56 - Carlos, küss mich

447 22 3
                                        

Max pov:

Ein schwarzes Auto rollte vor Carlos' Haus und ein junger Mann in Sako stieg aus. Mit seinem Blick tastete er die Häuser ab und lächelte dann zufrieden als er die Hausnummer von Carlos' Haus erblickte. Schnell war er vor mir und streckte mir die Hand entgegen. >>Doktor Torres<<, stellte er sich vor. >>Max Leclerc-Verstappen<<, schüttelte ich seine Hand. >>Sehr erfreut, wo ist denn der Patient? <<, fragte Herr Torres und umklammerte eine schwarze Aktentasche. >>Drinnen, aber warten Sie!<<, sagte ich, >>Was haben Sie da in Ihrer Tasche?!<< >>Die meisten Patienten, die Schizophrenie haben, können recht brutal werden, wenn man ihnen mitteilt, dass sie auf eine Klinik müssen<<,erklärte der Mann, >>Es ist bloß eine Vorsichtsmaßnahme. In der Tasche sind Spritzen mit Beruhigungsmittel. Wenn der Patient mich oder sogar Sie angreift, muss ich diese leider verwenden. Verstehen Sie?<< >>Natürlich<<, nickte ich, >>Aber ich denke nicht, dass Lando Sie angreifen wird.<< >>Man weiß nie<<, nickte der Arzt. >>Dann kommen Sie herein<<, trat ich auf die Seite und ließ Herrn Torres eintreten, >>Er sitzt mit einem Freund auf dem Sofa.<< >>Wenn ich mit dem Patienten rede, muss ich es aber unter vier Augen tun, sonst könnten Sie ihn durch Ihre Anwesenheit beeinflussen<<, sagte der Mann. >>Verständlich<<, murmelte ich und trat in das Wohnzimmer, worauf Carlos und Lando aufblickten.
Nachdem ich mit Charles telefoniert hatte, hatte ich sofort einen Therapeuten "gebucht" und ihn zu uns bestellt. Wenn der Arzt bei Lando wirklich Schizophrenie feststellte, würde dieser sofort in die Klinik gebracht und dort behandelt.
>>Wer ist das?<<, fragte Lando, aber sah da eher Carlos an. >>Das ist ein Doktor, Lando<<, begann Carlos ruhig und hielt dabei Landos Hände fest, >>Er möchte mit dir kurz sprechen.<< Lando sah wie ein kleines Kind voller Angst zu Herr Torres. >>Hallo Lando<<, setzte sich der Arzt gegenüber von dem Briten,>>Ich möchte dir nur kurz ein paar Fragen stellen.<< >>Kannst du hier bleiben, Carlito?<<, sah Lando flehen zu seinem Exfreund. >>Nein, leider. Du und der Arzt werdet zu zweit reden, ich bin aber im Zimmer neben an<<, meinte Carlos und stand auf. >>A-aber kommst du rüber, wenn die Stimme wieder mich besetzt?<<, flüsterte Lando. >>Natürlich<<, streichelte ihm Carlos den Kopf. >>Versprochen?<<, sah ihn mein bester Freund flehend an. >>Versprochen!<<, bekräftigte Carlos und küsste Landos Stirn. Danach nickte er mir zu und wir ließen Lando und den Doktor alleine.
>>Glaubst du, er hat Schizophrenie?<<, sah mich Carlos fragend an, als wir im Nebenzimmer ankamen. >>Ich hab keine Ahnung, aber wenn er Stimmen hört, ist es doch Schizophrenie oder?<<, meinte ich. >>Ja<<, nickte Carlos. Wir schwiegen eine Weile. >>Liebst du ihn eigentlich noch?<<, brach ich dann die Stille. >>Hm?<<, sah mich Carlos verwirrt an. >>Ob du Lando noch liebst<<,wiederholte ich den Satz. >>Achso<<, Carlos sah aus dem Fenster,>>Ja. Er hat mich zwar betrogen, aber ich habe ihn davor zwei Jahre lang von seiner richtigen Seite, die er vor allen versteckt, kennengelernt und auch wenn es im ersten Moment weh tat zu wissen, dass er die ganze Zeit mit Piastri geschlafen hat, verstehe ich ihn nachträglich. Ich war nie für ihn da, so als richtigen Freund. Ich war eher so ein Beschützer. Und ich glaube, er hat in Arthur den richtigen Freund gefunden. Es schmerzt, dass ich nicht der Richtige für ihn bin und war, aber wenn er glücklich ist, bin ich es auch. Nach dem Lando und ich uns getrennt haben, habe ich die Liebe im irgendeinem Mädchen gesucht, habe sie aber nicht gefunden. Es war zu meinem eigenen Erstaunen, dass ich nur Lando liebe und lieben kann. Und wenn er wirklich Schizophrenie hat, dann will ich ihm helfen die ganze Zeit bis er wieder als normaler Mensch atmet und ihn diese Stimme nicht so sehr mehr beeinflusst. Ich will ihn nicht für mich. Ich werde mit meiner ganzen Kraft ihn dazu anspornen, sich Arthur wieder zurück zu holen. Denn jetzt ist Lando traurig und krank, so kann ich ihn mir nicht ansehen, ohne dass mein Herz weh tut. Auch wenn Lando jetzt so tut, als würde er mich lieben, wissen er und ich, dass das nciht stimmt. Ich werde nicht derjenige sein, der zwischen ihm und Arthur steht. Im Gegenteil ich will, dass die zwei zusammenkommen und ein glückliches Leben führen!<< >>Du bist echt tapfer<<, meinte ich und legte Carlos eine Hand auf die Schulter, >>Du machst viel mehr durch als ich je durchgemacht habe! << >>Du hast aber auch viel durchgema-<<, wollte Carlos ansetzten, doch da zersplitterte etwas im Nebenzimmer. Alarmiert sahen Carlos und ich uns an und eilten ins Wohnzimmer.
Lando stand in der Ecke des Raumes und hielt eine Glassplitter in der Hand. Herr Torres stand geduckt mit seiner Aktentasche neben der gegenüber Wand. Neben ihm lag ein gebrochener Sessel und neben Lando auf dem Boden ein kaputtes Bild. Ich lief zu dem Arzt und blieb neben ihm stehen. >>Was wollen Sie eigentlich von mir?!! <<, schrie Lando, >>Wollen Sie sagen ich bin geistig gestört?!!! Das können Sie sich in der Arsch schieben?!!! Ich brauche keinen Therapeuten und auch keinen Platz in der Psychiatrie!!!<< Mit den letzten Worten schleuderte La do das Stück Glas in unsere Richtung, wollte anscheinend den Arzt treffen, doch dieser duckte sich geschickt. Stattdessen spürte ich gleichzeitig einen stechenden Schmerz in der rechten Wangenhälfte. Erschrocken griff ich mir dorthin und konnte das klebrige Blut betagten, dass aus der frischen Wunde floss. Die Zeit schien stehen zu bleiben. Lando sah mich entgeistert an. >>Max, ich-ich..... Nein-oh.... Es... - Nein... Es... Tut..... Mir.... Leid<<, hauchte Lando und begann zu zittern. Herr Torres war schnell bei ihm und injeziert ihm in den Nacken einen Beruhigungsmittel. Lando sackte in sich zusammen und blieb zitternd und weinend auf dem Boden liegen. Ich konnte meine Emotionen auch nicht zügeln, nicht wenn ich meinen besten Freund so erlebte, stumm weinte ich mit. Carlos war schnell bei seinem Exfreund und setzte sich zu ihm. Sanft legte er Landos Kopf in seine Schoß und strich ihm durch die Haare. >>Carlos<<, flüsterte Lando, >>Ich habe Angst. Ich will nicht ins Irrenhaus!<< >>Das ist kein Irrenhaus, bloß ein Ort, wo sie dir helfen können<<, meinte Carlos sanft, obwohl ich ihm ansah, dass er auch die Tränen zurück hielt. Lando blinzelte langsam, konnte kaum die Augen offen halten. >>Carlos, küss mich. Damit ich nicht verloren bin<<, hauchte Lando und ließ seine Augen geschlossen. Carlos zögerte kurz und sah mich unsicher an. Doch dann senkte er sein Gesicht und legte sanft seine Lippen auf die von Lando. Nach kurzer Zeit stand Carlos mit Lando in den Armen auf und sah Herr Torres fragend an. >>Und jetzt?<<, fragte Carlos. >>Jetzt ruf ich einen Krankenwagen<<, meinte der Mann, >>Und dann wird der Herr in die Psychiatrie gebracht. Möchte einer von Ihnen ihn begleiten?<< >>Ich würde gerne mit ihm gehen, wenn es geht<<, sagte Carlos und legte Landos Körper vorsichtig auf das Sofa. >>In Ordnung <<, antwortete Doktor Torrez. Ich zog mir die Glasscherbe aus der Wange und ging zu Carlos. >>Sicher, dass du es alleine schaffst?<<, fragte ich. >>Ja, geh nach Hause Max. Für dich war das hier auch nicht gerade einfach<<, meinte Carlos und wir umarmten uns kurz.
Bei der nach Hause Fahrt weinte ich ununterbrochen und als ich zuhause die Tür entsperrte, kam mir Charles entgegen. Ich versuchte die Tränen zurück zu halten und wollte fragen, wo Arthur war, aber ich brachte keinen anständigen Ton heraus. >>Max, du blutest ja! <<, stellte Charles erschrocken fest und strich über meine Wange. Sofort schossen mir die Tränen aus den Augen. >>Was ist passiert?<<, fragte Charles, doch ich schüttelte weinend den Kopf und ließ mich in seine Arme fallen. Charles brachte uns in unser Zimmer und wir legten uns auf das Bett. Charles hielt mich in seinen Armen fest, während ich all meine Sorgen ausweinte. Er strich mir stumm über den Rücken und stellte keine Fragen. Wieso musste ausgerechnet Lando diese Krankheit haben? Wieso mein bester Freund? Noch lange weinte ich und Charles blieb die ganze Zeit bei mir. Irgendwann schlief ich vor Erschöpfung ein.


Etwas EinmaligesGeschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt