Hört ihr die Melodie?

733 32 1
                                        

Sandmann POV:

Nach einer gefühlten Ewigkeit habe ich michdann schlussendlich entschlossen, durch meinen Sand zum Hotel zu gelangen. Wenigstens ist Fee jetzt wieder bei Bewusstsein und je eher die Wunden behandelt werden, desto besser.

Ich warf etwas Traumsand in die Luft und ließ uns damit umhüllen. Mein Fokus lag darin, uns an einen anderen Ort zu bringen und nicht den Schlafzauber anzuwenden.

Wie ein kleiner Wirbelsturm kreiste der leuchtende Sand um uns herum.

Wenige Augenblicke später wurde die Sicht wieder klar und wir standen vor Fees Hotel.

Mit hektischen Schritten trat ich in die Lobby und ging in Richtung Rezeption, wo bereits die Assistentin meines Bruders uns erwartete.

„Was ist passiert?! Wie geht es Zahnfee?", fragte sie mich aus, nachdem sie meinen Bruder in meinen Armen erblickte und zu uns rüberkam.

Sie war aus ihrer tagelangen Erschöpfung wie ausgetauscht. Theoretisch gesehen hat sie alle Aufgaben im Hotel alleine erledigt, bis auf das sammeln der Zähne und die Magie für den Schutzzauber.

Dort hatte sie aber schon alles nötige vorbereitet und die Experimente weitergeführt.

Ich musste quasi ihren Babysitter spielen, so oft wie ich ihr sagen musste, dass sie eine Pause machen sollte. So anders als Fee war sie in diesem Aspekt dann doch nicht.

„Erzähl ich später, jetzt ist es aber wichtig so schnell wie möglich xien zu helfen. Such die Heiltränke raus. Davon wird Fee wahrscheinlich viele brauchen."

Fee hat wohl während des Reisens erneut das Bewusstsein verloren. Wobei ich nicht genau einschätzen konnte, ob das jetzt gut oder schlecht für xien ist.

Im Arbeitszimmer legte ich Fee ab, während die Assistentin mit mehreren Tränken zu mir eilte.

In diesem Chaos hier war doch dann irgendwie System, wenn sie die so schnell finden konnte.

Nach und nach versuchte ich Fee unterschiedliche Tränke zu verabreichen und dazu noch die richtige Menge abzuschätzen. Bei den ganze Wunden denke ich aber mal, dass es kein zu viel gab. Sicherheitshalber wollte ich es dann aber doch nicht übertreiben.

Irgendwann war es trotzdem genug und ich stoppte irgendwelche Tränke rauszusuchen, um sie Fee zu verabreichen. Genug ist genug.

Bevor ich mit den Tränken angefangen habe, wurde Fee wieder so halb wach. Nur genug, um zu schlucken.

Mittlerweile war Fee aber mehr beim Bewusstsein und beobachtete jeder meiner Bewegung. Irgendwie war der Blick dankbar (sofern es für Fee überhaupt möglich ist), aber auch genervt (das war einfacher zu erkennen).

„Wie geht's es dir? Falls du sprechen kannst, dann los, wenn du mich die ganze Zeit nur anstarrst, ist das nicht wirklich eindeutig.", forderte ich Fee auf.

„Ich formuliere es mal so, es ging mir besser, aber auch schlechter. Das sollte gut genug sein.", beantworte Fee nur knapp und versuchte sich aufzusetzen.

„Hey! Liegen bleiben. In diesen Zustand machst du erstmal gar nichts.", warnte ich, während ich versuchte Fee leicht an den Schultern runter zu drücken. Xier verzog xien Gesicht in eine leichte Grimasse nach dem kurzen Kontakt, aber Fee würde sich beim aufsetzten mehr verletzten, als wenn ich xien zurücklegte.

„Wenn ich nicht meine Arbeit mache, wird es zur Gefahr unser aller. Also lass mich aufstehen."

„Wir haben uns um alles gekümmert, also musst du nichts machen. Zähne sind da, Ritual ausgeführt. Denk nicht mal dran in deinem Zustand aufzustehen."

Fee sah mich genervt und vorwurfsvoll an. Ließ es aber dabei. Wenn es Argumente gäbe, würde Fee weiter mit mir diskutieren, Xier wusste aber wahrscheinlich, dass mich nichts erstmal umstimmen würde.

„Du kannst mich nicht ewig davon abhalten.", warnte Fee mich vor. Ich war nicht wirklich überrascht. Unauffällig griff ich in meinen Beutel mit dem Traumsand rein.

„Ich versuche es aber, solange es möglich ist, also Schlaf....", beim letzten Wort lies ich etwas Traumsand über meinen Bruder rieseln. Selbst Fee kann diesen Zauber nicht entkommen.

Es tat mir nicht Leid, xien einfach so zum Schlafen zu bringen. Immerhin war es zu erwarten, dass xier sich ausruhen musste, plus Fee musste wirklich viiiiiel Schlaf nachholen. Das war nur zu xiesem besten.

Für mich war es wieder an der Zeit, das nächste Ritual vorzubereiten.

Ich wendete mich von Fee ab und nahm meine Brille aus meinem Gesicht, welche ich fast die ganze Woche aufhatte. So hat wenigstens keiner mir meine extreme Erschöpfung gesehen.



Zahnfee POV:

Ich wachte nur langsam und mit vielen Schmerzen auf. Sandy hat es wirklich gewagt, mich einfach so zum Schlafen zubringen.

Die Wirkung der Tränke hat abgenommen und ich fühlte wieder alle meine Wunden und die dazugehörigen Schmerzen. Es war nicht wirklich angenehm, aber erträglicher als die letzten Tage.

Ein Blick auf die Uhr verriet mir, dass es gerade 10Uhr sei. Ich vermutete, dass es gerade eher Abends war, als morgens.

Also würde Sandy nicht bemerken, dass ich nicht schlafe. Langsam setzte ich mich auf und spürte ein stechen in der Brust und Schwindel überkam mich.

Gehen war zwar idiotisch, aber ich muss es tun. Wenn ich auf Sandys Art heile, dann wäre ich nach drei Wochen immer noch nicht bereit, um Zähne zu sammeln.

Von Schmerzen gekrümmt und an die Wand gestützt schleppte ich mich mit wackligen Beinen zur Portaltür.

Durch eine Berührung öffnete sie sich und ich trat durch. Da ich keinen Halt mehr hatte stolperte ich förmlich durch die Tür und landete an den Ort, wo ich hinwollte.

4 WächterGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt