„Und was genau wollen Sie hier erreichen?", fragte Florence und hob ihr Kinn. Sie sass seit fast einer Stunde, ihre Beine begannen sich langsam zu verkrampfen, und es gab nichts vorzuweisen. Sie war bisher weder verhaftet noch laufen gelassen worden. Alles, was passiert war, war, dass ihre Moral in Frage gestellt worden war und dass alle drei immer frustrierter wurden. Tonks sah Moody an, als wolle auch sie die Antwort auf diese Frage. Moody funkelte sie an, aber es war ein sanfterer Blick als der, den er zuvor an Florence gerichtet hatte.
„Was Sie getan haben, war falsch..."
„Nein", schnauzte sie, „war es nicht! Ich habe eine Seite gewählt..."
„Es gibt keine Seiten..."
„Wenn Sie und das Monster, das mich 'Tochter' nannte, auf derselben Seite stünden, wäre er nicht verhaftet worden! Es ist Ihre Aufgabe, nicht auf seiner Seite zu stehen!"
Und nicht auf meiner Seite zu sein, fügte sie gedanklich hinzu. Florence war froh, dass Tonks sie nicht verteidigt oder Moody in ihrem Namen herausgefordert hatte. Sie hatte befürchtet, dass Tonks sie nicht als ernsthafte Bedrohung ansehen würde, weil sie mit dem anderen Wolf, der mit Black in den Zeitungen war, befreundet war.
„Wir können Sie nicht einfach gehen lassen", sagte Moody, wobei sein blaues Auge auf sie gerichtet war. Sein normales Auge war auf Tonks gerichtet, deren Schultern in sich zusammengesunken waren. Florence hatte Mitleid mit ihr. Da Melvin und McKinnon nicht mehr da waren und ihre eigene Zukunft eine unausweichliche Abwärtsspirale war, würde Tonks nur noch Ben und Salacia haben. Auror zu sein war keine leichte Berufswahl, aber Florence war der Meinung, dass ihre Gruppe ein schwierigeres erstes Jahr als die meisten anderen hatte.
„Dann muss ich also nach Askaban?", fragte Florence und runzelte die Stirn.
Moody war lange Zeit still und Tonks' Atem stockte fast. Florence konnte hören, wie ihr Herz raste, weshalb sie ihr ein kleines, trauriges Lächeln schenkte. Tonks' Gesicht verzog sich und sie senkte den Blick. Moody seufzte und sah zwischen den beiden hin und her.
„Das sollten Sie. Es wäre das einzig Richtige. Mord ist Mord." Florence biss sich auf die Zunge, um nicht zu argumentieren. Sie hatte ihre Argumente bereits vorgebracht. Überzeugende Argumente, wie sie fand, und sie sah keinen Sinn darin, sie zu wiederholen.
„Dann soll ich also meine Tasche packen?", fragte Florence. Sie konnte seinen Widerwillen riechen, ob dieser nun kam, weil er wusste, dass es nicht fair war, oder ob es nur an Tonks lag, wusste sie nicht, aber sie war nicht bereit, es darauf anzulegen. Moody schien der Typ Mann zu sein, der einen Schubs in die eine Richtung brauchte, um sich dann für die andere zu entscheiden. „Und meine Kündigung einreichen?" Sie beobachtete ihn genau, obwohl sie sich ziemlich sicher war, dass dieser Ansatz risikolos war. Moody erwiderte ihren Blick mit unglücklichem Gesichtsausdruck.
„Das sollten Sie", sagte er schliesslich. Florence' Herz setzte einen Schlag aus. Ihre Argumente waren viel zu gut durchdacht gewesen, als dass es zu diesem Ergebnis hätte kommen sollen und obwohl sie darüber nachgedacht hatte, was passieren würde, wenn man sie erwischte, hatte sie nicht einen Moment geglaubt, dass man sie tatsächlich nach Askaban schicken würde. Tonks hatte die Augen geschlossen und ihre Hände waren so fest umeinander geklammert, dass ihre Knöchel schon weiss waren und leicht zitterten.
„Werden Sie das durchsetzen?" fragte Florence leise. Moody hielt kaum inne, bevor er antwortete.
„Nein", sagte er und Florence kam nicht umhin, sich ein wenig selbstgefällig zu fühlen. Sie glaubte, dass er irgendwie hoffte, ihr Gewissen würde sie dazu zwingen, sich selbst zu stellen.
Viel Glück dabei, dachte sie traurig. Sie fühlte sich dazu verpflichtet, sich in eine Position zu bringen, die es ihr ermöglichte, der Zaubererwelt zu dienen, aber darüber hinaus hatte sie kein Gewissen. Das Wenige, das nach Greybacks Angriff auf sie übrig geblieben war, war mit ihm gestorben, was wahrscheinlich das Beste war. Ohne Gewissen konnte sie auch nicht korrumpiert werden. Alles, was sie tun musste, war, sich an die Entscheidungen zu halten, die sie getroffen hatte, als sie noch ein Mensch mit einem Gewissen war, dann würde es ihr gut gehen.
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Innocent [Harry Potter Fanfiktion]
Fanfiction𝙼𝚛. 𝚞𝚗𝚍 𝙼𝚛𝚜. 𝙳𝚞𝚛𝚜𝚕𝚎𝚢 𝚒𝚖 𝙻𝚒𝚐𝚞𝚜𝚝𝚎𝚛𝚠𝚎𝚐 𝙽𝚞𝚖𝚖𝚎𝚛 𝚅𝚒𝚎𝚛 𝚠𝚊𝚛𝚎𝚗 𝚜𝚝𝚘𝚕𝚣 𝚍𝚊𝚛𝚊𝚞𝚏, 𝚐𝚊𝚗𝚣 𝚞𝚗𝚍 𝚐𝚊𝚛 𝚗𝚘𝚛𝚖𝚊𝚕 𝚣𝚞 𝚜𝚎𝚒𝚗, 𝚜𝚎𝚑𝚛 𝚜𝚝𝚘𝚕𝚣 𝚜𝚘𝚐𝚊𝚛. 𝙳𝚊𝚜 𝚔𝚘𝚗𝚗𝚝𝚎 𝚖𝚊𝚗 𝚟𝚘𝚗 𝚒𝚑𝚛𝚎𝚖...
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