35. Ein empfindliches Gleichgewicht

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„...Kelchstein, Bauer, Merlin-Schokofroschkarte und..." Draco zögerte. „Ein Stein?"

„Ist das eine Frage oder eine Antwort?", fragte Severus.

„Antwort?", fragte Draco.

„Es war ein Bezoar", korrigierte Severus. „Aber es ist schon besser. Beim nächsten Mal nehmen wir zehn Gegenstände." Draco schnitt eine Grimasse, als würde er Severus in seinem Kopf unflätige Schimpfwörter zurufen. „Ist das ein Problem?"

„Nein, Sir", murmelte er.

„Ist dir bewusst, dass du öfter blinzelst, wenn du lügst?", fragte Severus und zog eine Augenbraue hoch.

„Es war keine Lüge", murmelte Draco, der diesmal ganz offensichtlich versuchte, nicht zu blinzeln. Severus sprach ihn nicht darauf an; je mehr er sich darin übte, zu lügen ohne zu blinzeln, desto natürlicher würde es werden. Er durfte während einer Lüge nur nicht ganz auf das Blinzeln verzichten, weil das genauso verräterisch sein würde. Draco zappelte. Severus konnte sich nur zu gut vorstellen, dass er gerade einen inneren Kampf ausfechte. Sollte er ihm die Meinung sagen, wie ihm in den letzten Tagen alle rieten, es zu tun, oder sollte er schweigen, wie es ihm sein ganzes Leben lang beigebracht worden war? „Was ist der Sinn von all dem?", fragte Draco, der nicht mehr schweigen konnte.

„Wir verbringen Zeit miteinander", sagte Severus. Er war genauso unbeholfen, wie Draco es war.

„Warum?", fragte Draco und verschränkte die Arme.

„Das machen Paten anscheinend so", spottete Severus und dachte an Black. Draco starrte ihn an. „Sag es, Draco." Draco bekam einen seltsam nachdenklichen Gesichtsausdruck, der sich in ein finsteres Grinsen verwandelte.

„Früher war das nicht der Fall", sagte er.

„Du befindest dich in einem kritischen Stadium deiner Entwicklung", sagte Severus. „Du kannst durch meine Anwesenheit viel gewinnen."

„Und was, zum Beispiel?", fragte Draco schmollend. „Die einzigen Fähigkeiten, die du hast, haben mit Zaubertränken zu tun, aber davon bringst du mir nichts bei. Alles, was wir tun, ist blöde Gedächtnisspiele zu spielen!"

„Wenn du dir keine fünf Gegenstände merken kannst, nachdem du sie zehn Sekunden lang angesehen hast, wie willst du dann den Anweisungen eines Zaubertranks folgen?", fragte Severus. Draco sagte kein Wort. „Ich bestimme die Aktivitäten", sagte Severus mit einem Ton der Endgültigkeit. „Wenn ich 'dumme' Gedächtnisspiele spielen will, dann werden wir das tun."

„Kann ich das nächste Mal wenigstens Roquefort mitbringen?", fragte Draco.

„Die einzigen Ratten, die ich in meinem Quartier dulde, sind die tote Ratten, die ich für Zaubertränke brauche", sagte Severus barsch. Das stimmte, aber er hätte für Draco vielleicht eine Ausnahme gemacht, wenn er sich hätte sicher sein können, dass Hydrus Pettigrew hatte. Er war sich jedoch nicht sicher, welcher Junge die echte Ratte und welche den verräterischen Mann hatte. Die einzigen, die das wussten, waren Pettigrew selbst, Lucius und möglicherweise Narcissa. Auf keinen Fall würde er riskieren, dass Pettigrew bei seinen Sitzungen mit Draco in der Nähe war.

„Gut, dann bleibt er eben zu Hause", schnaufte Draco und verschränkte die Arme.

„Gut", sagte Severus. „Ich w..."

CRACK! Draco fiel vor Schreck von seinem Stuhl, während Severus den Schock hinter einer ruhigen Maske verbarg. Er unterdrückte auch seine Verärgerung. Es gefiel ihm nicht, dass der Hauself von Lucius jederzeit Zugang zu seinem Quartier hatte.

„Junger Meister Draco", quietschte der Hauself und verbeugte sich tief.

„Professor Severus, Sir. Dobby wird von seiner Herrin geschickt, um seinen jungen Meister zu holen. Die Herrin möchte, dass er sich für heute Abend bereit machen kann, Sir", fügte er hinzu und sah Severus mit seinen riesigen grünen Augen an.

Innocent [Harry Potter Fanfiktion]Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt