27. Ein genialer Plan

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„Ich weiss nicht", murmelte Moony, der ein paar Meter hinter Harry mit Padfoot ein geflüstertes Gespräch führte.

„Was soll das heissen, du weisst es nicht?!", zischte Padfoot. „Es ist dein verdammtes Haus! Natürlich weisst du, was alles darin ist!"

Moony schwieg einen Moment lang, dann entfuhr ihm ein leises „Oh!".

„Was?", fragte Padfoot, aber Moony sagte nichts.

Harry öffnete die Tür zum Gästezimmer. Er fühlte sich seltsam dabei, es war schliesslich nicht sein Haus und er sollte die anderen beiden wirklich nicht darin herumführen, als ob es seines wäre, aber er dachte, dass zeigen und dann erzählen besser funktionieren würde als erzählen und dann zeigen. Er hoffte nur, dass Moony nichts dagegen hatte, dass Harry seine Sachen durchsucht hatte. Er hatte nicht vorgehabt, die Kiste zu finden. Es ist einfach so... passiert, dachte er schuldbewusst.

Harry ging direkt zu dem Schrank, in dem er sich vorhin versteckt hatte.

„Das war das alte Zimmer deiner Eltern, nicht wahr?", fragte Padfoot Moony.

„Jetzt ist es ein Gästezimmer", antwortete Moony, als Harry eine grosse Kiste in die Mitte des Raumes zog.

„Das ist es", sagte er, mehr zu sich selbst als zu den anderen.

Harry hob den Pappdeckel ab, stellte ihn hin, griff hinein und zog einen Spiegel in der Grösse eines kleinen Buches heraus.

„Es macht dir doch nichts aus?", fragte er Moony nervös. Moony schüttelte den Kopf und gestikulierte, Harry solle tun, was er wolle. Er schien vergessen zu haben, wie man sprach. Wortlos reichte Harry den Spiegel an Padfoot weiter.

„Das ist nicht möglich", flüsterte er. Seine Hände zitterten. „Ich habe ihn gesehen. Du hast ihn gesehen." Harry biss sich auf die Lippe und fischte einen weiteren Gegenstand aus der Kiste. Es war ein Foto. Dasselbe Foto, das er und Padfoot in den letzten Monaten durch den Spiegel gesehen hatten. Harry hatte recht gehabt, dass Lily dort war. Sie stand an der Seite, ausserhalb der Sichtlinie des Spiegels und unterhielt sich offenbar mit James. Padfoot starrte ihn an und atmete geräuschvoll aus. „Hier sind sie also gelandet, hm?"

„Wo sind was..."

„Lilys und James' Sachen", sagte Padfoot leise. „Wie bist du an all das gekommen?"

„Peter 'starb'", sagte Moony, „und du kamst nach Askaban... Eigentlich hätte es an dich gehen sollen, Harry, aber Dumbledore hat gesagt, deine Tante will nichts davon im Haus haben."

„Das ist keine Überraschung", murmelte Harry, der wieder auf das Foto seiner Eltern blickte. Beide strahlten und winkten ihm zu. Er winkte schüchtern zurück.

„Ich hatte ganz vergessen, dass das alles hier drin ist", murmelte Moony und hockte sich neben die Kiste. Er zog ein verstaubtes Lehrbuch heraus und warf es dann wieder hinein. „Ich wollte nichts davon haben, um ehrlich zu sein - zu viele schmerzhafte Erinnerungen - aber entweder das oder das Ministerium hätte alles bekommen..."

„Können wir sie wegpacken?", fragte Padfoot, der den Spiegel zurück in die Kiste fallen liess. Seine Stimme war etwas zittrig. „Es gibt... wir werden sie später durchsehen, aber..."

„Nicht jetzt", krächzte Moony und nickte. Harry legte das Foto langsam wieder zurück. Moony hob den Deckel auf und deckte die Schachtel wieder zu. Er trug sie zurück in den Schrank und schloss die Tür, während Harry ihn beobachtete. Er war neugierig auf die Kiste, aber er war bereit zu warten; er hatte schon acht Jahre gewartet, nicht wahr? Und er hatte länger gebraucht, um den Schock über den Fund zu überwinden, als die beiden anderen.

Innocent [Harry Potter Fanfiktion]Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt