Bevor Riley die Tür wieder schließen kann, schiebe ich meinen Fuß dazwischen. "Riley, ich muss echt mit dir reden", stoße ich die Tür wieder auf und schließe sie hinter mir wieder.
Er setzt sich hinter seinen Schreibtisch und breitet einige Dokumente vor sich aus. "Kannst du mich später erinnern, dass ich die Blätter hier mit zu dem Geschäftsessen nehme?", fragt er beiläufig. Ich nicke. "Klar." Ich stelle mich neben ihn und drehe ihn so, dass er mich direkt ansieht. "Es tut mir leid wegen gestern. Ich schätze, ich habe ein bisschen übertrieben."
"Ein bisschen?", lacht er.
"Naja, was glaubst du, wie es sich anfühlt, wenn eine andere Frau ..." Er unterbricht mich, indem er seine Hand hebt. "Nein, Lina. Nicht hier und nicht jetzt. Ich muss mich auf diesen wichtigen Termin vorbereiten mit Melodys Vater, der zufällig mit mir an diesem großen Projekt arbeitet, weswegen sie auch ständig hier rumhängt", atmet er langsam und kontrolliert aus.
Riley gibt mir einen Kuss und vertieft sich dann wieder in die Blätter vor sich. "Okay, alles klar", lächle ich und er erwidert es.
Draußen beschließe ich, mir schnell noch einen Kaffee zu holen und mich dann wieder an die Arbeit zu machen.
Jetzt läuft Alex auf mich zu und lächelt mich an. "Na, schon wieder Kaffeepause?" Ich lache und drücke auf den Knopf für einen Cappucino. "Eher ein Motivationsschub, denke ich."
Er beäugt mich und schenkt sich ein Glas Wasser ein. "Also du würdest dich wundern, dass ein Glas Wasser genau so viel Motivation bringt, wie dieser Kaffee hier. Und es ist noch viel gesünder." "Morgen wieder", gähne ich.
"Du siehst nicht so aus, als wäre deine Nacht entspannt gewesen. Willst du mir erzählen, was los ist?", fragt er mich. Bevor ich reden kann, setzt er an. "Obwohl es hat doch nichts mit dieser Melody zu tun, die hier seit Neuestem ein und ausgeht?" Er trifft ins Schwarze und das merkt er. "Die Beiden waren früher echt eng."
Ich spucke den Kaffee wieder in meine Tasse und wische mir über den Mund. "Wie bitte?"
"Sag bloß, du wusstest nicht, dass die Zwei schon mal ein Paar waren. Ich glaube, das waren zwei Jahre, in denen sie sich hier aufgespielt hat, als wäre sie der Boss. Total nervig, aber ja, die zwei waren ein Paar. Wenn nicht sogar DAS Paar. In jedem Boulevard-Blatt gab es mindestens eine Seite von den Beiden zusammen, wo sie ..." Ich winke ab. Das schaffe ich gerade nicht.
Also sind meine Sorgen doch berechtigt?
Als hätte er meine Gedanken gelesen, streichelt Alex mir den Arm. "Du brauchst dir keine Sorgen machen. Es ist das erste Mal nach zwei Jahren, dass sie überhaupt mal wieder hier ist und ich bin ehrlich, wenn er so einen Gesichtskrapfen dir vorzieht, dann soll er sie nehmen, denn dann leidet er nämlich an Geschmacksverirrung." Ich boxe ihm in die Seite und lache, zum Glück bevor die Tränen sich wieder den Weg über mein Gesicht bahnen können.
"Du bist der Beste. Danke", gebe ich Alex ein Küsschen auf die Wange und gehe wieder an meinen Platz zurück.
Riley ist anscheinend während meiner Pause schon gegangen, denn als ich von der Toilette zurückkomme, liegt ein Zettel auf meinem Schreibtisch. Ich melde mich später bei dir, wenn das Essen vorbei ist - R.
Noch immer keine Nachricht von ihm, dabei hat er gesagt, dass er sich melden wird.
Ich lege mich ins Bett und mache eine Serie auf Netflix an.
Gerade als ich kurz vor dem Einschlummern bin, vibriert mein Handy. Es ist Riley.
Bist du noch wach?
Gerade so.
Ich bin auf dem Weg zu dir.
Sofort bin ich hellwach und versuche, noch etwas Ordnung in mein Chaos zu bringen. Scheiße. Darauf war ich jetzt wirklich nicht vorbereitet.
Ich hüpfe schnell unter die Dusche und öffne meine unordentlichen Dutt. Zum Glück sehen meine Haare nach einem Dutt immer noch gut aus, sonst müsste ich sie jetzt noch glätten und dafür fehlt mir höchstwahrscheinlich die Zeit.
Gerade als ich meine kurze Shorts nach oben ziehe, klingelt es an der Tür.
Riley steht davor und wippt auf seinen Füßen nach vorne und hinten. Er sieht angespannt aus.
"Du kannst ruhig reinkommen oder willst du hier draußen Wurzeln schlagen?", lache ich und mache ihm Platz, dass er sich an mir vorbeischieben kann. Riley tritt ein und hängt seinen Mantel an der Garderobe auf, bevor er sich auf mein Bett setzt.
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Unmoralisch
RomanceLinas Traum wird wahr: eine der angesehensten Firmen in ganz Los Angeles bietet ihr einen Arbeitsvertrag an. Nach dem Abschluss ihres Studiums wünscht sie sich nichts sehnlicher, als endlich mit ihrem gelernten und hart erarbeiteten Wissens ihr eige...
