu haben, was ungewöhnlich war, denn Sirius hatte heute alles gehört.

Innocent [Harry Potter Fanfiktion]Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt