Ein gleißender Schmerz, der durch meine Adern schoss, ließ mich erschrocken die Augen aufreißen. Mein Körper bäumte sich auf, versuchte sich zur Wehr zu setzten, doch es hatte nur zur Folge, dass der Gurt um meinen Bauch enger gezogen wurde, mich härter an den Metalltisch presste. Hand- und Fußgelenke waren mit Eisenkraut getränkten Ketten versehen und brennend heiß sickerte der Schmerz auf meine Knochen. Ich schrie bis ich selbst dazu die Kraft verlor, leise Tränen liefen mir über die Wangen. Und wieder einmal fragte ich mich, wie ich so ein Schicksal verdient haben könnte.
Ich begrüßte die schweren Arme der Bewusstlosigkeit die sich meines Geistes bemächtigen wollten nur zu gern. Es war die einzige Möglichkeit dieser Folter zu entfliehen. Meinen Körper vermochte ich nicht zu schützen, doch meinen Geist sehr wohl und so träumte ich mich in das Jahr 1851 zurück, meine unbeschwerte Kindheit.
1851
(Kiéra ist zu dem Zeitpunkt 6, Stefan 9 und Damon 13 Jahre alt)
"Stefan! Stefan!!", rief das kleine Mädchen vergnügt als es durch den großen Garten lief.
"Fang mich doch! Finde mich", quietschte sie und lief ihrem großen Bruder immer wieder davon. Sie schlüpfte durch die hängenden Äste einer Trauerweide und kicherte. Schnell schlug sie sich die Hände vor den Mund, ihr Bruder durfte sie nicht hören.
"Kiéra!", hörte sie ihn und vorsichtig lugte sie zwischen den Zweigen hervor.
"Pass auf, pass auf wo immer du steckst", sang er und schaute dabei hinter jeden Kübel und unter jeden Busch. Als er Kiéras Versteck auf drei Fuß entfernt stand, presste diese sich an den zierlichen Stamm um nicht entdeckt zu werden. Nur der Wind rauschte durch die Blätter, der blonde Junge lauschte angestrengt und Kiéra war sicher, er könne ihr wild schlagendes Herz hören.
"Stefan? Kiéra?!", hörte sie die Rufe des ältesten Geschwisterkindes. Wie gern würde sie ihrem Bruder um den Hals fallen, doch sie wagte nicht sich zu rühren.
"Damon!", rief nun auch Stefan und ganz vorsichtig, auf den Zehenspitzen, schlich die kleine Kiéra wieder zu dem Vorhang aus Zweigen. Sie spähte aus ihrem Versteck hervor und konnte Damon in den Garten laufen sehen.
"Was machst du?", fragte er. "Wo ist Kiéra?"
"Weiß ich nicht", gestand Stefan ihm. "Wir spielen Verstecken", erklärte er sich.
Ein Grinsen schlich sich auf Damons Gesicht.
"Ich spiele mit", verkündete er.
"Hörst du mich Schwesterchen? Wir finden dich", versprach er laut und ein Glucksen entwich dem Mädchen mit dem pechschwarzen Haar. Schnell lief sie wieder zur Mitte der Weide und wartete gespannt, doch ihre Brüder kamen nicht. Als sie sich schon in dem Glauben wiegte die beiden Jungs überlistet zu haben raschelten die Blätter in ihrem Rücken.
"Hab ich dich", rief Stefan und wollte sie fangen, doch laut lachend preschte sie los. Den Blick immer noch auf Stefans grüne Augen gerichtet, lief sie Damon direkt in die Arme.
"Hab dich", lachte er und hob sie hoch.
"Damon!", rief sie fröhlich und schlang ihre kleinen Arme um seinen Hals. Er ließ sich zusammen mit ihr in das sonnenbeschienene Gras fallen und auch Stefan legte sich neben sie.
"Wir haben gewonnen", neckte er sie.
"Aber es war ein tolles Versteck!", beharrte Kiéra kopfschüttelnd auf ihrem Sieg.
"Ja", gestand Damon. "Das war ein super Versteck."
"Unentschieden"?, fragte das Mädchen versöhnlich und lächelte.
"Unentschieden", sagten ihre Brüder wie aus einem Mund.
So lagen die Salvatore Geschwister noch bis in die Dämmerung hinein auf der großen Wiese neben der Trauerweide und waren glücklich darüber, einander zu haben.
"Aufwachen meine Schöne", störte eine fremde Stimme meinen wundervollen Traum. Blinzelnd schlug ich die Augen auf und direkt durch die Gitterstäbe betrachteten mich die wirren Augen des Doktors. Erschrocken wich ich zurück.
"Keine Angst", lachte er. "Heute Nacht zeigen wir dich der Welt", verkündete er stolz.
Ich sah mich um. Mein Käfig stand auf einem Podium, links und rechts von mir waren ebenfalls Vampire in Käfigen gefangen. Scheinbar bin ich nicht allein gewesen. Der Raum war hell erleuchtet und überall glitzerte es festlich.
"Was meinen Sie", fragte ich, noch ganz heiser von meinem Schreien.
"Weißt du, all die Experimente an dir und den anderen Vampiren... sie sind nun einmal nicht ganz billig, wir brauchen Geld, Sponsoren."
"Sponsoren?", fragte ich weiter.
"Ganz genau", rief er aus, hellauf begeistert das sich jemand für seine Worte zu interessieren scheint. "Wenn wir diesen reichen Leuten zeigen, mit welch prächtigen Versuchskaninchen wir arbeiten..."
Sein Blick schoss wieder zu mir und gierig legte er die Finger an die Gitterstäbe. "Wenn wir Ihnen dich zeigen! Du bist mein Prachtexemplar!"
Mit diesen Worten verschwand er durch eine Seitentür und ließ mich allein.
Mehr Geld für noch mehr Experimente? Verzweifelt legte ich meinen Kopf an die Stangen und zuckte zurück. Eisenkraut. Ebenso wie meine Ketten. Vorsichtig legte ich mich auf den Boden und schloss die Augen für ein paar Minuten ehe diese Sponsoren kamen. Ich hoffte einfach nur es würde schnell vorbei gehen während ich versuchte, mich in meine Vergangenheit zurück zu träumen, unwissend welche Ereignisse dieser Abend ins Rollen bringen würde.
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About Salvatores and Winchesters (Crossover)
FanfictionKiéra Salvatore ist ein Augustine Vampir, schon seit sie denken kann. Sie kennt nichts anderes außer den Wächtern, den Doktoren, all den scheußlichen Experimenten die sie an ihr durchführten. An ihr und all den anderen Vampiren. Doch sie ist die ein...
